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Seit 15 Jahren gebe ich Turnstunden für Vor- und Grundschulkinder in meinem Wohnort. Ich bin Mutter von 3 Teenagern (12,16,18) und ich habe eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. All das fließt in meine Kurse mit ein…bewußt oder unbewußt. In den letzten Jahren konnte ich die Veränderung an den Kindern direkt erleben. Wir leben schlicht und einfach in einem Zeitalter der digitalen Revolution, und das macht etwas mit uns, der Art, wie wir unsere Kinder erziehen und es macht etwas mit den Kindern. Ich sehe die Digitalisierung eher positiv als negativ… ich nutze diese Medien ausgiebig. Aber meine Generation ist die Erste, die als Eltern vor der Frage steht, wie man Kindern eine gesunde Medien-Nutzung nahebringt. Als ich Teenager war, gab es drei Programme im Fernsehen und ein Kabel, das die Fernbedienung mit der Glotze verband… das war….anders. 

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Die Digitalisierung bringt unglaubliche Möglichkeiten mit sich, aber gerade in dieser Zeit ist es wichtig, nicht nur Vorgekautes aus dem Internet zu konsumieren… es ist so basic, ein Gefühl dafür zu bekommen, daß es möglich ist, etwas mit den eigenen Händen zu gestalten. Um Kreativität ausleben zu können, braucht es aber zumindest Grundkenntnisse und es ist wichtig, daß man schon einige Projekte genäht hat. Dann kann man kombinieren, zusammenstellen und wirklich kreativ werden. 

In meinem Ladeli gibt es viele Kurs für Kinder und Teenager… auch gemeinsame Kurse mit Teenagern und Erwachsenen. Die Stimmung in diesen Kursen ist immer etwas ganz Besonderes… oft schauen Erwachsene ein bißchen erstaunt, wenn ich Teenager mit in die Kurse nehme…aber ich kenne die Mädchen gut und weiß genau, was sie können. Es endet meistens damit, daß die Erwachsenen sehr verblüfft sind, was die Jugendlichen schon alles können.

Kinder gehen völlig angstfrei und ohne Vorbehalte an eine Näh-Maschine. Die Freude am Herumpuzzeln steht im Vordergrund und sie wollen unbedingt so ein Wolkenkissen /Täschchen/ Stoffkörbchen haben. Und sie wollen gerne sehen, wie das denn so gemacht wird. Kinder interessieren sich für Herstellungsprozesse und möchten wissen, wie die Welt funktioniert..

Der Spaß und eine entspannte Atmosphäre stehen bei Kinderkursen im Vordergrund. Ich bin meiner Verantwortung sehr genau bewußt… wenn das Kind eine positive und fröhliche Erfahrung an der Nähmaschine hat, dann hat es vielleicht ein ganzes Leben Freude daran. Deshalb tue ich mein Bestes dafür, dass es ein schöner Moment ist. 

Neben dem Spaß erlebe ich oft auch, daß Kinder anfangen, einfach mal ein paar Knöpfe zu drücken und an der Nähmaschine herumzudrehen. Das ist grundsätzlich nicht dramatisch, so schnell passiert da nichts… ich bremse das dann aber erst einmal und erkläre, daß so eine Näh-Maschine ein komplexes und teures Gerät ist.  Und dass es ein Privileg ist, damit arbeiten zu dürfen, und keine Selbstverständlichkeit. Und das Tolle ist aber, daß ich Ihnen das jetzt zutraue. Daß ich diesem Kind vertraue, daß es mit meiner Maschine sorgfältig umgehen wird. Ich halte es für ein massives Problem unserer Zeit, daß viele Dinge so selbstverständlich und verfügbar sind. Oft ist es viel billiger, ein Gerät neu zu kaufen, als es zu reparieren… woher kommen denn die ganzen Müll-Berge? Das Bewusstsein für den Wert eines Gegenstandes zu vermitteln, ist auch ein Teil eines Nähkurses, oder? 

Pädagogisch gesehen finde ich es sehr wichtig, ein Projekt von Planung über Entwurf bis zur Fertigstellung zu überschauen. Wirklich von Anfang bis Ende ein Projekt zu durchdenken und es dann zu realisieren…besser geht nicht, oder? Am Ende ein Ergebnis zu haben, ist ein Teil der Freude am Nähen. Es ist so wichtig, daß am Ende des Kurses jedes Kind mit einem fertigen Stück durch die Tür des Nähzimmers hüpft.

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Meistens ist es so, dass Kinder den ganzen Ablauf eines Nähprojektes nicht kennen. Sie werden von mir Schritt für Schritt  durch die einzelnen Etappen geführt, ohne zu erkennen, wohin die Reise geht. Es ist ein bißchen wie ein Blindflug… man  muß die einzelnen Arbeitsschritte erledigen, ohne zu verstehen, wohin die Reise führt. Das erfordert zum Einen, daß man einfach ein bißchen vertrauen muß und einen Schritt abarbeitet ohne gleich an den übernächsten Schritt zu denken. Es erfordert, schlicht im Moment zu bleiben und einfach nur den aktuellen Schritt zu nähen… ohne sich ablenken zu lassen. Dieses Fokussieren ist eine ganz wichtige Sache, für Kinder und Erwachsene. Es tut gut, einfach nur mal auf die Näh-Maschine zu schauen und über nichts anderes nachzudenken. 

Beim Nähen läuft aber nicht immer alles so, wie man sich das wünscht. Manchmal geht etwas schief. Im Leben ist das auch so… man kann beim Nähen ein bißchen üben, wie man mit kleinen Niederlagen umgeht. Es übt, Widrigkeiten zu überwinden, wenn es mal nicht so läuft.

Das Schöne ist, daß man bei einem Fehler auftrennen und neu starten kann. Fehler sind nicht so schlimm und gehören zum Lern-Prozeß. Eine Schwierigkeit kann man schaffen. Ich bespreche das immer so, daß ein Fehler zum Lernen gehört. Das macht Mut, auch für andere Situationen im Leben. In der Schule ist es so, daß Fehler durch schlechte Noten bestraft werden. Beim Nähen ist ein Fehler nicht so schlimm, Wir trennen auf, puzzeln etwas neu zusammen oder improvisieren. Wir suchen gemeinsam eine Lösung. Und das ist doch eigentlich der effektivste Weg, oder? 

Räumliches Vorstellungsvermögen braucht es beim Nähen… und die Kinder sind immer völlig fasziniert davon, etwas wieder vor und zurück zu wenden… das ist so spannend zu sehen und  wie oft habe ich dieses.. „Hääääää??????“ gehört, wenn ein Mausekind es nicht fassen konnte, daß aus dem fuzzeligen Dings nach dem Wenden ein superschönes Täschchen beispielsweise geworden ist. Es ist schon ein bißchen Zauberei...

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Farbgestaltung… wie genial ist das denn? So viele Stoffe, so viele Möglichkeiten. Oft picken Kinder etwas abenteuerliche Farbkombis… aber so entwickelt sich ein eigener Stil. Manchmal sind diese Kombis auch genial. Ich wäre nie darauf gekommen, aber es sieht super aus!

Die Atmosphäre, die in einem Kurs entsteht, kann ich nicht planen… ich schaffe nur den Rahmen und gebe meinen Teil dazu… aber viel entsteht auch aus der bunt zusammengewürfelten Gruppe, die sich für einen Nähkurs angemeldet hat. Manchmal habe ich aber wirklich das Gefühl, es ist ein bisserl Magie im Spiel. Ich habe eine liebe Kundin, die nicht so gut zu Fuß ist…sie ist eine sehr herzliche und liebe Lady und strahlt das auch aus. Eine Jugendliche, die gerade Schwierigkeiten mit einem schlecht verheilenden Bruch hat, kam zufällig in den selben Nähkurs… der Austausch hat den Beiden so gut getan. So ist das manchmal, wenn Menschen zusammentreffen und sich unterhalten. Wie oft stellen wir fest, auch wenn es nicht immer so offenkundig ist, daß wir alle einander etwas geben können. Das gilt im Besonderen für Gruppen, in denen sich verschiedene Generationen treffen… das ist das Geniale am Nähen… über das Hobby findet ein Gespräch statt, zu dem jeder beitragen kann… und Zack, hat man eine Verbindung, eine gemeinsame Ebene. Das war auch bei einem gemeinsamen Workshop mit beeinträchtigten TeilnehmerInnen so. Es ist unglaublich, wirklich. Die Magie funktioniert IMMER.

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Guy de Maupassant

„ Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen“

Oft kommen Kinder, sind etwas aufgeregt und je nach Alter und Typ, sind sie dann manchmal etwas forsch… oft aus einer Unsicherheit heraus. Dann bekomme ich ein Stoffstück unter die Nase gehalten bspw. mit den Worten:“ was soll ich jetzt mit dem Ding machen?“

Das ist kein Ding, sage ich dann. Das ist ein Stoffstück, für das Jemand die Baumwolle angepflanzt und geerntet hat. Dann hat ein anderer Mensch das gekämmt, gewebt, designt, gefärbt, verpackt, geschickt, bis es hier im Ladeli war. Und jetzt kannst Du etwas Tolles daraus machen. Ich zeige Dir, wie es geht. 

Dann sehe ich, wie es im Hirn rattert. Daß sich da im Kopf etwas tut. Darüber hat das Kind vielleicht noch nicht so oft nachgedacht, weil es ja schon ganz schön abstrakt ist. So ein Gespräch hat im Alltag auch keinen Aufhänger… aber im Nähkurs kommt das Thema zur Sprache und es gibt einen Denkanstoß. 

Die Wertschätzung, die wir einem Stück Stoff entgegenbringen, und wie wir darüber sprechen, hat etwas mit unseren Gedanken darüber, unserem Mindset zu tun. Das Bewusstmachen, das hinter diesem Stoffstück schon eine Geschichte liegt… und die Bitte sorgfältig damit umzugehen und mit Achtung darüber zu sprechen… das ist der Beginn eines bewußten Umgangs mit Ressourcen.Vielleicht gibt es eine Idee davon, daß bei einem T-Shirt, an dem ich Stunden genäht habe, der Preis nicht unter 5,-€ liegen kann.

Viele Kinder und Jugendliche können weit besser nähen als Ihre Eltern und das macht extrem stolz…Nähen ist für mich eine Grundkompetenz, so wie Kochen oder Wäschewaschen… gut, wenn man weiß, wie das geht. Einen Vorhang kürzen, eine Hose umnähen, ein Loch flicken…. Gut, wenn man es kann. Das gibt einem Kind ein gutes Gefühl, denke ich. Die Welt ist manchmal wirklich unübersichtlich und es gibt Sicherheit, eine Fähigkeit zu beherrschen.

Wenn man nähen kann, dann kann man Geschenke herstellen, die wirklich geschätzt werden. Und  das ist eine ganz andere Sache, als einfach ein Geschenk kaufen. Man kann etwas mit Liebe herstellen, und das wird beim Beschenkten ankommen. Ganz oft wollen Kinder im Laden gar nichts für sich nähen, sondern für Jemanden. Das ist so herzerwärmend. 

Teenager können mit Ihrer Nähmaschine ihren eigenen Stil entwickeln und sich ausdrücken. Entweder damit, daß sie sich eigene Kleidung nähen oder mit hübschen Dingen für ihre Zimmer… das ist doch eine gute Gelegenheit, den Dingen um sich herum einen eigenen Stempel aufzudrücken. Und es ist eine Möglichkeit sich abseits irgendeines Bildschirms zu beschäftigen. 

Wir leben im Zeitalter des Online-Shopping, aber ich glaube, daß „richtige“ Geschäfte immer wichtig bleiben werden. Ohne kleine Geschäfte veröden unsere Städte und Orte… einen Laden und ein Atelier kennenzulernen im Internet-Zeitalter…und den Wert davon zu erkennen und wertzuschätzen, das finde ich wichtig. 

Ich glaube, daß Kinder und Erwachsene im Internet-Zeitalter vor allem wieder einen Bezug zur Natur, zu Ihrem Körper und Zugang zu Ihrer Kreativität brauchen. Deshalb tun uns Sport, Draußen-Sein und gemeinsame Zeit im Nähkurs so gut. Das ist das, was uns kein Bildschirm geben kann. Im Nähkurs begegnen sich Menschen, die sich „einfach so“ wahrscheinlich nicht getroffen hätten. Das ist so ein Geschenk, für Jeden. 

Ich erlebe das fast jeden Tag, dass das Nähen weit über das Erlernen der Fähigkeit hinaus, unendlich viele, positive Nebeneffekte hat. #nähenverbindet. So einfach ist das.

Kindernähkurse sind einfach wunderschön... zum Glück gibt es in den Sommerferien eine ganze Menge. Für Euer Vertrauen möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Es ist so schön, daß Ihr Eure Kinder ins Nähzimmer bringt! Habt einen schönen Tag und alles Liebe! Dunja

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*Werbung* Fotografiert zu werden ist eine echte Herausforderung für mich. Um genau zu sein, hasse ich es. So richtig. Nicht die Abteilung Ich-mag das -nicht, es ist für mich ganz, ganz schlimm. Aber ich hatte eine neue Website mit Fotos zu bestücken; jetzt bin ich nicht gerade so der Botox-Typ, aber nicht gut aussehen, will ich halt auch nicht. Auf der Suche nach einer/einem Fotografen/in, landete ich über die Instagram-Seite von Jeannette Mokosch bei Kitty.

Auf Ihrer Website steht der geniale Spruch

„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“ 

Und da hatte sie mich. Ich sah die Bilder und in den Texten hörte ich die Stimme dieser Frau….und ich wußte, wer meine neuen Fotos machen sollte. Ein kurzer Klick ins Impressum. München. UUUPs. Von Mainz aus gesehen nicht gerade um die Ecke. Und  wenn ich Eines zu dem Zeitpunkt nicht hatte, dann war es Zeit. Aber in München wohnen zwei meiner ehemaligen Mit-Azubis aus der Bank, mit denen ich vor 25 (Himmel hilf) Jahren eine tolle Zeit hatte. Wir haben unsere Ausbildung in Stuttgart bei einer bayrischen Bank gemacht, und die beiden hatte es eben nach München verschlagen. Social Media sei dank, konnte ich die beiden finden. Mit Kitty machte ich einen Termin und fragte meine beiden Jungs, ob sie Zeit hätten. Sie hatten keine… einer ein vielbeschäftigter, hochdotierter Anwalt, der andere ein cooler Irgendwas-mit-Medien. Aber das wirkliche Wunder war, daß beide Ihre Termine absagten, damit wir uns treffen konnten… und dabei konnten sich beide damals nicht so gut leiden und hatten in München auch keinen Kontakt. Aber sie sagten zu. 

Ich bin eine Frau Mitte 40 und treffe zwei Menschen, mit denen ich 1994 am selben Punkt gestartet bin… wir alle hatten unsere Ausbildung in der Tasche und hüpften auf verschiedenen Wegen in die Welt. Ich konnte googeln, was aus den Beiden so geworden war und ich vermute, die haben das auch gemacht. 

An dem Punkt, mitten im besten Midlife-Crisis-Alter, stellst Du Dir die Frage, was habe ich in den letzten 25 Jahren gemacht? 

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Mein-Haus-mein-Auto-mein-Boot ist eher nicht meine Welt… aber gut dastehen wollte ich halt auch, gell? Und ich hatte in meinen 20ern einen ziemlich steilen Karriereweg beschritten, so kannten mich die beiden auch noch. Ich bekam Kinder 1,2,3 und ich habe mich dafür entschieden, zuhause zu bleiben. Das kann man diskutieren und doof oder gut finden. Aber mit den Umgebungs-Eigenschaften, die sich für mich ergeben haben, konnte ich das nur so entscheiden und so habe ich es entschieden. Meine Selbstständigkeit entwickelte sich Schritt-für -Schritt aus dem Wunsch, etwas aufzubauen und gleichzeitig für meine Kinder da sein zu können. 

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Und irgendwie bin ich bei dem ganzen Prozess einem Bauchgefühl gefolgt… das kam von ganz tief drinnen. Aber manchmal, so mittendrin, wenn irgendetwas schief lief, habe ich mich gefragt, warum ich das eigentlich mache….

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Und es gibt so Momente, da schließt sich ein Kreis…wie war Kittys Wahlspruch nochmal?

„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“ . Da wurde mr klar, ich muß gar nichts. Nein, ich bin nicht Senior-Partner in einer coolen Kanzlei, und nein, ich sammele keine Oldtimer. Aber ich mache etwas, das für mich einen Wert und eine Bedeutung hat. Ich habe eine Familie und ein Geschäft, das mir am Herzen liegt. Wir hatten einen wunderschönen Abend in München, so viel gelacht habe ich lange nicht. Und wir sind noch so richtig herrlich versackt, in einer superschönen Bar. Das war ein Abend zum Erinnern und das Foto-Terminchen am nächsten Tag sehr lustig. 

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Ich war also weg davon, eine coole Fassade zeigen zu müssen, aber dennoch hatte ich das „Warum“ meiner Unternehmung noch nicht abschließend geklärt. Ich wußte, daß ich auf dem richtigen Weg bin, aber ich konnte es nicht in Worte fassen. 

Wer meinem Blog/Instagram und Co schon länger folgt, der weiß, daß ich sehr gerne Urlaub in Belgien mache… für die meisten ist der Gedanke etwas ungewohnt…Holland als Urlaubsland kennen Viele, aber Belgien? 

In meinen frühen 20ern war ich mit einem Bankerkollegen zusammen, dessen Maman eine Französin war. Die Familie hat ein traumhaftes Ferienhaus in Belgien und ich durfte dort ein paar Mal zu Gast sein… und ich habe mich verknallt. So richtig, mit Anlauf und für’s Leben. Die Beziehung zum Kollegen ging irgendwann zu Ende, meine Liebe zu Belgien ist geblieben… dort gibt es eine ganze Menge Dinge, die ich sehr, sehr liebe. Die Nordsee, Schokolade, Pralinés und Pâtisserie, eine große Wertschätzung gutem Essen gegenüber, Comics und Quilts. Die Belgier haben auch eine hohe Achtung vor alter Bausubstanz.. bei uns wurde nach dem Krieg in den 50ern das Meiste im Plattenbaustil schnell und billig hochgezogen… die Belgier haben in Ihren Städten darauf geachtet, alles so wiederherzustellen, wie es mal war und möglichst viel historische Bau-Substanz zu erhalten.

Und etwas ganz Wichtiges hat sich in den kleinen und mittleren Orten auch gehalten… die kleinen, inhabergeführten Geschäfte. Und diese kleinen Läden werden mit so viel Liebe und Herz geführt.  Wir fahren mehrmals im Jahr für eine Woche oder eine verlängertes Wochenende in „unser“ Lieblingsferienhaus….das liegt mitten in einem kleinen Städtchen, das aber viel mehr Cafés, Restaurants und Bars hat, als ein ähnlicher Ort bei uns. Ich gehe so gerne nur mit einem Korb direkt von der Tür los und habe Bäckereien, Metzgereien, Obst- und Gemüsehändler, Blumenläden, Geschenkeläden… direkt vor der Tür. Es wirkt dort ein bißchen wie in einem Zauberland, alles ist tipptopp gepflegt und blitzsauber… morgens wird die Eingangstreppe des Ladens nass gewischt…immer. 

Und das Brot beim Bäcker kommt nicht aus einer Fabrik, sondern hinter dem Ladeli ist eine Backstube. Da stehen echte Menschen und backen echtes Brot aus richtigen Zutaten. Bei uns werden in Fabriken zweifelhafte Inhaltsstoffe in irgendwelche Teig-Rohlinge gemurkst, die dann tiefgefroren und aufgebacken werden. Das, was in diesen Backfabriken und den Läden dieser Ketten angeboten wird, ist kein Brot, das ist in meinen Augen purer Mist.

In Deutschland muß ich, wenn ich ein vernünftiges Brot kaufen möchte, ein paar Ortschaften weiter fahren… bei uns gibt es im Umkreis von mehreren Kilometern keine handwerklich arbeitende Bäckerei. Und da, wo ich wohne, gibt es keinen Wochenmarkt, auch dafür muß ich ins Auto… in Nieuwpoort gibt es das zweimal die Woche, und es ist ein Fest für die Sinne.

Da die Belgier großen Wert auf die Qualität Ihrer Lebensmittel legen, können diese Geschäfte wunderbar existieren. Geiz ist dort so gar nicht geil… und ehrlich gesagt, sind die Produkte nicht viel teurer als bei uns. 

Als ich meinen Laden eröffnet und aufgebaut habe, war mir gar nicht so genau klar, warum ich das eigentlich mache. Ich habe einfach immer einen Fuß vor den anderen gesetzt, einen Schritt nach dem Nächsten gemacht… wie auf Schienen. Ich spürte, ich tue das Richtige, aber ich wußte nicht immer so genau, warum ich das tat.

Jetzt führe ich dieses Geschäft seit dreieinhalb Jahren, und habe da eine ganze Menge drüber nachgedacht. Manchmal dauert es ja auch eine Weile, bis man etwas in Worte fassen kann, was einem eigentlich auf der Zunge liegt. Warum ist mir dieser Laden so wichtig?

Nähzimmer mit Herz ist nicht irgendein Firmenname. Das kommt wirklich von Herzen.

1.) Ich möchte Menschen ermutigen, Ihre eigene Kreativität auszuleben

Ich glaube, dass wir fast alle zuviel Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen verbringen. Wir konsumieren eine Menge, aber wir gestalten dabei nicht unbedingt etwas. Und wenn, dann ist das  oft keine Tätigkeit mit den Händen. Ich finde auch den FamilienAlltag manchmal ganz schön dröge… da hat man gerade eine Ladung Wäsche gewaschen, abends liegt der nächste Haufen Dreckwäsche wieder da. Bei der Hausarbeit sind viele Tätigkeiten nicht für die Ewigkeit, sondern gleichen eher einer Never-ending-Story. Da ist mir so ein Quilt schon lieber, der überdauert Generationen. 

Um kreativ werden zu können, muß man aber zumindest rudimentäre Grundkenntnisse einer Technik besitzen. Ich liebe Anfänger-Näh-Abende… Die strahlen richtig, die TeilnehmerInnen, wenn sie dann Ihr fertiges Stück in der Hand halten… und plötzlich sprudeln oft die Ideen, was sie alles noch machen könnten…. Und sie trauen sich zu, weitere Projekte anzugehen. Das bringt mich zu Punkt 2…

2.) Ich möchte Menschen Mut machen und ihnen Selbstvertrauen geben

Das erlebe ich ganz oft, egal ob Teilnehmer der Kurse 7 oder 70 Jahre alt sind… ein Projekt, das geklappt hat, das gibt einen riesigen Schub fürs Selbstvertrauen! Auch wenn es nicht 100%ig ist, auch wenn vielleicht eine Ecke nicht ganz passt… Hei, Du hast es durchgezogen, Du hast Dich getraut und Du hast es geschafft! Die Teilnehmer sind auch untereinander so freundlich und zugewandt, machen Mut, wenn es gerade mal hakt oder bringen sich gegenseitig auf Ideen… da entsteht beim Werkeln oft eine tolle Gemeinschaft, das finde ich unglaublich! Menschen, die sich vor einer halben Stunde noch nicht kannten, unterhalten sich, als würden sie sich schon ewig kennen… das gemeinsame Projekt verbindet. Und gerade beim Nähen entsteht ganz oft eine so schöne Atmosphäre. Ich habe das im Laden und auf vielen Kursen erlebt, die ich besuche…Quilter halten zusammen. Das ist so cool. Neulich hatten wir einen Kleider-Näh-Abend, und es waren eine 12-jährige und eine 70-jährige im Kurs… die beiden saßen nebeneinander und haben sich so blendend verstanden, mir ging direkt das Herz auf. Und beide haben sich den ganzen Abend so reizend unterstützt und gefachsimpelt. Da ist eine Prise Feenstaub im Raum… und alle schweben ein bißchen nach Hause.

3.) Ich möchte der nächsten Generation eine Kulturtechnik überliefern

Handarbeiten sind - je nach Trend - mal gerade total hipp oder voll daneben. Ich habe schon genäht, da war das eher komisch bis wunderlich… aber es ist doch so, Trend hin, Trend her; Technischer Fortschritt rum oder num…. So ein paar Sachen sollte man schon können. Kochen und Backen gehört dazu, Nähen auch. Wir leben in einer Zeit, wo es von Allem zuviel gibt… vor allem zuviel billige Kleidung, die unter Bedingungen hergestellt wird, die weder menschenwürdig noch umweltgerecht sind. Für alle mit starken Nerven, sei der Film?????:the true cost ?????empfohlen. Darin geht es um die Lebensumstände der ArbeiterInnen in der Textil-Industrie weltweit, die unsere billigen Shirts herstellen. Es ist unfassbar. Ich möchte dazu anregen, darüber nachzudenken, woher unsere Kleidung stammt. Und ein Gefühl für den Wert eines genähten Stücks vermitteln. Dann wird nämlich schnell klar, daß bei einem 5,- T-Shirt so Einiges nicht stimmen kann. Und vielleicht beginnt dann Jemand nachzudenken, daß ein halbes Hähnchen für 3,- € auch nicht so der Brüller sein kann. Wir müssen uns dem wahren Wert einer Sache wieder viel bewußter werden.

Wir bedauern den ganzen Müll, der auf den Stränden, in den Meeren und Böden herumliegt. Das ist definitiv eine Katastrophe. Aber ein selbstgemachtes Geschenk wird nicht so schnell entsorgt werden und wenn man dann das ein oder Andere repariert und flickt, statt immer direkt alles wegzuwerfen, dann ist schon Einiges gewonnen. Eine häßliche Kommode sieht nach dem Anstrich mit unseren (ökologisch unbedenklichen, in Deutschland hergestellten…) Farben vielleicht wieder ganz großartig aus. Sie landet nicht auf dem Müll und gleichzeitig macht das Gestalten Spaß… Win-Win-Win, oder? Mit einem neuen Bezug schaut ein alter Stuhl vielleicht wieder ganz toll aus… und wenn dann noch der Stoff aus einem Familien-Unternehmen stammt, das in der 4. Generation geführt wird, deren Stoffe in Europa produziert werden… dann hat das doch eine ganz andere Qualität als ein neuer Stuhl. Müllvermeidung, ‚ #zerowaste, #noplastic #savetheplanet.. Dazu braucht es ein Umdenken. Und das Bewußtsein, daß Du etwas selbst herstellen oder reparieren kannst. Durchs Selbermachen bekommt man einen anderen Blick auf die Dinge, ein anderes Mind-Set. Das überträgt sich dann auf andere Lebensbereiche. Ich glaube, Selbermachen setzt etwas in Gang. Ein neues Bewusstsein für den Wert eines Gegenstandes. Weg von dem BilligBilligExundhopp.

4.) Ich möchte etwas hinterlassen. Vermächtnis ist ein großes Wort, aber wir erschaffen Erinnerungen.

Ich erinnere mich noch genau an den Tante-Emma-Laden im Ort meiner Großeltern. Jeden Tag bin ich für meinen Opa dorthin gegangen und habe seine Zeitung und eine Schachtel Zigaretten geholt, meine ganze Kindheit hindurch. Dort gab es Brausebonbons in Gläsern und Lollies und andere Herrlichkeiten und mein Opa hat mir immer ein paar Pfennig mehr mitgegeben. Auf dem Rückweg habe ich mir viiiiil Zeit gelassen,  mit Brauseherzen oder Wassereis. So schmeckt Kind sein.

Den Laden und den Herrn hinter der Registrierkasse könnte ich direkt zeichnen. Ich weiß genau, wie es darin gerochen hat. Denken unsere Kinder später so über den Discounter hier im Ort?

Ohne Läden oder Cafés sind Städte und kleine Orte tot und leer. Ich habe nichts gegen den Internet-Handel…wir werden den Lauf der Zeit nicht aufhalten und die Uhren nicht zurückdrehen. Aber wir können daraus eine gute Sache machen. Ich glaube fest daran, daß kleine Läden auch im 21. Jahrhundert eine Daseins-Berechtigung haben. Und wenn wir alle mal hier und mal da kaufen, ist für jeden genug da. So einfach ist es vielleicht. 

Ich habe in einem kleinen Ort, in einem leerstehenden Haus einen Laden eröffnet. Die Räume hatten jahrelang leergestanden. Davor hat eine ältere Dame darin gewohnt. Aber das Haus hat vermutlich 300 Jahre an diesem Platz gestanden. Und vor ungefähr 50 Jahren war eine Gaststätte darin… geführt von 3 Schwestern, wenn die Erzählungen stimmen. Neulich kam ein 92Jähriger mit seinem Stock die kleine Treppe zu meinem Laden, und jede Stufe machte ihm Mühe. Er wollte sehen, was in dem Haus jetzt ist, wo er als junger Kerl mit seinen Freunden gefeiert hat und mit den Ladies hinter der Theke geflirtet… Ihr hättet ihn sehen sollen… Er stand in meinem Laden und war doch 60 Jahre weit weg. Das war ihm so präsent, und die Erinnerung war ihm teuer. Ich denke oft, unser Leben besteht nicht aus den Mega-Momenten, den ganz großen Highlights… es besteht doch zum größten Teil aus unserem Alltag. Und wenn es in unserem Alltag eine Kneipe gibt, mit netten Gästen und netten Menschen hinter der Theke… dann ist das sich schon mal etwas. Dann erinnern wir uns auch ein halbes Jahrhundert danach noch genau daran. 

Ganz zauberhaft fand ich auch den Herrn, der in den Laden gestiefelt kam und meinte: „ Ei, Meed´sche, des is schee, was Du da machst! Jetzt habbe mir an dem Platz keine leere Fenster mehr. „

So ein Laden ist ein Fixpunkt in einer Dorfgemeinschaft und in unseren Köpfen. Etwas, an das man gerne denkt.

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Die Dinge, die ich herstelle, sind künftige Erinnerungsstücke… Schultüten oder Babydecken sind auf unzähligen Fotos und wir kennen sie gut. Sie gehören zur Familiengeschichte. In meinem Laden gibt es kein Wegwerf-Plastik-Geschenke, sondern Dinge, die mit Herz und Liebe hergestellt werden. 

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Das liebe ich an Quilts. Das sind Dinge, die Generationen überdauern werden. Etwas, das von uns bleibt. 

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Einer Freundin von mir geht es gerade nicht so gut. Ich habe Ihr ein kuscheliges Kuschelkissen aus unserem Superkuschelplüsch genäht. Sie hat sich wirklich gefreut. Das ist irgendwie ein ganz anderes Geschenk, als ein Gekauftes. 

Es ist so schön, daß Ihr zu mir in den Laden kommt und meine Idee teilt. Der Online-Shop ist eine tolle Erweiterung und verbindet mich mit Menschen von überall her. 

Manchmal sagt Jemand zu mir: ach, da haben Sie sich einen Traum verwirklicht. Meine Freundin Michaela, die ein Café und einen Laden führt, bekommt das auch öfter zu hören. Irgendwie klingt das so niedlich und nach ein bißchen Spielerei… das ist es mitnichten. Ich habe BWL studiert und führe meine Unternehmung nicht als Hobby oder Späßchen, ich verdiene meinen Lebens-Unterhalt mit etwas, das ich gut kann. Das sollte beim Lehrer oder Architekten genauso sein, nur sagt man da nie, daß da ein Traum verwirklicht wird. Dieser Laden bedeutet viel Freude, aber es steckt auch eine ganze Menge Know-How und Arbeit dahinter. Es ist aber genau das, was ich machen möchte. Wie schön, daß Ihr mich auf dem Weg begleitet.

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Seit fast 4 Jahren arbeite ich selbstständig. Und ich habe 3 Kinder. Mein Terminplan ist manchmal wirklich ganz schön voll. Und das Gefühl, dass immer etwas unerledigt ist, kennt wohl Jede von uns….das ist ein sehr persönlicher Blogbeitrag, und vielleicht sind meine Erfahrungen überhaupt nicht mit Deinen zu vergleichen… vielleicht erlebst Du das Mama-Sein ganz anders. Ich erzähle hier einfach nur, wie ich es manchmal empfinde. Wenn Du Lust hast, nimm Dir einen Kaffee und setze Dich zu mir. 

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Ich glaube auch, daß ich mit meinen Gedanken nicht ganz alleine bin. Wie oft stehen Mütter bei mir im Laden und sagen: " Ich würde so gerne einen Näh-Kurs machen, aber ich habe keine Zeit..."

An meiner Ladentheke hängt ein Schild, das sagt: "Das Leben ist zu kurz für irgendwann." Wenn Du wirklich Lust hast, dann mach es. Egal ob das ein Nähkurs oder ein ganz anderes Projekt ist. Tu das, was Dir am Herzen liegt. Ganz egal was es ist. Auch mit dem ganzen Familien-Alltag und dem ganzen Drumherum. Schreib` das Buch. Beginne die Ausbildung. Was auch immer es ist, such einen Weg.

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In Wahrheit sieht es doch so aus...je nach Alter Deiner Kinder besteht der Tag aus Wickeln, Stillen/Füttern und dann flott zum Elternabend im Kindergarten mit Arbeitseinsatzplanung beim Sommerfest, Elternabend in der Schule mit einem entzückenden Zettel für die Projektwoche mit der Bitte, einen Tontopf mit ca. (!) 26 cm Durchmesser, einen leeren Eierkarton und dazu bitte noch Pfeifenputzer in Türkis  zu besorgen. Ach ja, und die Kinder benötigen bis morgen  Schnellhefter in drölfzigmillionen Farben, einen Textmarker in grün und hier ist die Packliste für die Klassenfahrt… dann denken wir Mütter noch an Impftermine, Kiefer-Orthopädie, Nachhilfe, Musikstunde, Ballett, Kinderturnen, Hausaufgaben…. Ach ja, und bis nächste Woche sollen die Kinder eine Buchvorstellung fertig haben uuuuund denken Sie daran, die Kinder schreiben einen Mathe-Test. Und jetzt geht noch die Liste fürs Kuchenbuffet herum, tragen Sie sich doch bitte ein. Na klar. Eine Einladung zum Kindergeburtstag und noch schnell ein Geschenk organisieren… war noch was? 

Ich habe mit dem Laden ganz klein begonnen und in meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht damit gerechnet, dass sich dieses kleine Geschäft so entwickelt. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meine unglaublich lieben KundInnen, die so viele FreundInnen zu mir schicken, so viele Kurse besuchen, einkaufen und bestellen und Marmelade, Schokolade und Blümchen vorbeibringen…oder auch mal schnell mit anpacken, wenn es gilt, ein Regal zu schieben… Ihr seid so toll. Ich liebe den Laden und alles was dazugehört. Jetzt sind meine Kinder größer (18, 16 und 12) und ich habe mehr Freiräume als noch vor 4 Jahren. Aber ich erinnere mich gut an die Zeit, als die Süßen in Kindergarten und Grundschule waren… 

Es gibt ein wunderbares Buch von Anne Morrow Lindbergh „Muscheln in meiner Hand“. Die erste Ausgabe ist von 1955. Anne hatte 5 Kinder und auch sie hat schon das Thema beschrieben, daß sie sich „zersplittert“ fühlt. Hin- und hergerissen zwischen den Aufgaben als Mutter und dem Wunsch, mehr Zeit und Raum fürs Schreiben zu haben. Es scheint also nicht nur ein Thema unserer Zeit zu sein, daß wir Mütter ganz schön viel um die Ohren haben.  Wir haben so viele Möglichkeiten, aber wir haben nicht unendlich viel Zeit. Ich habe im Kopf so viele Pläne und Ideen..und dann muß aber erst noch der Hund zum Impfen, die neue Spülmaschine wird geliefert undundund…

Eine schöne Arbeit ist ein Geschenk,  Was wäre denn, wenn ich im Ladeli nichts zu tun hätte? Und Zuhause wäre es ganz still? Ich bin zutiefst dankbar für meine Kinder und die Familie…aber alle Mütter wissen auch, wieviel Arbeit wirklich hinter dem Ganzen steckt. Und manchmal fällt es uns wirklich schwer, in all dem Trubel wahrzunehmen, was wirklich wichtig ist. Wir gehen so auf in der Sorge um das Drumherum, daß wir uns selbst ganz vergessen. 

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Jetzt sind meine Kinder schon etwas größer, und die Aufgaben haben sich verändert. Junge Erwachsene haben für uns andere Themen und Fragen. Es ist deswegen aber immer noch so, daß  sie uns brauchen… mal mehr, mal weniger. Aber sie brauchen uns. Das ist für mich  auch wunderbar so und völlig in Ordnung. Aber was brauchen wir Mütter?

Die Frage stellen wir uns oft gar nicht, weil wir so darin aufgehen, für Andere da zu sein. Vielleicht ist bei meinen Ideen etwas für Dich dabei.

1.) Keep it simple

Wir wohnen seit fast 20 Jahren in einem kleinen Reihenhäuschen. Wir hatten die ganzen Jahre über geplant, noch einmal „richtig“ zu bauen. Irgendwie gab es aber nie den richtigen Bauplatz oder das richtige Haus.. und inzwischen haben wir hier so Wurzeln geschlagen… es bleibt bei diesem kleinen Häuschen. Jahrelang haben wir nicht richtig renoviert, weil wir ja noch bauen wollten. Jetzt sind die Kinder größer und einige Dinge brauchen wir nicht mehr. Ich habe in den letzten Tagen aufgeräumt und weggeworfen,  mit meiner Jüngsten das Zimmer ausgemistet und neu gestaltet… das war so ein schönes Gefühl, gestern, als alles fertig war. 

Jetzt bin ich dran. Ich habe ein Miniminimini-Arbeitszimmer von 4 qm. Eigentlich  nur eine Ecke. Aber auf dem zauberhaften Instagram-Account von @dreieckchen habe ich eine wunderschön aufgeräumte Vorratskammer gesehen. Und keinen halben Tag später habe ich ein blaugelbes Möbelhaus besucht und mir entsprechendes Ordnungsgedöns gekauft. Morgen ist ein Feiertag und dieser Raum wird jetzt so organisiert, daß ich künftig gerne darin arbeite. Im Moment ist das eher so ein blödes Gefühl, wenn ich daran vorbeilaufe… da denke ich immer, Mist, ich müßte unbedingt….Dieses miese Gefühl mag ich nicht mehr. Und ich will jeden Raum in meinem Haus wirklich gerne haben. Ich möchte es mir so einfach wie möglich machen.

Grundsätzlich kaufe ich mir sehr wenig Dinge… ich will nicht so viel Müll produziert und kaufe mir sehr wenig, aber dafür wirklich langlebige Stücke… Klassiker, die nicht aus der Mode kommen… sowohl bei Kleidung, als auch bei Möbeln und Dekorationen. So ist auch mein Laden ausgerichtet… Hübsche Dinge, die auch noch in Jahren schön sind. Vielleicht ist das auch die beste Idee zum Muttertag… etwas Hübsches, Selbstgemachtes oder du verschenkst einen schönen Abend… da fällt mir spontan ein Näh-Abend im Nähzimmer ein … zwinkerzwinker. 

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Weniger ist einfach mehr, und „Keep it simple“ ist ein gutes Motto. Mach´ es Dir so einfach und schön, wie nur irgend möglich. 

2.) Sei nett zu Dir. 

Das ist so wichtig,. Du tust Dein Bestes, da ist es die oberste Priorität, daß Du auch einmal für Dich sorgst. Nicht nur am Muttertag. Es gibt ein schönes Sprichwort: „ aus einem leeren Krug kann man nichts einschenken“. Das stimmt. Du hast Deinen Lieben nur etwas zu geben, wenn Du selbst Energie und Freude hast. Ich merke, daß ich in hektischen Phasen zu wenig auf meine Ernährung achte und meine Jogging-Einheiten schleifen lasse. Ich fühle mich so viel besser, wenn ich auf beides achte. 

Wir feiern heute den Kindergeburtstag unserer Jüngsten. Ich hatte vorher kurz den Impuls, vorher das Erdgeschoss nochmal feucht durchzuwischen. Aber nur kurz. Ich wische, wenn die Ladies wieder weg sind. Gut genug reicht völlig.  

3.) Wenn es wirklich stressig wird, dann suche Dir (bezahlte) Hilfe.

Ich merke, ich delegiere inzwischen so Einiges. Das gibt mir mehr Freiraum im Kopf für meine Aufgaben. Vielleicht kann Dir ein/e Freund/in, Deine Partner/in, Eltern, Schwiegereltern…. eine Hilfe sein? Manchmal muß man sich nur trauen, zu fragen. 

4.) Glaub nicht alles, was Du von Anderen siehst oder hörst 

Instagram ist ein gutes Beispiel dafür. Wir sehen einen Ausschnitt aus dem Leben einer Person und denken, bei Anderen ist alles immer traumhaft und ein leichtes Tanzen über die Blumenwiese. 

Du siehst nur ein Bild. Du weißt überhaupt nicht, wie das Leben dieser Person sonst aussieht. Ich bin inzwischen sehr vorsichtig geworden, wenn ich merke, ich beurteile das Leben eines Anderen. Du kannst das perfekte Instagram-Bild sehen, und im Hintergrund, auf der Seite, wo der Fotograf steht, da türmt sich das Chaos.  

Wir hatten ein Ehepaar hier im Ort, das war Familie „bei-uns -ist-alles-super“. Eines Tages kam deren Tochter zu meiner Tochter zu Besuch… das Mädel stand an der Tür und weinte… so ein Weinen mit Schluchzen und Schnappatmung… die Maus wollte zu meiner Tochter. Als die beiden Stunden später die Treppe herunterkamen und das Mäuschen gegangen war, drehte sich meine - damals 16-jährige - Tochter zu mir und meinte: „ Mama, wenn Du oder Papa jemals fremdgeht, nehmt Euch verdammt noch mal ein Hotel.“

Da ist mit einem Satz die ganze Geschichte erzählt, gell? Ist Dein Kopfkino an?

Also, glaub` nicht alles, was Du denkst. 

NZmH(190318)(lilla-f.de)(84)

5.) Mach Dein Ding und schau nicht soviel nach links und rechts. Gib` nicht auf. Und hör nur auf die, deren Meinung für Dich zählt. 

Als ich mich mit 42 Jahren selbstständig gemacht habe, war das sehr interessant… Einige im Ort fanden die Idee toll und freuten sich auf den Laden… fragten nach mehr Flyern und boten an, sie bspw. Ihren Kolleginnen zu verteilen. Und dann gab es da die richtigen, echten Freunde, die zwei Tage vor der Eröffnung mit einem Werkzeugköfferchen anrückten und Regale zusammenschraubten.

Es gab aber auch einen Kreis an Menschen, die wußten, daß das sowieso nichts wird. Dass das alles nur Mist ist. Dass das gar nichts werden kann! Die wirklich zu mir gesagt haben: „Was willst Du denn damit?“ Oder, auch schön:" Du musst doch gar nicht arbeiten gehen, Dein Mann verdient doch gut ..."

Diejenigen, die Deine Pläne und Ideen schlecht machen…sind nicht in Deinem Team. Kritisieren ist leicht. Selbst etwas auf die Beine zu stellen ist viel, viel schwieriger. Einen Fehler bei Anderen zu finden, in den Krümeln suchen, das kann jeder. Das ist leicht. Aber wer etwas auf den Weg bringt, der macht auch einmal Fehler… nur der, der nichts ausprobiert, macht nichts falsch. Wenn Du Dich zeigst, Deine Ideen und Vorstellungen nach außen trägst und offen und ehrlich bist, dann wird es meistens Jemanden geben, der daran etwas zu mäkeln findet.

Also, mach` Dein Ding, wie auch immer das für Dich aussieht. Laß die Meckerer auf Ihren billigen Plätzen meckern und hör´ nur auf die Wenigen, Wichtigen. Die, die in Deinem Team sind. 

NZmH(190318)(lilla-f.de)(90)

Und wenn Dir etwas wichtig ist, gib` nicht auf. Steh` dazu und zieh` es durch. 

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Muttertag mit Deinen Lieben. Ich bin in Deinem Team, Du machst das großartig. 

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Dieser Beitrag enthält Werbung und Markennennungen...unbezahlt und unbeauftragt.

Gerade wenn man mit einem Hobby niegelnagelneu startet, gibt es eine Menge Fragen… ich versuche mal, ein bißchen Licht in die Sache zu bringen…. Diese Anleitung hier ist definitiv für absolute Anfänger!! Selbstverständlich gibt es unzählige Näh-Helferlein und ausgefeiltes Zubehör. Ich rede hier von der absoluten Grundausstattung für einen wirklichen Näh-Anfänger.

Seit September 2015 gebe ich wöchentlich und teilweise täglich mehrere Näh-Kurse… will sagen, ich habe in den letzten Jahren eine ganze Menge gesehen.

Wenn Du mit dem Nähen beginnen willst, ist die erste Entscheidung, die Du treffen mußt, der Kauf einer Nähmaschine.

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Jetzt denken Viele… und ich kann das gut verstehen und ich möchte das auch gar nicht werten (!) „ Da nehme ich jetzt mal hier für 129,- so ein Schätzchen vom Discounter mit, da steht ja auch ein Markenname drauf, den habe ich schon mal gehört/die Oma hatte auch so eine, die war teuer/die Bewertungen im www sind super, dann nehme ich die mal mit. Für den Preis kann ja nix schiefgehen.“

Doch. Kann schiefgehen.

Es macht mich so, so traurig, daß Viele diese vermeintlichen Schnäppchen kaufen, dann funktionieren die Dinger nicht richtig und landen in der Ecke….ein teurer Staubfänger.

Dazu kommt der Frust: „ Ich hab ja gewußt, ich kann das eh nicht…“ „ Schon meine Handarbeitslehrerin in der Grundschule hat gemeint, das wird bei mir nie etwas…“

Und dann: „ …zum Glück habe ich keine teure Nähmaschine gekauft.“

Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Hättest Du Dir nämlich eine vernünftige Nähmaschine gekauft, hättest Du vielleicht viel bessere Ergebnisse gehabt und hättest aller Wahrscheinlichkeit nach Spaß am Nähen gefunden.

Es gibt wirklich ein paar dieser Low-Budget-Maschinen, die halbwegs funktionieren. Aber ich habe die letzten Jahre so viele Teilnehmerinnen gesehen, die, wenn sie einmal auf einer vernünftigen Nähmaschine in meinem Atelier genäht haben, definitiv keine Lust mehr auf ihre Discounter-Modelle hatten. 

Billig gekauft ist meistens Zweimal gekauft. Hat meine Oma im-mer gesagt.

Und eine Bitte: Kauft die Maschine in einem guten Fachgeschäft. Wenn es dann ein Problem gibt, habt Ihr einen Ansprechpartner. Das kann Gold wert sein, denn manchmal ist es nur eine Kleinigkeit, die Dich als Anfänger verzweifeln lässt, die im Fachgeschäft aber vielleicht ganz flott behoben werden kann. Meine Kunden schicke ich in die Nähwelt Flach zu Herrn Peter Helmis, dort werde ich immer tipptopp beraten. Wenn Ihr in der Nähe von Mainz wohnt und Herrn Helmis sagt, daß Ihr auf meinen Tipp hin kommt, erhaltet Ihr eine Einführung bei mir im Ladeli…

Ich kann aber auch gut verstehen, daß man, wenn man gerade mit einem Hobby startet, nicht gleich mega-viel Geld investieren möchte. Eine vernünftige Nähmaschine kostet ab 300,- € aufwärts…. Aber in dem Preisbereich gibt es schon wirklich ordentliche Schätzchen.  

Wenn Du erst einmal schauen willst, ob Dir das Nähen wirklich Spaß macht, sind Nähkurse, Leih-Nähmaschinen oder Näh-Cafés eine gute Lösung… bei uns kann man immer Freitagnachmittags bei Kaffee und Kuchen nähen und meine Maschinen leihen…. Manche KundInnen haben Zuhause gar keine Nähmaschine… sie nähen nur bei mir im Ladeli.

Nähkurse sind immer schön… nette Leute, tolle Inspiration… ich liebe das. Ich gebe nicht nur selbst Kurse, ich besuche auch sehr gerne welche. Mein Kursprogramm findest Du…hier entlang...

Ansonsten braucht man zum Nähen:

Gutes Garn.. auch da bieten Discounter und Kaffee-Röster regenbogenbunte Pakete mit vorgespulten Unterfadenspulen…. Bitte nicht kaufen. Sieht ganz schön aus, kostet meist weniger als 15,- € und man nimmt das mal eben schnell mit… so als Grundausstattung.

Das Problem bei diesen vorgespulten Unterfadenspulen ist, daß die Dinger nirgends wirklich passen. Im schlimmsten Fall machst Du damit mittelfristig Deine Nähmaschine kaputt. Wenn Du eine Nähmaschine im Fachgeschäft kaufst, kauf’ am Besten einen 10-er oder 25 er -Pack Spulen dazu… das ist eine Investition von unter 10,-€ für eine einfache Maschine.  Du brauchst zu Beginn auch nicht direkt alle Regenbogenfarben… Deine Sammlung kann ja wachsen. Ich nähe fast alles mit grauem Garn…von einer ordentlichen Marke wie Gütermann, Mettler oder Aurifil bspw.

Wenn Du von irgendjemand eine Sammelsurium an alten Garnen, Nadeln und sonstigem Schnick-Schnack angeboten bekommst  - oft mit jahrzehntealten Garnröllchen - …. Sag` einfach Danke, schau` alles durch, suche Dir die echten Schätze heraus und kippe den Rest beherzt in den Müll. Altes Garn reißt und fuselt. Man kann Garn definitiv zu lange lagern… 

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Eine gute Schere…. Kaufst du am Besten auch nicht online, sondern nimmst sie im Laden mal in die Hand, ob sie Dir liegt. Ich habe ein Modell im Sortiment, das ich selbst seit mehreren Jahren täglich nutze, und die immer noch wun-der-bar schneidet. Diese Schere verkaufe ich für 16,50 € und sie ist sowohl für Links- als auch für Rechtshänder geeignet. Wichtig: Stoffscheren markieren… an meinen Stoffscheren hängt hinten ein kleiner Stofffitzel dran… und dann informierst Du Deine Lieben, daß sich der Höllenschlund auftun wird, wenn Eine/r diese Schere benutzt um damit Raufasertapeten zu schneiden oder Ravioli-Dosen zu öffnen. Diese.Schere.ist.nur.für.Stoff.Punkt.

Vernünftige Stecknadeln. Mir war gar nicht klar, wie viele bescheidene Stecknadeln es gibt…aber ich lerne in unseren Kursen täglich dazu… das sind oft kurze, raue , dicke Dinger, mit denen man bestenfalls Löcher in den Stoff bekommt.. sonst aber auch nix. Wir haben im Ladeli richtig knuffige Nadeln, lang, spitz und richtig scharf… für 6,50 €. 

Einen Markierstift brauchst Du nicht wirklich. Es gibt diese Frixion-Stifte, die vorne Tintenroller haben und hinten einen Radiergummi für die Tinte… dieser Radiergummi erzeugt schlicht Wärme… das heißt, Du kannst alles markieren und wenn Du die Striche entfernen möchtest, dann bügelst Du einmal darüber und schwuppdiwupp sind die Striche weg.

Bügeleisen und Bügelbrett solltest Du im Haus haben, wenn Du nähen willst. Auf Pinterest gibt es tolle Anleitungen für Bügelbretter zum Selbermachen und von Prym gibt es knuddelige Näh-Bügeleisen, wenn Du so etwas gar nicht hast. Aber für den Anfang tut es die ganz normale 

Haushalts-Ausstattung. Aaaaaber man kann für häßliche Bügelbretter soooo schöne Bezüge nähen… ich sag’s nur.

Was Du nicht brauchst: gekaufte Näh-Kästchen, Plastik-Näh-Organizer etc…ich finde es immer viel schöner und persönlicher, wenn Du Stücke vom Flohmarkt, Familienerbstücke oder lustige Hacks vom Möbelschweden verwendest… auch hier ist Pinterest eine gute Inspiration…. Das sieht dann viel hübscher aus als diese vorgefertigten Nähkästchen und Plastik-Systeme. Im Grunde macht es ja auch einen Teil des ganzen Spaßes aus, sich mit der Zeit coolen Näh-Schnick-Schnack zusammen zu suchen… Garnrollen sehen in Marmeladengläsern toll aus und viele Organizer kannst Du wunderbar selbst nähen… das hat viel mehr Persönlichkeit und Geschichte!!

Noch eine Bitte: kauf´ keinen billigen Stoff… spätestens nach ein paar Runden in der Waschmaschine ärgerst Du Dich.

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Und eine Bitte in eigener Sache:

Support your local Dealer. Denn wenn es den nicht mehr gibt, kannst Du keine Stoffe mehr vor Ort anschauen und wirklich in die Hand nehmen. Darüber habe ich hier klicken  geschrieben. 

Eine schöne Sache beim Nähen im 21. Jahrhundert ist die Möglichkeit, sich zu vernetzen… Wie Du Deine Nähbuddies findest, habe ich hier klicken beschrieben. Zu allen Zeiten haben Menschen zusammen gesessen und genäht. Private Treffen oder Näh-Kurse sind so eine schöne Gelegenheit, Neues zu lernen und sich auszutauschen.

So. Jetzt kann es losgehen… immer daran denken: weniger ist Mehr. Und wenn Du etwas kaufst, dann etwas Gescheites. Hat schon die Oma Lina gesagt, und die wußte echt Bescheid.

Ich wünsche Dir wunderbare Näh-Abenteuer!!! Nähen ist ein tolles Hobby. Viel Spaß und jeden Tag eine gute Naht!!!

Alles Liebe, Dunja

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Das habe ich immer an Silvester und an meinem Geburtstag… ich schaue mir in Ruhe an, was ich da gerade so mache und sortiere, ob das alles noch so Sinn macht.

Dafür braucht es diese Festtage, die den Alltag durchbrechen. Ich liebeliebeliebe diese Zeit zwischen den Jahren.. da dreht sich die Welt ein bisserl langsamer und es gibt Raum zum Denken.

Es geht auch nicht darum, das Jahr zu bewerten. Das steht mir nicht zu. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen und versuche das Beste daraus zu machen. Es geht mir darum, zu sehen, wo stehe ich, wo will ich hin und wie komme ich da hin, wo ich hin will?

Dankbar bin ich für meine Kinder und meinen Mann… alle gesund. Das ist schon eine ganze Menge…mein Herz und ein kleines Gebet geht zu allen, die mit Krankheiten und Kummer umgehen müssen. Hände hoch… wer war bei den Vorsorge-Untersuchungen dieses Jahr? Impfen fällig? Nicht erledigt??? Dann aber hopp!

Dankbar bin ich auch für so viele liebe KundInnen, Kurs-TeilnehmerInnen, die vielen Weiter-Empfehlungen, die Herzchen und Likes, Eure lieben Kommentare…

Ganz oft bin ich so gerührt, daß Ihr meine Texte wirklich lest und oft höre ich, daß Ihr sie auch Anderen vorlest…wie süß ist das denn bitte??

Normalerweise ist Julia von finefabric diejenige, die hier Lese-Stoff anbietet, heute mache ich das mal… und ich möchte Euch einige sehr inspirierende Bloggerinnen vorstellen, die mich im nächsten Jahr begleiten werden. 

Zu allererst möchte ich Euch Jeannette Mokosch vorstellen.. hier klicken.... Schaut doch mal bei Ihr vorbei, sie macht wunderschöne Kalligraphie!!! Ich habe mir das StarterSet und Ihr Buch bestellt (WerbungohneAuftrag) und übe mich darin. Besonders beeindruckt hat mich die Spiritualität dieser jungen Frau… das bringt mich zu meinem ersten großen Projekt. Jeannette hat in Ihrem letzten Blog-Beitrag einen Bibel-Lese-Plan für ein Jahr veröffentlicht. Ich lese so viel, aber dieses Buch habe ich noch nicht gelesen. 2018 hat einige Fragen aufgeworfen, für die ich keine Antworten habe. Vielleicht steht dazu etwas im Buch der Bücher, ich mache mich mal auf die Suche. Ich werde es nicht immer schaffen, den Plan einzuhalten…aber ich werde es ernsthaft versuchen.

Ein guter Plan: Die Bibel lesen

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Ich bin jetzt Mitte 40 und erlebe bei einigen meiner Bekannten, daß sie sich innerlich zur Ruhe setzen. Nichts Neues beginnen. Vom Alt-Werden sprechen. Sicher macht man sich in der Lebensmitte Gedanken dazu, wie man auch die kommenden Jahre gestaltet…aber ich glaube, daß lebenslanges Lernen und sich Weiter-Entwickeln die Basis dafür sind, geistig und körperlich gesund alt zu werden. Klar, auf manche Tiefschläge haben wir ü-ber-haupt keinen Einfluß. Aber stetiges Lernen ist für mich eine riesige Inspiration und Freude. Ich habe mich für 2019 bereits zu etlichen Kursen angemeldet in ganz Deutschland… und ich freue mich sehr darauf!!! Es sind ja nicht nur die neuen Fähigkeiten... es sind auch die Menschen , die man in Kursen trifft... ich freue mich so darauf!!! Und ich habe mir einen echten Näh-plan für 2019 gemacht….seid gespannt!

Ein weiterer guter Plan:  Nähen und Lernen

Dazu gehört auch die Teilnahme am Quilt-Along 6 Köpfe 12 Blöcke. Es hat 2017 viel Freude gemacht, die Blöcke zu nähen… 2019 bin ich wieder am Start.

Nächstes Projekt: Fotografien/Porträts

Es gibt sehr wenige Bilder von mir, weil ich gerne aus dem Bild husche, wenn Jemand eine Kamera zückt… das ist ein bisschen schade. Aber manche Dinge brauchen einfach Zeit… über Jeannette habe ich Kitty  kennengelernt. Ich werde im März nach München fahren und mit Ihr Fotos machen. Darauf freue ich mich sehr.

Bewegung ist wirklich wichtig. Über weite Teile habe ich es 2018 geschafft, Zweimal die Woche einen 5-km-Lauf zu machen und eine Stunde Yoga…am Jahresende wurde es so strubbelig, da habe ich es nicht mehr hingekriegt…

Plan: die gute Sport-Routine wieder einführen!!

Unser Haus ist in die Jahre gekommen und die Kinder sind größer geworden. Zeit für eine umfassende Renovierung. Dieser Vorsatz ist gut abgelagert, den habe ich schon seit Jahren. Es stand für mich immer noch ein Neu-Bau oder Umzug im Raum…ich konnte mich nicht dazu durchringen, in dieses Mini-Reihen-Häusle Geld zu investieren, wenn wir ja denn eh noch einmal bauen. Der Gedanke hat sich aber nun erledigt. Aus einem ganz einfachen Grund. Ich wohne seit 20 Jahren in der gleichen Straße. Wir alle haben hier unsere Kinder gemeinsam großgezogen und uns verbinden unendlich viele Geschichten mit unseren Nachbarn. Ich möchte hier nicht weg. Ich möchte weiter mit allen Kaffee-trinken, feiern und babbeln. Also werde ich versuchen, aus diesem Haus etwas zu machen…

„Do what you can, with what you have“.

Tolle Tipps finde ich in diesen Büchern…

Und mit Heike von relleomein  werde ich im neuen Jahr bei Ihrer Aufräum-Challenge dabei sein. Die Bücher oben waren zum Teil Tipps von Sabine Ordnungsliebe, schaut unbedingt mal bei beiden vorbei, immer eine Inspiration!!! Bei Selmin von Tweedandgreet  gibt es tolle Ideen um eure Stoffreste 2019 zu verarbeiten... klingt spannend, das schaue ich mir auch an!!

Das Buch von Joanna Gaines hatte ich schon ewig vorbestellt, das ist momentan mein allerliebstes Bilderbuch... Ihr könnt auf @magnolia mal schauen, ich liebe Ihren Stil und Ihre Sendungen. Diese Frau ist wirklich eine Inspiration für mich!!

Plan: Aufräumen und Renovieren

So. Da wird es mir vermutlich nicht langweilig in 2019. 

Danke dass Ihr dabei seid!!! Ihr seid die besten Kunden, Follower und Nähzimmer-Unterstützer, die man sich wünschen kann!! Ein wundervolles 2019 wünsche ich Euch und Euren Lieben!!! Und allen anderen Menschen auch.

Alles Liebe, Dunja

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Dieses Jahr war so ganz anders… durch den ewigen Sommer, den sehr warmen Herbst und den späten Beginn des Winterwetters war es gar nicht so einfach, das Weihnachtsgefühl zu finden…und irgendwie hat sich bei mir auch etwas verändert…

Ich war vorgestern unterwegs zu einem Zahnarzt-Termin, danach wollte ich in die Stadt gehen. Ein bißchen schlendern, ein bißchen schauen und ein bißchen einkaufen…so weit der Plan.

Aber schon bei der Einfahrt ins Parkhaus hatte ich keine Lust mehr. Eng. Voll. Laut. Gestresste, abgehetzte Menschen…ich brachte meinen Zahnarzt-Termin hinter mich (Zahnreinigung, Prophylaxe, Check!!!!) und dann wollte ich nur noch nach Hause. Wer mich länger kennt, verkneift sich jetzt das Lachen. Hey, normalerweise bin ich die Shopping-Königin… das Trüffelschwein im Geschenkefinden. Das ist meine Parade-Disziplin!!! Stundenlang kann ich das…. Und jetzt mag ich es irgendwie nicht mehr.

Was ist passiert? Etwas hat sich verändert. Seit drei Jahren habe ich mein Geschäft und gewöhne mich mehr und mehr daran, viele Dinge selbst zu machen. Und je mehr ich das tue, desto vertrauter wird mir der Gedanke, etwas nicht zu kaufen, sondern selbst herzustellen. 

Es ist so viel gemütlicher, im Ladeli oder im Näh-Eckchen zuhause zu sitzen und aus meinen Stoffen und Ideen ein Geschenk zu machen. 

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In den letzten Wochen hatten wir so viele schöne Weihnachts-Näh-Abende, und Menschen, die sich zum Teil vorher gar nicht kannten, haben gemütlich zusammen gesessen und gemeinsam vor sich hin geschnippelt, genäht, über Ideen diskutiert, Stoffkombinationen ausprobiert und hübsche Sächelchen gezaubert. 

Gerade jetzt höre ich so oft den Satz, wenn die Leute an der Kasse im Ladeli das Kurs-Programm in die Hand nehmen“ Ich würde ja so gerne, aber ich habe so wenig Zeit“.  Zeit ist etwas zutiefst Demokratisches. Wir alle bekommen jeden Tag 24 Stunden davon geschenkt. Und wie wir mit unserer Zeit umgehen, liegt in unserer Hand. Auch in der Vor-Weihnachtszeit. Und für etwas Schönes, ein bißchen Leichtigkeit, ein bißchen Kreativität, ein bißchen Zusammen-Sein mit netten Menschen… dafür wäre es doch schön, zwei Stündchen zu finden. Diese Auszeit sieht für Jeden anders aus… für mich ist es momentan meine schnurrende Nähmaschine, meine schnurrende Katze, der schnarchende Hund und meine Familie oder im Laden liebe Kunden um mich herum… dann ist es gut. Wie auch immer das bei Dir aussieht. Ich weiß, es gibt Menschen, die pflegen Angehörige oder haben definitiv wirklich keine Zeit. Das will ich überhaupt nicht in Abrede stellen. Aber oft können wir das Mantra, das wir uns selbst vorsagen „keine Zeit“ auch mal hinterfragen und die Prioritäten neu setzen. 

Ich war heute in meinem Lieblings-Café in Nieder-Olm, im Café Blums. Dort habe ich eine Karte von Wunderwort gekauft, mit dem Spruch: „ Das Leben ist zu kurz für irgendwann.“ So isses. 

 

Mir tut es im Moment gut, nicht durch die Einkaufszentren zu rennen. Und das habe ich dieses Jahr zum ersten Mal getan, seit ich Kinder habe… ich habe mich gefragt, was ich an Weihnachten möchte - und ich rede nicht von teuren Geschenken - sondern von meinem Gehetzt-Sein vor und während der Feiertage. 

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Die letzten Jahre habe ich mich immer bemüht, für alle Anderen ein schönes Fest zu gestalten. Klar, wenn die Kinder klein sind, ist das Ganze auch noch etwas anders….aber auch da habe ich viel zu wenig geschaut, was ich an Weihnachten gerne hätte. Einfach auch mal meine Musik angemacht statt „ Weihnachtsbäckerei“ rauf und runter…. Es gibt wirklich lustige Weihnachtslieder, und alles hat seine Zeit…ich habe das dieses Jahr mit meiner Kleinen beim Backen auch gesungen….aber es gab in diesem Jahr auch eine Zeit, wo ich meine Lieder gespielt habe… und das meine ich - daß man sich selbst nicht vergißt.

Dieses Nach-Innen-Horchen… kann ja bei Dir auch dazu führen, daß Du bspw. Deinen Wäscheberg einfach Wäscheberg sein läßt und jetzt los ins Einkaufszentrum fährst. Weil Du genau darauf Lust hast. Weil Du nicht wie ich momentan den Stress siehst, sondern das Bunte, Lebendige, die Lichter, den Glitzer…. Dann mach´ das. Und ich verspreche Dir, der Wäscheberg wird warten. 

Ich merke, daß Weihnachten in diesem Jahr sich anders anfühlt. Klar bin ich eine Mom, die sich um ein schönes Weihnachtsfest für die Familie kümmert. Aber ich lasse auch mal fünf gerade sein an manchen Stellen…verschiebe etwas ins nächste Jahr, was jetzt vielleicht nicht unbedingt sein muß, anstatt wie sonst alles un-be-dingt noch vor Weihnachten erledigen zu müssen. 

Und ich werde es in diesem Jahr nicht Jedem recht machen. Tja nun. Nicht böse gemeint, aber ich habe an ein paar Stellschrauben gedreht, so daß es für mich besser passt. Sonst habe ich immer nur danach geschaut, daß es für alle anderen stimmt. Natürlich bedeutet ein Familienfest den ein oder anderen Kompromiß, aber es heißt auch nicht, daß nur ich mich so zurechtbiege, daß es die Anderen fein haben. 

Nochmal kurz zusammengefasst

  • Höre einfach in Dich hinein, was Du gerade brauchst
  • Fünf gerade sein lassen
  • Die geheime Zutat heißt immer Liebe… darum geht es an Weihnachten
  • Das Leben ist zu kurz für „irgendwann“
  • Kompromisse ja, verbiegen nein.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine wunderschöne und liebevolle Weihnachtszeit. Und denk´ einfach auch mal ein bißchen an Dich. Denn wenn Du entspannt bist, kann das für Euer Fest nur gut sein. Und für Dich sowieso.

Alles Liebe, Dunja

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Seit drei Jahren gibt es mein Geschäft. Seit genau zwei Jahren an dem Standort in Zornheim. Ich liebe dieses Lädchen und bin dankbar für meine Kunden.  Das Nähzimmer ist aus einer kleinen Idee gewachsen, und es ist immer größer geworden, weil Ihr es unterstützt habt. Dafür möchte ich von ganzem Herzen Danke sagen. Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht und in meiner Familiengeschichte Inspiration gefunden. Das hier ist ein Text ohne Bilder, so richtiges Lesefutter. Wenn Ihr Lust habt, holt Euch einen Kaffee, Tee und Lebkuchen und ich erzähle Euch, was mir so durch den Kopf geht.

Meine Oma ist 1921 geboren. Als Kind erlebte sie die Weltwirtschaftskrise, als Jugendliche den Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Sie wuchs im tiefsten Schwaben auf und mußte mit 14 von der Schule abgehen, und „in Dienst“ gehen. Sie arbeitete wirklich als Dienstmädchen in einer wohlhabenderen Familie. Meine Oma war klug, zu einer anderen Zeit hätte sie sicher studiert.

Mein Großvater hatte viele Geschwister, auch seine Familie hatte nicht viel Geld. Er  ist 1918 geboren, auch eine schwierige Zeit. Er war 1939 genau im richtigen Alter für den Krieg. Am Ende kam er in Kriegsgefangenschaft. Als er heimkehrte, hatte er den Traum von einem eigenen Geschäft. Nach dem Krieg machte er seinen Meister, da hatten die beiden schon zwei kleine Kinder. Meine Oma erzählte immer, daß er tags gearbeitet und nachts gelernt hat. Um sich wachzuhalten, kaute er ganze Kaffeebohnen.

Die zwei arbeiteten viel und hart, zogen zwei Söhne groß und bauten sich etwas auf. 

So war das. 

Ich habe als Kind sehr viel Zeit bei meinen Großeltern verbracht. Oft haben Sie stolz von Ihrer Bäckerei erzählt. Die beiden standen auch gemeinsam in der Küche und backten für Geburtstage und Feiertage. Mein Opa zeigte mir oft die Bilder mit dem Tisch, den er für seine Meisterprüfung gestaltet hat. Sie waren stolz auf Ihre Rezepte und auf die Wertschätzung, die Ihnen im Ort entgegen gebracht wurde. 

Immer wieder treffe ich auf Menschen, die meine Großeltern gekannt haben… an den verschiedensten Orten. Erst neulich, fragte ich einen Passanten im tiefsten Franken nach dem Weg, wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, er kannte die Bäckerei der beiden. 

In dieser Bäckerei gab es handgemachtes Brot. Die Arbeitszeiten begannen nachts um zwei und der Tag endete spät nach Ladenschluss. Das war sicher kein einfaches Leben. Aber sie waren sehr stolz auf die Qualität Ihrer Produkte und Ihren Ruf. 

Das war das Wichtigste. Nicht Luxus, Fernreisen, dicke Autos, Technik-Spielereien oder teure Kleidung.

Die beiden kauften sich auch nicht andauernd neue Sachen…egal ob Kleidung, Möbel oder ein Fernseher… es wurde von guter Qualität gekauft, repariert, wenn es kaputt war und genutzt bis es auseinanderfiel.

Es gab einen Gemüsegarten hinter dem Haus, und dort bauten sie das Meiste für den Eigenbedarf an. Marmelade einkochen, Gemüse einwecken, Vorräte anlegen..

Laßt es mich so sagen: Alles, was heute total insta-ready, blogger-life-mäßig und mega-hip ist, das gab es alles schon. Unter alles, was die beiden taten, kann man #nachhaltig #upcycling oder #zerowaste setzen. 

Das Geschäft wurde in den 70ern geschlossen. Das ist inzwischen mehr als 40 Jahre her. Und noch heute erinnern sich Menschen an den Zwetschgenkuchen oder die Neujahrsbrezeln, die meine Großeltern gebacken haben. 

Kleine Geschäfte haben eine ganz andere Qualität als die großen Ketten. Da stehen Menschen mit Herzblut dahinter, denen Ihre Sache wichtig ist.

In Belgien, wo wir oft Urlaub machen, gibt es im Umkreis unseres Ferienhäuschens vier inhabergeführte Bäckereien mit eigener Backstube. Das schmeckt zum Niederknien…

Hier in Deutschland muß ich mich ins Auto setzen und ein ganzes Stück fahren, bis ich eine Bäckerei finde, die noch selber backt. 

Es gibt einen Spruch von Käthe Kruse:

„ Nur die Hand kann erzeugen, was durch die Hand wieder zum Herzen geht.“

So ist das. Die Produkte einer großen Bäckerei-Kette mit dem ganzen Chemiequatsch im Teig können nicht denselben Wert haben wie ein handgemachtes Brot mit guten, ehrlichen Zutaten. 

Die Idee hinter der Bäckerei-Kette ist nicht der Stolz auf das Produkt. Es geht um den Profit.

So ist es auch mit meinem kleinen Geschäft. Ich möchte den Wert einer Hand-Arbeit wieder sichtbar und bewußt machen. Menschen, die gerne lernen möchten, etwas mit den Händen zu gestalten, denen zeige ich, wie das geht. Und in meinem Atelier gibt es den Raum dazu, um sich zu treffen.

Meine Stoffe werden hauptsächlich in Deutschland und Europa hergestellt. Mein Hauptlieferant, die Firma Westfalenstoffe, ist bspw. ein traditionsreiches Familienunternehmen aus Münster.

Jedes Stück in meinem Laden ist mit Sorgfalt ausgesucht oder mit viel Liebe hergestellt.  Ich finde auch, daß Schönheit ein ganz wichtiger Aspekt in unserem Leben ist. Schöne Dinge sind nicht Beiwerk oder Schnick-Schnack, sie sind wichtig. 

Handgemachtes hat einen ganz eigenen Wert, da kommt der ganze Billig-Plastik-China-Mist nicht mit. Dieser Kram ist im Grunde schon bei der Herstellung der Müll von morgen. Einen handgemachten Quilt wird niemand wegwerfen. Das ist ein künftiges Erbstück. 

Bevor ich den Laden in dem kleinen Ort in Rheinhessen eröffnet habe, stand das Haus leer. Leere Fenster an einem wunderschönen Dorfplatz. Jetzt ist dort immer Licht, viele Menschen treffen sich und es gibt etwas Schönes zu sehen. Das macht einen Unterschied.

Kleine Läden machen einen Unterschied. Im Stadtbild und in den Köpfen der Menschen. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in den letzten Jahren in meinen Räumen eine Menge gelernt und eine gute Zeit verbracht… das ist doch viel wert, oder?

Kleine Läden können nur existieren, wenn Menschen dort einkaufen. Jeder Einkauf ist eine Entscheidung. So, wie wir unser Geld ausgeben, so werden unsere Innenstädte und Ortschaften aussehen.

Wenn ich in einer fremden Stadt bin, sind die Geschäfte, die es zu sehen gibt eine Sehens-Würdigkeit. In der tiefsten Bedeutung dieses Wortes. Sie sind es wert, daß man sie ansieht. 

Ich bin sehr dankbar, in den letzten drei Jahren so viele Menschen getroffen zu haben, die das auch so sehen. Die bei uns Kurse buchen, einkaufen, Ihre Freunde mitbringen und den Laden weiterempfehlen.

Das ist bei Weitem nicht selbstverständlich und deshalb möchte ich von ganzem Herzen 

Danke

sagen. 

Ihr seid ein entscheidender Teil des Nähzimmers, denn ohne Euch gäbe es diesen Laden nicht. Es ist eine Freude zu sehen, daß es Menschen wie Euch gibt, die weiter denken und ganz bewußt einkaufen. 

Danke.

Wenn ich einen Einsteigerkurs ins Quilten gebe, gibt es immer Teilnehmerinnen, die am Lautesten fluchen und schimpfen, mit den amerikanischen Maßeinheiten, dem Rollschneider und der Nähmaschine kämpfen…das sind dann meistens diejenigen, die für lange, lange Zeit nicht mehr vom Quilten loskommen werden.

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Ich habe mir die Frage nie gestellt, ob wir jetzt genügend Decken im Haus haben…aber es gibt doch einige Menschen, die genau das tun. Ich sehe manchmal die Ratlosigkeit in den Gesichtern meiner (Nicht-quiltenden) Freunde…Warum macht sie das, fragen sie sich. Grundsätzlich hat das moderne Quilten ja auch wenig praktischen Nutzen…wir zerschneiden teure Stoffe und setzen sie auf eine komplizierte Art und Weise wieder zusammen. Als bodenständige Schwäbin habe ich durchaus Verständnis für die Sinnfrage an dieser Stelle. Meine Eltern und Großeltern haben Bäckereien betrieben, bei der handwerklichen Herstellung eines Brotes stellt niemand eine Sinnfrage… und auch das Nähen von Kleidung hat einen Zweck. Vor allem in Zeiten wie diesen, wo industriell hergestellte Kleidung unter mehr als fragwürdigen Bedingungen produziert wird.

Für mich hat Quilten nichts damit zu tun, ob ich genügend Decken habe…einfach alles daran macht mich sehr, sehr zufrieden.

Die Frage nach dem „Warum?“ ist manchmal einfach nicht die Entscheidende…Warum singen wir? Warum malen wir ein Bild? Es wäre jede Menge weniger Freude und Licht in der Welt, wenn wir immer „Warum“ fragen würden. Wenn man Quilten als Kunst begreift - und nach meiner Meinung ist es genau das - ist es dann sinn-voller?

Vor Jahren wollte ich mich bei einem Künstlermarkt mit einem Stand anmelden. Die Organisatorin meinte dann, meine Arbeiten wären „nur“ Kunsthandwerk, keine Kunst. Ach so? Wo genau bitte, ist die Trennlinie? Und wenn man Kunst im Alltag benutzt, ist sie dann weniger wert? Was ist dann Design? Ist eine Decke weniger wert als ein Bild, das an die Wand gehängt wird?

In Amerika, Australien und anderen Ländern ist Quilten weitaus mehr in der Tradition verankert… ich hatte meinen allerersten Quiltmoment bei dem Film von Wynona Ryder…“Ein amerikanischer Quilt“. Hände hoch, wer diesen Film auch über alles liebt!! Ryder spielt eine junge Frau, die bald heiraten wird. Den Sommer davor verbringt sie in ihrem Heimatort. Die Frauen dort beginnen mit einem Hochzeitsquilt für sie. Jede gestaltet einen Teil des Quilts und die einzelnen Lebensgeschichten dieser Frauen werden erzählt…ein sehr berührender Film über Frauen im 20. Jahrhundert.

Ganz früher ging es wirklich darum, aus Stoffresten etwas zusammenzusetzen, das wärmt…entweder als Decke oder als Wandbehang vor zugigen Fenstern und Türen. Textilien waren einfach auch nicht so billig wie heute und wurden deshalb allein aus Notwendigkeit wieder verwendet. Aber das haben Frauen schon immer auch mit Liebe zum Details und mit einem Blick auf Farben und Formen gemacht…. Ein schönes Beispiel ist die Geschichte um Gee`s Bend, ein toller Bericht dazu ist auf artsy zu finden. https://www.artsy.net/article/artsy-editorial-alabama-women-made-quilts-modern-art (Danke Andrea Kollath für diese Inspiration!)

So konnten Frauen, sich auch ungestört treffen und austauschen. Für viele Frauen, die nicht im klassischen Sinn berufstätig waren, war das sicherlich auch eine Möglichkeit, Anerkennung außerhalb Ihres Hauses zu finden.

Das Gemeinschaftsgefühl beim Quilten erlebe ich sowohl in Kursen, die ich besuche, als auch in den Kursen im Nähzimmer. Und zum Glück leben wir in einer Zeit, in der wir uns weltweit vernetzen und austauschen können…Quilterinnen fühle ich mich immer direkt verbunden, wir sprechen einfach dieselbe Sprache.

Wenn man die Grundstrukturen der Quiltblöcke einmal verinnerlicht hat, finde ich die Herausforderung so spannend, ein Muster zu dechiffrieren…ich sehe ein Quilt-Foto, einen Quilt in einer Ausstellung, einem Geschäft, bei einer Freundin… und die erste Frage ist:“ wie wurde das gemacht?“ Das zu Entschlüsseln macht mir weit mehr Freude als ein SuDOKU oder eine Knobelaufgabe…(ehrlich gesagt, hasse ich das).
Es gibt immer etwas Neues zu sehen und zu entdecken, da so viele Menschen weltweit quilten, ist das ein einziges Feuerwerk an Ideen, das da zu sehen ist…Pinterest, Instagram, Facebook…. Unzählige Gruppen, Quilt-Alongs, Communities… ein grenzenloses Meer an Möglichkeiten.

Ich bin wirklich sehr stolz darauf, ein so altes und traditionelles Handwerk zu erlernen und mein Wissen weiterzugeben. Traditionen sind etwas Wunderbares, wenn sie nicht steif und verknöchert daherkommen.

Quilten hat sich gewandelt, auch wenn es manchmal mit dem Image behaftet ist, ein Hobby für das Rentenalter zu sein, wie die Bekannte einer Bekannten mal zu mir gemeint hat. Vielen Dank nochmal für den Hinweis, selbstverständlich quilte ich, weil mir mit meinen drei Kindern und einer klitzekleinen Selbständigkeit unendlich langweilig ist. Das ist wirklich unglaublicher Schwachsinn und zeigt, daß da Jemand so gar keine Ahnung hat.

So viele coole und moderne Ladies und Gents jeden Alters sind in diesem Business am Start, die die Klaviatur moderner Medien, Fotografie, Texten und Design brillant verstehen und umsetzen… es ist eine Freude, diesen KünstlerInnen zuzusehen, sei es in Büchern oder Blogs, in social media oder im echten Leben.

Moderne DesignerInnen gestalten heute unglaublich schöne Stoffe, in einer Auswahl, wie es sie noch nie gab. Inspirationen und Anleitungen sind nur einen Klick entfernt. Wir haben Zugang zu jeder Menge Information und können die GestalterInnen auch oft direkt kontaktieren, Kurse besuchen zu unterschiedlichsten Themen… das ging so easy-peasy vor 15 Jahren noch nicht.

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Dieser künstlerische Ausdruck, der Austausch, die unendlichen Variationen, die Anerkennung von außen, das Kennenlernen von Menschen mit derselben DNA… das ist der eine Teil.

Der andere Teil ist, dass das, was wir da gestalten… es bleibt. Länger als ein gekochtes Mittagesssen, ein gewaschenes Shirt und ein gewischter Flur. Unsere Quilts für Babys sind Erinnerungsstücke, die man nie vergißt… und ein Quilt kann Jemanden trösten, auch wenn wir gerade gar nicht da sind. Oftmals gestalte ich private Quilts mit Erinnerungsstoffen aus bestickten Taschentüchern, Tischdecken oder Bettwäschen meiner Großeltern. Wo würden diese Stoffe sonst landen? In einer Kiste mit Mottenkugeln? So halten sie die Urenkel warm und die Erinnerung lebendig. Das ist einfach so viel besser….

Und dann ist da ja noch der komplette kreative Prozess.. Stoffauswahl, Gestaltung, das Spielen mit Farben und Mustern…das Auseinandersetzen mit der Geschichte einzelner Blöcke und Quilts, das immer wieder neu Überlegen, wie man das Quilt-Top (die Vorderseite) gestaltet.

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Das Nähen an sich ist eine reine Freude…zu sehen, wie sich die Stücke zusammenfügen und eine Idee Gestalt annimmt. Das eigentliche Quilten, das Zusammensetzen der Vorder- und Rückseite mit dem Vlies dazwischen ist ein wirklich meditativer Prozeß…ich merke oft, wie die Gedanken dabei wandern und wandern….

Käthe Kruse wird das Zitat zugeschrieben, dass, wenn etwas von Herzen mit der Hand gemacht wird, es über die Hand wieder zum Herzen gehen wird. Deshalb werden wir von handgemachten Dingen weit mehr berührt, als von gekaufter Industrieware.

Was ist für Euch der Sinn und Zweck beim Quilten? Wie seid Ihr zum Quilten gekommen? Bin gespannt, das zu hören… Ach, und für alle, die noch nicht quilten…im Nähzimmer gibt es Kurse und bald auch offene Näh-Abende. Einfach rumkommen. Es macht viel Freude, versprochen!!

 

 

und er hat recht. Habt Ihr Zeit und Lust mich auf meiner kleinen Reise zu begleiten? Dann Käffchen oder Smoothie holen, Füße hoch und weiterlesen....

Vor einiger Zeit stieß ich im Internet auf dieses Bild und war sofort elektrisiert...kennt Ihr dieses Gefühl, wenn es  "Zazing" macht, weil irgendwo, ganz tief drinnen, etwas berührt ist? Oft weiß ich gar nicht warum ein Bild/ein Lied/ eine Geschichte mich so berührt.. in diesem Fall war es mir aber gleich klar.

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Meine Oma Lina war eine ganz wichtige Person für mich. Sie war eine sehr warmherzige Omi, die sehr bescheiden und sparsam gelebt hat...trotzdem bekam "die Kleine" also ich, immer das allerbeste. Jeden Freitag ein Dany+Sahne, und jedes Jahr das allererste Erdbeerchen. Das Salatherzchen war automatisch immer auf meinem Teller und zu jedem Frühstück gab es ein Ei. Für sie der Gipfel an Luxus. Ich habe immer ihre Wärme,  ihre Bodenständigkeit und ihre Agilität auch im hohen Alter bewundert. Sie hat mir viel über Ihre Kindheit, Jugend und die Kriegsjahre erzählt, und ich bin so dankbar, daß ich sie hatte. Sie hat immer selbst Gemüse gezogen, gestickt, genäht, gekocht, gebacken....eine wunderbare Omi.

Dieser Quilt von Pam Holland hat mich sofort an sie erinnert und mich deshalb so berührt. Als ich las, daß Pam nach Deutschland kommen würde und einen Kurs mit diesem Motiv halten würde, wußte ich sofort, zu diesem Workshop will ich fahren. So einen kleinen Quilt will ich auch machen. Ich habe momentan wirklich überhaupt keine Zeit dafür, so viele andere Dinge stehen auf der gaaaaanz langen To-Do -Liste, aber es war mir einfach wichtig. Pam Holland ist Australierin und nicht oft in Europa, also galt es die Chance zu nutzen. Ich meldete mich an und buchte ein Hotel in Krefeld.

Am Sonntag sollte der Kurs stattfinden, ich reiste extra Samstagabend bereits an, da eine Trunk-Show mit Pam Holland angekündigt war. Ich war noch nie bei so einer Veranstaltung, das wollte ich nicht verpassen. Im Quilt-Shop von Claudia Pfeil fanden die Workshops statt, leider blieb keine Zeit sich umzuschauen, die Show startete direkt. Und Pam kann Geschichten erzählen...

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Dieser kleine Quilt handelt davon, daß das Internet eigentlich so funktioniert, daß kleine Zauberfeen, die "Cyber-fairies" E-Mails vom Absender zum Empfänger bringen. Ich kann Pam nur beipflichten, das ist eine gute Erklärung, ich meine, wie geht es denn sonst? Das mit den 1en und 0en ist mir auch viel zu abstrakt, das hier verstehe ich!!

Als nächstes zeigte sie diesen Quilt von 3 Elefanten...

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Während einer Afrika-Reise hatte sie in einem Wildtierschutzgebiet übernachtet...und am nächsten Morgen waren diese drei Elefanten tot aufgefunden worden. Von Wilderern geschossen, die Ranger kamen zu spät. Pam hält mit Ihrem Quilt und ihren Erzählungen die Erinnerung an diese Seelen wach. Das alles erzählt sie mit Stoff, Garn und eindrucksvollen Worten. Schaut Euch diese Details an... Unglaublich, oder?

Sie zeigte noch viel mehr, aber ich war schon so geflashed, daß ich vergaß, Fotos zu machen....diese beiden haben mich auch am meisten angesprochen.

Pam restauriert auch historische Quilts für Museen und hat eine unglaubliche Arbeitsmoral. Sie hat mich an diesem Abend tief beeindruckt...

Am Sonntag durften wir dann selbst arbeiten, Claudia versorgte uns mit Kaffee, einem Mittagessen und noch mehr Kaffee.

Pam Kurs war ein Erlebnis und ich habe so viel mitgenommen und gelernt, dafür bin ich sehr dankbar. Überhaupt sind mir in der Welt der Patchworkerinnen und Quilterinnen in den letzten Jahren so wunderbare Frauen begegnet, die Ihr Wissen gerne weitergeben, inspirieren und ermutigen...Diese Begegnungen sind einfach wunderbar! Nicht nur, was die Nähtechniken angeht, ich bin immer sehr offenen Menschen begegnet, das ist so bereichernd!

Meine eigenen Versuche fingen sehr vorsichtig an, aber dann wurde es besser...das Entscheidende bei diesem Projekt ist es, die Haare lebendig aussehen zu lassen. Das Ziel war nicht, eine gerade Naht zu nähen oder auf das Viertel-Inch genau zu arbeiten...es ging um das wirkliche Malen mit der Nähmaschine...

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So spannend! Ganze 6 Stunden habe ich mit der einen Hälfte des Hinterkopfes verbracht, ich hoffe, ich finde zuhause die Zeit, das fertigzustellen....

Noch nie habe ich so lange Zeit am Stück  gequiltet. Bei meinem ersten Projekt danach zuhause habe ich aber festgestellt, daß ich mit dem gesamten Thema "Quilten" ein Stück vorangekommen bin...ich experimentiere mehr und ich traue mir mehr zu...Übung macht wirklich eine Menge aus!!!

Und da ich eine neue Ladentheke im Internet erstehen konnte, und die Vorderseite nach einem neuen Quilt verlangte, habe ich mich drangesetzt...uuuund...

...war in dieser Woche auch noch seeehr fleißig.

Ich bin so froh, daß ich mir die Zeit genommen habe und die Chance genutzt habe, von Pam zu lernen.

Habt noch eine schöne Woche! Dunja

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*Werbung* ohne Auftrag, ohne Bezahlung

Nähen ist wirklich ein wunderbares Hobby…aber anders als beim Singen im Chor oder Sporteln im Aerobic/Yoga/Fußball trifft man dabei nicht automatisch auf andere Gleichgesinnte. Zuallererst einmal findet die Näherei im mehr oder weniger stillen Kämmerlein statt und gerade am Anfang wurschtelt man vielleicht mit einigen Büchern, Zeitschriften oder Youtube-Videos vor sich hin.

Manch einer mag das so und möchte das so… aber irgendwann hat vermutlich Jeder den Wunsch sich auszutauschen und seine Werke zu zeigen.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das Patchworken und Quilten bspw. viel weiter verbreitet als hierzulande. Quilter treffen sich in verschiedensten Gruppen, halten - unter anderem - sogenannte „Show and tell“ - Treffen ab, wo Du die Arbeiten der anderen sehen kannst oder aber Deine eigenen Stücke vorstellen. Dort trifft man Interessierte und Gleichgesinnte, findet Inspiration und tolle Tipps und Ideen direkt aus der Praxis… und wenn man Glück hat, taugt das Buffet etwas….Aber auch hier bei uns gibt es Wege, Deine Nähbuddies zu finden.

1.) Das gute, alte Ladengeschäft

Viele Geschäfte bieten Nähkurse an oder veranstalten Charity-Events, zu denen Du vorbeikommen kannst. Ich liebe es, Kurse in anderen Läden zu besuchen, denn jeder Inhaber, jeder Kursleiter bringt seine eigenen Erfahrungen und seinen Stil mit ein…das ist so inspirierend! Oft lernt man kleine Tricks und Kniffe im Vorbeigehen, die einem das Leben unheimlich erleichtern. Und nicht zuletzt trifft man auf andere Nähbegeisterte. Und danach kann man sich mit den neuen Bekanntschaften bspw. auf Facebook und/oder Instagram vernetzen und mal schauen, was sich daraus entwickelt. In meinem Laden haben haben sich schon oft Menschen kennengelernt, die dann später richtig dicke Freunde wurden…ich liebe das!!! Oft verabreden sich die Teilnehmerinnen auch gemeinsam für den nächsten Nähkurs… und da gilt der gute Rat von meiner Omimi: „Du mußt nicht warten, bis der andere Dich fragt, frag halt Du!!“. Trau Dich, ein gemeinsames Interesse habt Ihr ja schon mal! Bei mir im Laden gibt es ein Nähcafé am Freitag, da kann man die Nähplätze buchen, kriegt noch einen leckeren Kaffee und Kuchen…das buchen oft Freundinnen gemeinsam, und es kam auch schon vor, daß eine weitere Teilnehmerin dann einfach eingemeindet wurde. Mein Laden ist in einem eher kleineren Ort, aber oft treffen sich Fast-Nachbarn bei mir zum ersten Mal wirklich. So ganz in echt. Und kommen ins Gespräch.

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2.) Das Internet - Facebook

Auf Facebook gibt es jede Menge Nähgruppen. Dort gibt es meistens Gruppenregeln, damit z.B. die Gruppe nicht mit Werbung zugeschüttet wird oder Einzelne Ihre Sachen permanent verticken … von seiten der Administratoren gibt es da ganz unterschiedliche Vorstellungen, manche Gruppen habe ich nach einiger Zeit auch wieder verlassen, weil ich festgestellt habe, daß ich den Umgangston nicht mag, oder die Themen haben mich nicht angesprochen. Da kannst Du mal ein bißchen auf die Suche gehen und ein bißchen mitlesen…meistens merkt man ja doch sehr schnell, ob das passt oder nicht. Kritik am Werk eines anderen finde ich absolut unpassend… da hat jemand sein Bestes gegeben, und wir alle haben einmal angefangen…und wenn mir die Farben nicht gefallen, muß ich das Bild ja nicht mögen/liken. Aber negative Kommentare finde ich unangebracht. Geht gar nicht.

Eine tolle Gruppe, die ich Euch wärmstens ans Herz legen kann ist unter Quilt-Along 6Köpfe-12 Blöcke auf Facebook zu finden. Tolle Anleitungen, unterschiedlichste Stile und Moderatoren, die Wert auf ein freundliches Miteinander legen. Oft kann man auch hier bei anderen Teilnehmern kommentieren, Kontakte aufbauen…diese Gruppe ist deutschlandweit verbreitet, und vielleicht findest Du ja eine sympathische Mitnäherin…einfach liken, kommentieren (immer ehrlich, aber immer positiv!), dann knüpfst Du auch hier schnell Kontakte.

3.) Instagram

Hier gibt es keine Gruppen, aber wenn Ihr mal Hashtags wie „Sew-Along“ oder „Quilt-Along“ eingebt, findet Ihr tolle Angebote zum Mitnähen, oft kostenlos. Wenn Ihr Eure Lieblings-Näh-You-Tuber auf Insta sucht, findet Ihr jede Menge Inspiration und Ihr seid hautnah bei allen Neuigkeiten dabei. Auch die Näh-Promis freuen sich über Herzchen und Kommentare. Einfach reagieren, antworten, kommentieren , mitmachen…oft bieten Instagrammer auch Kurse, Nähtreffen oder organisierte Wochenenden an…Trau Dich! Anmelden und mitmachen.

4.) Blogs

Auf vielen Blogs gibt es Angebote zum Verlinken und Mitmachen...auch hier kannst Du Deine genähten Sachen zeigen und die der Anderen begucken...

Schau einfach mal hier vorbei....laß Dich inspirieren, und wenn Du den Empfehlungen dieser Blogger für andere Blogs folgst, dann triffst Du auf eine ganz große Portion Kreativität!!! Blogger freuen sich über Kommentare und wenn Du Ihnen folgst, bspw. über die App Bloglovin.

www.quiltmanufaktur.de

www.greenfietsen.blogspot.de

www.allie-and-me-design.de

www.lalala-patchwork.de

www.ellisandhiggs.com

www.meinfeenstaub.com

Hier geht es zum Blog der Westfalenstoffe AG

Hier geht es zum Blog von Bernina

Es gibt einen schönen Spruch von Martin Walser:

„ Dem Gehenden legt sich der Weg unter die Füße“.

Wenn Du Dich bewegst, wirst Du Leute kennenlernen. Und mit der Zeit ein Netzwerk mit Deinen Nähbuddies aufbauen. Das ist so bereichernd, ich kann es Dir nur allerwärmstens ans Herz legen. Ich habe so viele gute Erfahrungen in diesem Umfeld gemacht und wirkliche, echte Freundinnen für das richtige Leben 1.0 gefunden.

Ich wünsche Dir alles Gute!! Hab eine schöne Woche! Dunja

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