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Ein eigenes Unternehmen zu gründen und eigene Ideen in die Realität umzusetzen ist einfach genial. Aber es geht nicht mal eben so. Dazu gehört ein fundiertes Wissen und eine klare Strategie. Ich habe seit Beginn meiner Selbständigkeit so oft Anfragen bekommen, mit der ganz einfachen Frage: Wie hast Du das gemacht? Und wie fängt man an?

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Ich bin seit 2009 im Handmade-Business tätig und habe vom Küchentisch mit der Discounter-Nähmaschine und drei wuselnden Kindern begonnen. Ich bin jetzt 47 Jahre alt, habe BWL studiert und in dieser Branche eine Menge Erfahrung gesammelt. 2015 habe ich mich getraut und Räume angemietet, jetzt habe ich ein Ladengeschäft in einem wunderschönen Fachwerkhaus, 3 tolle MitarbeiterInnen und einen Online-Shop. Das geht nicht über Nacht und das geht nicht ohne Arbeit. Aber ich bin keine finanziellen Wagnisse eingegangen und konnte immer gut schlafen.

Nachdem sich die Anfragen häuften, habe ich beschlossen, mein Wissen weiterzugeben und biete individuelle Coachings zum Thema Selbständigkeit im Handmade-Bereich an. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo denn die meisten Fragen sind, habe ich aktuell eine kleine Fragerunde auf Instagram gestartet und mein Postfach ist explodiert. Daher wollte ich die allerwichtigsten Schritte einmal zusammenschreiben. Nach dem Riesenecho gestern plane ich, ein E-Book zu schreiben, damit man die wichtigsten Informationen rund um dieses Thema an einem Punkt gesammelt finden kann. Das muß ich nur noch schreiben… mal schauen, wann das klappt. Aber, das absolute Basis-Starter-Paket wollte ich Euch hier kostenlos zur Verfügung stellen. Das ist einfach wichtig. 

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Vielleicht ist das hier alles nix Neues für Dich. Wenn das aber weiterhilft, wäre es lieb, wenn Du bspw. auf Instagram oder Facebook einen kleinen Kommentar hinterläßt, das hilft mir immer sehr. Oder Du erwähnst diesen Beitrag und markierst @naehzimmermitherz, damit mehr Interessierte diesen Artikel finden können. 

Wenn Dich das Thema im Detail interessiert und Du an einem Business-Coaching interessiert bist, kannst Du gerne eine Terminanfrage per Mail an d.supp@t-online.de senden. Ich unterstütze Dich gerne.

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Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung oder Steuerberatung und die ganzen Angaben sind OHNE GEWÄHR…aber ich erzähle Euch gerne meine Erfahrungen.

Zuallererst einmal ist die Frage, wo das Hobby endet und das Gewerbe beginnt…

Ich möchte das an einem Beispiel erklären. 

Du nähst Deinem Kind eine Pumphose und Dein Kind trägt sie eine Weile und dann verkaufst Du das gute Stück auf Ebay oder einem Märktchen oder Deiner NachbarIn. Hier handelst Du als Privatperson und Dein Gewinn ist auch nicht steuerlich relevant.

Andere Situation: Du bist im Stoffgeschäft Deines Vertrauens und denkst darüber nach, Dich mit Deinen Näh-Kenntnissen selbständig zu machen. Du kaufst Stoffe ein und nähst zuhause einige Pumphosen. Diese bietest Du zum Verkauf an…. Auf etsy, Deiner NachbarIn, dem Kindergarten-Flohmarkt oder Mamikreisel…egal wo.

Im zweiten Fall handelst Du als UnternehmerIn. Das BGB definiert das Unternehmertum, wenn Du Waren planmäßig gegen Geld anbietest.

Es geht also im BGB um die Absicht. Wenn Du Dich an Deine Näh-Maschine setzt und den Plan hast, das genähte Produkt später zu verkaufen. 

Da ist es auch wurscht, ob Du Gewinn oder Verlust machst… es gibt auch keine Mindestgrenzen, wieviel Du einnehmen darfst, bevor Du einen Gewerbeschein brauchst. Es geht nicht um Werte und Beträge…. Es geht um Deine ABSICHT. 

Gestern hörte ich oft von einem Konstrukt, dass der Kunde nur das Material bezahlt, das wäre dann nicht gewerblich und man würde nicht haften. Das würde ein Richter sehr sicher nicht so sehen. Wenn Du Geld für eine Leistung nimmst, handelst Du gewerblich. Und wenn irgendetwas mit diesem Produkt schiefgeht und sich bspw. ein Kind an Deiner gebastelten Schnullerkette verletzt, dann interessiert es Niemanden mehr, ob Du Dir nur das Material oder auch die Arbeitszeit hast bezahlen lassen. Die Rechtsprechung tendiert eher zur Einordnung als unternehmerisches Handeln. Also, Vorsicht!!!

Ab dem Moment in dem Du planmässig etwas herstellst, benötigst Du einen Gewerbeschein.

In Mainz bekommt man den auf der Gemeinde, Stadtverwaltung oder der IHK. Hier kostet er 10,23 € einmalig, in anderen Gemeinden gelten andere Sätze… einfach nachfragen. Diese Stellen sind für Deine Fragen auch zuständig und können Dir oft super weiterhelfen. Bei uns habe ich einen Vortrag der IHK zum Thema „ Start in die Selbständigkeit“ besucht, der war richtig gut und kostete 10,- € Teilnahmegebühr. Schaut doch einfach mal nach dem Angebot in der Umgebung. Du solltest auch klären, ob für Deine Business-Idee die IHK oder die Handwerkskammer der richtige Ansprechpartner ist. Ich verkaufe Stoff und gebe Nähkurse, der Verkauf von Genähtem spielt bei mir keine Rolle. Daher bin ich bei der IHK. Wenn Du aber hauptsächlich Gerätes verkaufst, könnte die HWK zuständig sein. Einfach anrufen und nachfragen.

Was ändert sich denn, wenn Du plötzlich keine Privatperson mehr bist, sondern UnternehmerIn?

  • Du bist verpflichtet, das Gewerbe anzumelden und Dich steuerlich anzumelden, denn Dein Verkaufsgewinn ist steuerpflichtig!! Was ist Gewinn? Das erkläre ich gleich…, 
  • Dein Käufer hat ein gesetzliches Widerrufsrecht, das hat er beim Privatkauf nicht…
  • Du bist verpflichtet, Deine Produkte so zu kennzeichnen, daß Du als Anbieter/Hersteller wiedergefunden werden kannst
  • Ganz wichtig: Du kannst als Unternehmer eine Gewährleistung für Mängel nicht ausschließen, das heisst, wenn Jemand sich an Deinen Produkten verletzt, bist Du in der Haftung.. Beispiel: Das Knopf-Auge eines Kuscheltiers löst sich ab und ein Kind verschluckt das.

So. Das ist die Rechtslage. Und ich finde es gut, daß nicht Jede/r einfach jedes Produkt verkaufen darf. Es darf auch nicht Jede/r ein Restaurant eröffnen. Dazu benötigt es Wissen in Hygiene, Lebensmittel-Vorratshaltung etc… ich möchte ganz unbedingt, daß Jemand, der ein Restaurant leitet, bspw. weiß, daß man Hühnchen nach dem Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr anbietet und es grundsätzlich nicht rosa gebraten serviert… versteht Ihr, was ich meine?

Genauso hat der Hersteller eines genähten Objekts eine Verantwortung. Das Kuscheltier-Auge, das sich ablöst und verschluckt werden kann, das Halstuch, an dem man sich beim Spielen verletzen kann… Das darf nicht einfach so verkauft werden. Genau dafür sind CE-Kennzeichnungen da. Wenn Du solche Produkte verkaufst, und ich sage dazu nur, daß ich das NICHT mache, weil mir das viel zu Recherche-intensiv ist, dann hast Du die Pflicht, Dich umfassend und rechtssicher zu informieren.

 

Das Thema war aktuell auch beim Behelfs-Masken-Nähen da… Da kann man sich auch in so einer Situation nicht einfach hinsetzen und Masken verkaufen. (Verschenken darf man sie schon….)  Auch hier muß für den/die KäuferIn klar ersichtlich sein, daß es sich bspw. um KEIN Medizinprodukt handelt. Da gab es viel Geschreibsel und Aufregerei über  „pingeliges-Kennzeichen-Gedöns…“ auf facebook und Co, aber mal ehrlich, es kann doch nicht einfach Jede/r alles verkaufen…  das wird doch dann komplett unübersichtlich für den Käufer! Wir haben für den ersten Moment ganz fix einen Zettel entworfen, wo kurz die Möglichkeiten und Grenzen des Schutzes durch diese Masken liegen und haben den mitverteilt. Da sehe ich meine Pflicht als UnternehmerIn.

Und UnternehmerIn ist Jede/r, der/die sich an die Maschine setzt und zum Zwecke des Verkaufs etwas herstellt. Sehr schnell kamen dann wirklich gute Ideen, wie man die Behelfsmasken nennen kann, so daß ganz klar ist, daß es eben kein Medizin-Produkt ist… von Schnuten-Pulli über Mauldäschle war da ganz viel Kreativität plötzlich da und rechtlich war das dann auch einwandfrei… 

Und genau das ist unsere Aufgabe als UnternehmerInnen. Sichere Produkte für unsere Kunden kreativ verpackt anzubieten. Als UnternehmerIn kannst Du Dich nicht hinsetzen und jammern, Du überlegst am Besten, was zu tun ist. Und wie man das gut lösen kann. Du grübelst, improvisierst und machst immer das Beste draus. Das hat gerade Corona uns eindrucksvoll gezeigt. Ich weiß, manche Branchen hatten keine Chance, und das tut mir von Herzen leid. Aber grundsätzlich ist ein/e UnternehmerIn eine Person, die etwas UNTERNIMMT. Und das auf dem Boden der rechtlichen Grundlagen.

Kurzer Einschub zum Thema Steuern:

Sobald Du gewerblich handelst und etwas zum Verkauf anbietest, ist Dein Gewinn steuerpflichtig.

Das macht Vielen Angst, weil es so unübersichtlich erscheint. Dagegen gibt es ein ganz einfaches Mittel:

  • ordentlich Belege sammeln
  • Einnahmen und Ausgaben direkt in einer Tabelle notieren, damit Du jederzeit den Stand der Dinge kennst. 

Die betriebswirtschaftliche Definition von Gewinn ist die Differenz aus Deinen Einnahmen und Deinen Ausgaben.

Nehmen wir ein Beispiel von einer Nähbegeisterten, die sich ganz nagelneu selbständig macht, wir gehen von einer KleinUnternehmerIn aus, das heißt hier werden keine Umsatz- oder Mehrwertsteuer in die Rechnung einfließen.

( Die Rechnungsstellung für KleinunternehmerInnen kannst Du googeln. Da muß auf Deine Rechnung einfach der Satz, daß MwSt und USt auf Deiner Rechnung nicht ausgewiesen werden, da Du als KleinUnternehmerIn nach § 19 UStG als KleinUnternehmerIn handelst. )

Also nochmal zum Thema Gewinn:

Du hast im Stoffgeschäft für 250,-€ Stoff gekauft, diesen vernäht und Dich auf einem Markt angemeldet. Die Standgebühr kostet 25,-€. Du benötigst einen Klapptisch für 40,-€ für den Markt und kaufst einen Pavillion für 60,-€ beim Discounter. Dazu läßt Du Flyer drucken, um auch Vorbeilaufenden etwas mitgeben zu können, das kostet 50,-€. Da Du gerade erst startest, hast Du kleine Labelchen weben lassen für 35,- € um Deinen Produkten ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben.

Du stehst 3 Tage auf diesem Märktchen und hast Einnahmen von 600,— €

Dann heftest Du Deine Belege chronologisch nach Datum ab und notierst:

Einnahmen: 600, €

Ausgaben: 460 € aufgelistet wie folgt:

250,- €  Stoffgeschäft, Material, Garn (Beleg) 

25,- € Standgebühr (Beleg)

40,-€ Klapptisch (Beleg)

60,- € Pavillon (Kassenzettel)

50,- € Flyer (Rechnung)

35,. € Label (Rechnung)

Das ergibt Ausgaben in Höhe von 460,-€ und Einnahmen im Wert von 600,—… die Differenz daraus beträgt dann 140,—. Das ist Dein GEWINN.

Diese Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führt Du das komplette Kalender-Jahr. Am Ende des Jahres machst Du genau diese Rechnung und ziehst von Deinen Einnahmen die Ausgaben ab. Das ergibt Deinen Gewinn oder Verlust.

Bei Deiner Jahres-Steuer-Erklärung gibt es verschiedene Kategorien von Einkünften. Angestellte kennen die Kategorie „Einkünfte aus nicht-selbständiger Arbeit“, das ist der Begriff für Deinen Lohn oder Dein Gehalt. Es gibt aber bspw. auch die Kategorien Einkünfte aus Vermögen, das sind Zinsen, oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Und eben genau so gibt es die Kategorie in Deiner Steuererklärung „Einkünfte aus selbständiger Arbeit.“ Und genau da muß dann Dein Gewinn stehen, den Du mit Deiner Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung ermittelt hast. Die Einnahmen-Überschuß-Rechnung  fügst Du Deiner Steuer-Erklärung bei. Wenn das Finanzamt weitere Fragen hat, dann wird es fragen. Ich habe festgestellt, da arbeiten kompetente Menschen, und das persönliche Gespräch ist oft sehr hilfreich. Und auch bei Fragen wurde mir dort schon toll weitergeholfen. 

So. Und dann werden Deine ganzen Einkünfte aus allen Kategorien addiert und dieser Betrag, unterliegt dann Deinem persönlichen Steuersatz.

Jetzt könnte man meinen, unsere UnternehmerIn aus dem Beispiel hätte nicht viel verdient an dem Wochenende… das würde ich so nicht sehen. Sie hat auf jeden Fall Erfahrung gesammelt, sich präsentiert und vielleicht ist sie zukünftigen KundInnen aufgefallen, die ihre Sachen hübsch fanden, aber gerade keinen Anlaß zu kaufen hatten. Die haben aber einen Flyer mitgenommen und folgen unserer Unternehmerin jetzt auf Instagram und entdecken Wochen später ein Produkt, das das ideale Geschenk für eine Freundin ist. Sie sind dann so begeistert, daß Sie Ihren FreundInnen davon erzählen…

Unsere UnternehmerIn hat sich mit Ihrer Arbeit die Grundausstattung für kommende Projekte verdient… beim nächsten Markt sieht die Rechnung schon wieder anders aus.

Thema Sozialversicherung: das ist ein sehr komplexes Thema, und ich gebe Dir den guten Rat, einfach bei Deiner Versicherung anzurufen und das Gespräch zu suchen. Für genau Deine Situation und genau Deinen Fall. Die helfen dort super weiter, das ist zumindest meine Erfahrung.

Und ja, es kann sein, daß, wenn Du Geld verdienst mit Deinem Gewerbe, daß Du dann Steuern  und Sozialversicherung bezahlen mußt. Das ist so. Davon wird unser Staat finanziert, das ist das System. Und ich bin sehr froh dafür und beteilige mich gerne. 

Deshalb finde ich es auch einfach nicht richtig, wenn auf Märkten, Mamikreisel, Instagram und Co ohne Gewerbeschein und steuerliche Anmeldung verkauft wird.  Oft ist es Unwissenheit, das mag sein. Aber wenn Du unternehmerisch handelst, hast Du auch die Pflicht, Dich zu informieren. Und das bedeutet googlen, telefonieren, nachfragen, recherchieren…. Diesen Prozeß kannst Du mit einem Coaching-Termin bei mir bspw. abkürzen. Aber Du wirst immer wieder vor neue Fragen gestellt werden, das ist eine permanente Entwicklung.

Vielleicht war das hier alles nix Neues für Dich. Wenn das aber weitergeholfen hat, wäre es lieb, wenn Du bspw. auf Instagram oder Facebook einen kleinen Kommentar hinterläßt, das hilft mir immer sehr. Oder Du erwähnst diesen Beitrag und markierst @naehzimmermitherz, damit mehr Interessierte diesen Artikel finden können. 

Wenn Dich das Thema im Detail interessiert und Du an einem Business-Coaching interessiert bist, kannst Du gerne eine Terminanfrage an d.supp@t-online.de senden. Ich unterstütze Dich gerne.

 

Als ich mit 24 Jahren meinen jetzigen Mann kennenlernte, da kam der Moment, wo er mich bei seinen Freunden vorstellen wollte… Ihr kennt das, es ist der Anfang der Beziehung und man fängt nach der ersten, völlig überwältigenden Phase der Zweisamkeit an, den Kosmos des Anderen zu erkunden. Da ist dieser sehr verkrampfte, panische Moment, bei dem man die Eltern kennenlernt und im Grunde ist es bei seinen Freunden mindestens genauso schweißtreibend. Wir befinden uns im Jahr 1997.

Ich war also im bloß-keinen-schlechten-Eindruck-machen-Modus, als wir die Wohnung des anderen Pärchens betraten. Wir wollten abends noch gemeinsam weggehen.  Bißchen Smalltalk, dann sollte es losgehen. Ich unterhielt mich mit Ihr, und lief Ihr im Gespräch nach, als sie voller Stolz Ihren begehbaren Kleiderschrank zeigte.

Mir blieb der Mund offen stehen. Da war ein ganzer Raum, an vier Wänden gefüllt vom Boden bis zur Decke mit Ihrer Kleidung. Das war 1997, fast fashion gab es damals noch nicht so wirklich. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Hunderte von Shirts, Jacken, Hosen… in völlig unterschiedlichen Farbkombinationen, es war eine… Explosion.

Sie war sehr stolz auf Ihre Schätze, aber suchte dann eine bestimmte Jacke, die sie nicht fand… (warum nur…?) und zog dann eine Andere an… die aber nicht wirklich zum Rest paßte. Ich fand das grundsätzlich nicht schlimm, aber ich bekam das Gefühl, wenn Jemand so viel Wert auf Kleidung legt, dann sollte man das auch SEHEN.

Was ich an dem Tag gelernt habe, ist, daß ein voller Kleiderschrank keinen guten Stil macht. Das klingt jetzt nicht nett. Aber ich habe mich oft gefragt, warum ich mit meinen 1,5 m Kleiderschrank und den wenigen Klamotten durchs Leben komme, während andere Meter um Meter füllen und permanent anbauen. Ich dachte immer, ich mache da etwas falsch. Aber Quatsch, ich war mit meinem Minimalismus einfach nur meiner Zeit ein wenig voraus. In den 90ern ging es um Masse und Guck-hier-was-ich-kann-und-was-ich-hab`. Aus dem Spiel war ich irgendwie immer raus. Heute finde ich es gut, daß ich das durchgezogen habe, aber damals war ich wohl eher ein Sonderling. 

Heute ist das Problem vermutlich noch viel verbreiteter.. im Zeitalter der großen Billig-Modeketten gibt es vermutlich sehr, sehr viele überfüllte Kleiderschränke.

Mein Credo ist schon immer und in jedem Lebensbereich, daß Qualität vor Quantität geht. Ich habe heute noch Kleidungsstücke in meinem Schrank, die ich mir gekauft habe, als ich 20 war. Ich trage sie regelmäßig. Das sind absolut zeitlose Klassiker, für die ich damals wirklich eine Weile gejobbt und gespart habe. 

Es gibt verschiedene Phasen im Leben und natürlich hatte ich auch so einige Fehlkäufe. Ds passiert. Und als ich in der Bank gearbeitet habe, hatte ich andere Kleidung als zu der Zeit als junge Mutter. Und jahrelang hatte ich auch das Gefühl, in meinem Kleiderschrank sind lauter Einzelteile, die ich zusammenpassen.

Alles hat seine Zeit.

Und eigentlich ist alles ganz einfach:

Schritt eins:

Ausmisten und Überblick verschaffen. 

Das kann schon echt eine Herkules-Aufgabe sein, aber so what… es hilft nix.

Es gibt einen ganz einfachen Weg, wenn Du Dich entscheiden mußt, ob etwas in Deiner Kollektion bleiben darf: Wenn Du das Kleidungsstück anschaust und Dein Herz hüpft, und Du würdest es wirklich, wirklich gerne anziehen.. dann behältst Du es.

WICHTIG: In dem Moment, wo Du denkst… ach, ich weiß nicht so recht… schon vorbei. Du solltest wirklich, wirklich Freude an dem Stück haben… ansonsten… bye bye.

Und noch ein Gedanke: Oft sagen Dir irgendwelche Ordungs-Coaches, Du sollst den ganzen Schrank leerräumen… das halte ich für schwierig. Dann hast Du vielleicht den ganzen Kladderadatsch auf Dein Bett gelegt und dann verläßt Dich der Mut… oder ein Kind schreit, oderoderoder… ich mache gerne ein Regal nach dem Anderen. Ich wische das dann mit einem schönen Bio-Orangen-Reiniger aus und räume das Regal dann wieder ein. Wenn ich unterbrochen werde bei der Arbeit, habe ich nicht dieses Mega-Chaos-Gefühl. 

Wo anfangen? Hier noch`n Tipp: Nicht lange überlegen… von oben nach unten und von links nach rechts. immer. Das erspart Dir langes Nachdenken, ich sage einfach, so machen wir das.

Und wenn Du jetzt sagst, dann kann ich ja 80% meines Kleiderschranks entsorgen… Das kann sein. Es gibt die sogenannte 80/20 Regel, die besagt, daß wir in 80% der Zeit die gleichen 20% unserer Kleidungsstücke tragen. Kommt Dir bekannt vor?

Jetzt sagst Du, Dunja, das war teuer und das kann ich doch jetzt nicht einfach weggeben… 

Doch. Du kannst. Und wirst am Ende froh darüber sein.

Das Ergebnis wird ein Kleiderschrank sein, den Du liebst. Mit Kleidungsstücken, in denen Du Dich wohlfühlst. Die Du gerne und mit Freude tragen wirst. Du wirst Dein Bild im Spiegel viel mehr genießen.

Und weil alles so schön zueinander passen wird, wirst Du morgens mühelos ein wunderschönes Gesamtpaket zusammenstellen können.

Bähm. Das ist doch mal was, oder? DAFÜR machst Du das. 

Inspiration zum Aufräumen findest Du bei der Netflix-Serie von Marie Kondo (Ihr Buch mochte ich nicht soooo) und in dem Buch von Karen Kingston „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“. Auf Instagram finde ich Zeit statt Zeug sehr inspirierend. 

Zu allererst einmal, solltest Du wirklich bereit sein, etwas verändern zu wollen. Und dann TUN. Dazu helfen große Müllsäcke unglaublich. Es gibt verschiedene Wege Kleidung zu spenden, sicher auch bei Dir vor Ort. Wichtig ist, dass Du es wirklich, wirklich aus dem Haus bringst.

Und nein, Du brauchst nicht 14 verschiedene Shirts zum Malern oder für die Gartenarbeit. Zwei reichen. Ich sag’s nur. Netter Versuch. 

Dann gibt es noch so Liebhaberdinge… bspw. ein tolles Band-Shirt, das Dich an einen ganz besonderen Abend erinnert. Dafür habe ich einen hübschen Schuhkarton. 

ABER: mein Sohn beispielsweise ist Skater. Seine Shirts haben für Ihn Kultstatus. Alle diese Klassiker, aus denen er herausgewachsen ist, warten in einer Sammelkiste darauf, daß ich mich mit dem Thema T-Shirt-Quilt beschäftige. Das sind für ihn absolute Liebhaberstücke, die ihn an seine Touren und Abenteuer erinnern. Das ist persönlich und wird nicht weggegeben.

Bei DEINEM Kleiderschrank geht es darum was DICH glücklich macht. 

Aber jedes Teil sollte Dich glücklich machen… und nicht so na-ja-ich-glaube-das-kann-ich-nochmal-anziehen. If it`s not a hell yes, it`s a No.

Kleiner Luxus-Tipp: Besonders schön schaut es aus, wenn Du alles auf gleiche Bügel hängst.

UUUUND: Hier ist eine Anleitung für hübsche Lavendel-Säckchen… ich liiiiebe die. Hier klicken...

Soo wichtig...Das Wohlfühlen in Deiner Haut.

Es gibt in der schönen bunten Medienwelt sooo unendlich viele Artikel, Texte usw. Zum Thema Selbstliebe, Body positivity.

Manche sind gut. Viele sind Mist.

Und wenn ich noch eine „Frauen“-Zeitschrift sehe, wo in einem Atemzug gesagt wird, daß wir uns so annehmen sollen wie wir sind und dann kommt direkt ein  aktueller Diät-Tipp…  Das ist vollkommener, absoluter verzeiht-das-Wort BULLSHIT. Es gibt meiner Meinung nur eine einzige sinnvolle Diät… dazu gleich mehr.

Ich war gestern mit meiner allerbesten Freundin Einkaufen. Wir stehen im Sportgeschäft. Für den Urlaub wollte ich einen Badeanzug. Da sagt die Allerbeste zu mir: „Warum denn keinen Bikini?“ Ganz ehrlich? Ich wäre NIEMALS auf die Idee gekommen, mir einen Bikini zu kaufen. 

Jetzt werden wir mal ganz konkret. Bei einer Körpergröße von 1,68 m wiege ich so um die 63 Kilogramm. Damit bin ich irgendwie ziemlich durchschnittlich, glaube ich.  Wenn ich so einigermaßen durchschnittlich bin und mich nicht einmal traue, einen Bikini auch nur anzuprobieren ohne gutes Zureden... wie schwierig muß es dann teilweise für diejenigen sein, die kurviger oder  viel dünner sind als ich? Und in was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, wenn man einen Körper, auf dem sich ein Leben abzeichnet, nicht zeigen darf? Und warum interessiert es an der Stelle überhaupt, was Irgendjemand darüber denkt? Kann mir das nicht egal sein und  kann ich bitte einfach mein Bäuchlein ein bißchen in die Sonne halten?

Ich bin gerade 47 Jahre alt geworden und mein Körper hat bei drei Schwangerschaften und jeweils einem knappen Jahr Stillzeit wirklich sein Bestes gegeben. Aber man sieht es ihm an. Wir haben zusammen schon ein paar Schlachten geschlagen. In 47 Jahren passiert etwas… da gibt es Narben und Stellen, wo die Spannkraft einfach nicht die einer Zwanzigjährigen ist.

So isses. Aber in 5 oder 10 oder 15 Jahren wünsche ich mir sehr wahrscheinlich die Haut und den Körper von heute zurück. Also, worauf dann warten? Dann kann ich auch direkt heute das Beste daraus machen. 

Wie kann es sein, daß ich mit einer sehr durchschnittlichen Figur nicht einmal darüber nachdenke, mir einen Bikini zu kaufen? Bis ein Mensch, der mich liebhat, mir die Absolution dafür gibt? Und ich bin noch nicht mal Jemand, der daran allzu viele Gedanken verschwendet… wie tief sitzt das? Dieser Gedanke, nicht gut genug, nicht schön genug zu sein? Ich war gestern wirklich erschüttert. Diese Programmierungen laufen komplett unbewußt ab und reichen sehr, sehr tief. Wie kann das sein? Das ist vermutlich abendfüllend, das Thema. 

Und da hilft mir dann auch kein Selfcare-Post auf Instagram, wo mir Jemand sagt, ich soll ein Bad nehmen und ein gutes Buch lesen und mich so lieben, wie ich bin.

Da helfen mir Kleidungsstücke, die meine Schokoladenseiten zeigen, in denen ich mich schön finde und die mich glücklich machen.

Ich finde es wichtig, dass wir alle uns in unserem Körper wohlfühlen. Ich habe zwei Teenager-Töchter, und ich wünsche Ihnen, daß sie Ihren Körper mögen. 

Bitte sagt Euren Lieben, daß sie schön sind. 

Und wenn Du eine/n Freund/in hast, die ein wirkliches Übergewicht (oder Untergewicht) hat, das Ihre Gesundheit oder Ihre Lebensfreude beeinträchtigt, dann unterstütze das positiv.

Wenn Du mit Dir selbst nicht zufrieden bist, dann suche Dir Hilfe… vom Sportverein bis zum Therapeuten, wir leben in Zeiten, in denen alles zu finden ist… auch für kleines Geld.

Ich wünsche Dir, daß Du Dich so magst wie Du bist. Da hilft auch kein BMI-Rechner und keine Ananas-Diät… So, wie Du Dich von Herzen magst, so ist es richtig. 

You are the hero of your own story und Du entscheidest, was für Dich das Richtige ist… Außer, wenn es in Bereiche geht, die gesundheitsgefährdend sind… und das geht in beide (!!!!!!) Richtungen.

Sowohl zuviel als auch zuwenig Gewicht können gefährlich sein. Das darf man nie vergessen, die Problematik lauert in beiden Extremen.

Tipp: Eine absolute Inspiration ist Katha von „kathastrophal“.

Sie hat einen wunderschönen Stil, eine tolle Ausstrahlung und sieht fantastisch aus.

Darum geht es. DEINE Kleidung sollte zu DIR passen und DICH strahlen lassen. 

DEINE Schokoladenseiten zeigen.

Und da sind wir Selbernäher ganz klar mit einem RiesenVorteil gesegnet… wir entscheiden. 

Mit jedem Nähprojekt lernst Du Dich selbst besser kennen.  Was passt zu DIR, was schmeichelt DIR, was hebt DEINE Persönlichkeit hervor. Und ein Nähprojekt, das dann eben kein Erfolg ist, ist kein Fehler oder Versagen… es ist ein Learning. Dann ist dieser Schnitt nichts für Dich. Dann ist das so. Dann kannst Du das analysieren und überlegen, worauf Du das nächste Mal achten könntest. Wo es nicht richtig sitzt. 

Genauso könntest Du ein Kleidungsstück analysieren, das Dir sehr gut steht, das Du liebst. Wie ist es aufgebaut, was hebt Deine persönlichen Merkmale hervor? Welche Farben bringen Dich zum Leuchten? Dann mehr davon…

Kleiner Tipp: Wenn Du einen Schnitt ein wenig abändern möchtest, kannst Du mit einem günstigen Stoff ein Probemodell nähen. Wenn Du daran dann Veränderungen vornehmen möchtest, kannst Du eine neue Nahtlinie vorzeichnen und zuerst einmal mit einer sehr großen Stichlänge nähen.Wenn Dir die Passform dann nicht gefällt, ist das bei der großen Stichlänge flott wieder aufgetrennt und Du kannst noch einmal justieren. Bis es Dich glücklich macht.

Jetzt kommts…Mein ganz persönliches Diätgeheimnis:

Keep it simple.

In einem Ernährungsratgeber habe ich einmal gelesen, wir sollten nichts essen, was unsere Urgroßmütter nicht als Essen erkannt hätten.

Regional und saisonal ist frisch und günstig… die Kirschen im Juni vom Hofladen sind zehnmal besser als die Superfoods von ganz-weit-weg. 

Ich esse, was mir schmeckt und höre auf, wenn ich satt bin. Ich esse täglich ziemlich genau zu den gleichen Uhrzeiten und mir kommen nur sehr hochwertige Lebensmittel ins Haus. Ganz einfach. Und das heißt nicht teuer. Es ist wie immer im Leben… weniger ist mehr und Qualität vor Quantität. Bionudeln mit Brokkoli-Sauce sind ein feines Mittagessen für kleines Geld.

Fleisch ist etwas Besonderes. Das gibt es bei uns nicht oft, nur in kleinen Mengen und wenn dann in Bio-Qualität oder vom Metzger meines Vertrauens. 

Mein Leben ist so angefüllt mit Kiefer-Orthopädie-Terminen, Steuerberater-Terminen, Kinder-in-der-Gegend-herumfahren, Hund-Gassi, Wäscheberge, Spülmaschine, Laden, Familie… aber das täglich frisch gekochte Essen ist mir heilig. Und da ich nicht viel Zeit habe, darf es einfach sein. Es gibt soviel schöne Ideen dazu, das Internet ist voll davon… auch Ideen für gute Mahlzeiten fürs Büro.

Wenn ich mittags etwas Vernünftiges gegessen habe, dann habe ich weniger Heißhunger auf Süßkram. Das macht es einfacher. Und wenn ich Lust auf Süßes habe, dann esse ich das. Ich bekomme viel größeren Appetit auf Quatsch, wenn ich mir das verbiete.

Kleidung oder Stoffe kaufen… wie finde ich meinen Stil?

Das Auseinandersetzen mit Deinem Kleiderschrank wird Dir zeigen, was DEINE Stücke sind. Und dazu kannst Du ein Shirt bspw. einfach mal in die Hand nehmen oder hineinschlüpfen und Deinem Gefühl nachspüren…

If it`s not a „hell, yes“, it`s a No.

Das ist auch so ungefähr der Ansatz von Marie Kondo.

Dieses Gefühl ist wie ein Muskel, den man trainieren kann. Und das braucht ein bißchen Zeit und Geduld. 

Ich mache es so: ich gehe in ein (Stoff-) Geschäft (oder in meinem Fall, einen Stoff-Großhandel) und lasse die Stücke oder Stoffe auf mich wirken. Und da, wo mein Auge hängenbleibt, da, wo es mich magnetisch hinzieht, das schaue ich mir genauer an. Ich sage immer: „das ruft meinen Namen…“

Einfach nur zuhören. Das reicht schon. In Ruhe, nicht in Hektik.

Und wenn ein Stoff, ein Kleidungsstück mir wirklich, wirklich gut gefällt, dann lasse ich es auch nicht da, dann ist es Meines.

Natürlich ist mein Budget nicht unerschöpflich… ich kann nicht ALLES kaufen…Logisch. Aber ich kaufe NUR Dinge, die mir von GANZEM Herzen gefallen. Und die lasse ich dann nicht liegen, da würde ich mich später ärgern.

Und lieber gaaaaanz wenige, tolle Kleidungsstücke als einen Schrank voller Kompromisse.

Ich hatte schon einige Phasen in meinem Leben, wo mein Budget sehr eng war. Dann reicht eine Jeans und ein gut geschnittenes Shirt. Aber ich bin immer in die feinen Geschäfte und Boutiquen gegangen, einfach um zu sehen, was die großen Desiger gerade machen. Das schult den Blick und hilft dabei, den eigenen Stil zu schärfen. Und ich habe schon oft in meinem Leben auf ein schönes Stück lange gespart. 

Und dieser Tipp ist wirklich wichtig: Vor dem Einkaufen in den Schrank schauen… evtl. ein Foto machen. Und dann beim Einkaufen in Gesamtbildern denken… es ist gut, wenn Dein neues Traumschickelchen zu mehreren Deiner Basics passt.

Ich war gestern 4 Stunden im größten Einkaufszentrum des Rhein-Main-Gebietes. Ich mache das 2 mal im Jahr und habe mir gestern 4 Teile im Wert von insgesamt 160,— € gekauft. Eine Bluse, ein Shirt, einen Bikini und ein Kleid. Ansonsten kaufe ich noch ab und an etwas im Café/Deko-Geschäft meiner Freundin ein. Das sind immer absolute Lieblingsteile, die sich mit den Vorhandenen oder geplanten, noch zu nähenden Dingen in meinem Kopf kombinieren lassen werden.

Das erzähle ich Dir, damit Du nicht denkst, ich würde Unsummen investieren. Ich weiß, ich werde diese Teile jahrelang tragen. Und da ich nicht sehr viel Kleidung besitze, trage ich meine Sachen oft.

Starte mit dem was Du hast. 

Die wichtigste Regel beim Kleiderkauf (und das gilt auch für Stoffe):

Ein aufgeräumter und übersichtlicher Kleiderschrank ist wie eine Kollektion. Das ist ein Teil von DIR. Nur so solltest Du es betrachten… das ist nicht irgendein Schrank. Das bist DU.

Das bedeutet, daß jedes einzelne Stück, das Du in Deinen Kleiderschrank einziehen lässt, es WERT sein muß, in diesen erlauchten Kreis aufgenommen zu werden. Es ist ja schließlich für DICH.

Vor dem Shopping: Kleiderschrank inhalieren… ein ganz genauer Überblick… vielleicht sogar ein Handyfoto?

Wenn Du im Laden stehst, höre genau hin, welches Kleidungsstück gerne mit Dir nach Hause gehen möchte. Die sagen Dir schon Bescheid.

Es spart soviel Energie, wenn alles zusammenpasst… Denk mal an Mark Zuckerberg… Jeans, Shirt, fertig.

In Ensembles denken… das passt hierzu und auch hierzu…

Bei einem Fehlkauf: Weiterverschenken, es als Learning betrachten, sich genau merken, welcher Stil, Farbe, Qualität nicht das Richtige für DICH war und bei den nächsten Käufen gut im Hinterkopf haben, daß bspw. Koralle, auch wenn es gerade suuupertrendy ist, nicht DEINE Farbe ist.

Und Trends sind spannend, aber kein Diktat. DU entscheidest, was DIR gefällt.

Viel Freude bei der Reise zu Deiner Kollektion...

Die Zeiten sind ungewöhnlich. Absolut nichts hat uns auf die aktuelle Situation vorbereitet. Ich schwanke zwischen, Sorge, Angst, Hoffnung und Packen-wir`s-an...

Aber sind wir mal ehrlich. Ich bin 1973 geboren. In meinem ganzen Leben gab es noch nie wirklich Armut, Hunger und ernsthafte Not. Meine Generation und auch die nachfolgenden kennen hier in diesem Land keine knurrenden Mägen und kalte, ungeheizte Räume.

Anders sah das bei der Kriegs- und Nachkriegsgeneration aus. Das waren sicher sehr, sehr prägende Erfahrungen. Komplette Generationen, traumatisiert und ohne Möglichkeit der psychologischen Betreuung. Aus heutiger Sicht unvorstellbar.

Manche konnten über Ihre Erlebnisse reden, Viele haben das nie geschafft. Ich merke immer mehr, daß meine Kindheit, die ich bei meinen Großeltern verbracht habe, anders war, als die Kindheiten meiner Generation. Es ist so spannend, älter zu werden. Ich habe das Gefühl, je älter ich werde, desto besser lerne ich mich kennen. Wie Puzzle-Stücke fügt sich so Einiges zusammen und ich verstehe... Ich weiß nicht, wer den Satz gesagt hat, aber es ist so wahr:

"Man kann das Leben nur vorwärts leben, aber man kann es nur im Rückblick verstehen."

Ich habe meine Kindheit bei meinen Großeltern verbracht. Ich bin von dort aus auch in den Kindergarten und zur Grundschule gegangen. Ich war den ganzen Tag dort, meine Mutter war in einem sehr anspruchsvollen Job, der nicht in einer 40-Stunden-Woche erledigt war und sehr oft habe ich auch bei meinen Großeltern übernachtet.

Deshalb bin ich vielleicht mehr von dem Denken und Handeln der Kriegsgeneration geprägt, als andere Kinder der 70er.

Meine Oma, geboren 1921, kam aus sehr einfachen Verhältnissen. Sie durfte die Schule nicht allzu lange besuchen und mußte mit 14 Jahren arbeiten. Wenn man sich das heute vorstellt... Mein Opa, Baujahr 1917, war ein Metzgerssohn und hatte viele Geschwister. Die mußten alle früh mithelfen und es war sicher körperlich sehr harte Arbeit.

Wie muß das gewesen sein, 1917, noch mitten im Krieg ein Kind zu bekommen? Da war vermutlich nicht viel von ätherischen Ölen, Entspannungsmusik und orthopädischen Lagerungskissen zu sehen. Nicht falsch verstehen, wie gut, daß wir das heute haben.. ich versuche mich nur, in die Zeit und die Umstände hineinzuversetzen.

1929 Weltwirtschaftskrise, 1939 der Krieg... wie muß das gewesen sein? Meine Oma war 18 bei Kriegsausbruch, ich habe heute eine Tochter in dem Alter... dieser Unterschied in den Biographien. Meine Großeltern waren frisch verliebt und mein Opa mußte an die Front... wie haben die das geschafft? Meine Güte, wieviel Sorge, Traurigkeit und Angst muß da gewesen sein. Unvorstellbar.

Beide haben immer wieder aus dieser Zeit erzählt. Nicht oft, aber ich habe es mir  gemerkt. Mag auch sein, daß meine Erinnerung nicht historisch korrekt ist, unser Gehirn füllt manchmal die Lücken von selbst auf, oder man meint, zwischen den Zeilen etwas gehört zu haben. Das hier ist die Geschichte, wie ich sie im Kopf habe... es ist ja jetzt auch schon bald 40 Jahre her.

Mein Opa war so ein verschmitzter, zäher, drahtiger Typ. Er spielte gerne Binokel und Gaigel und wir haben meine ganze Grundschulzeit jeden Nachmittag Karten gespielt. Er hat immer gerne im Garten gearbeitet und an seiner Werkbank in der Garage. Er hat mit mir Schneemänner gebaut, und die Ohren waren die Becher aus dem Waschmittelpaket.

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Wir haben zusammen Kirschen geerntet und aus den Kernen kleine Bäumchen gezogen, Marmelade gekocht, Radieschen gesät und geerntet. Wir haben ein sehr schiefes Vogelhäuschen gebaut und eine kleine Werkzeugkiste für mich. Er hat mich in den Ferien jeden Morgen zum Einkaufen in den Tante-Emma-Laden im Ort geschickt, bei uns hieß das "Zum Essig" gehen. Der Inhaber hieß Herr Essig, deshalb. Die Einkaufsliste war klar, eine Bild-Zeitung und eine Packung HB-Zigaretten. Tja, so war das, damals durften 8-Jährige Zigaretten kaufen. Herr Essig hatte viele bunte Plastikbehälter mit Süßkramgummigedöns für ein paar Pfennige, und ich durfte mir jeden Tag ein Gummidings vom Wechselgeld kaufen. Manchmal war ich auch richtig reich, wir haben nämlich immer um Pfennige Karten gespielt. Das würde heute so auch keiner mehr machen... es war eine andere Zeit.

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Mein Opa hat auch mal im Krieg eine Demo angezettelt, weil es für die Soldaten keinen Kaffee gab. Er hatte ein Plakat gemalt, "Ohne Kaffee kein Kampf". Das hat er immer erzählt. Ich glaube, es war sein größtes Glück, in seinem Garten zu sitzen, eine Tasse Kaffee trinken zu können, wann er wollte und mit mir zu karteln. Seine Zeitung, eine Zigarette, ein Schwätzchen über den Gartenzaun mit den Nachbarn, ein bißchen Herumpusseln an der Werkbank. Da war er ganz zufrieden mit seinem Leben. Es ging nie darum, das größere Auto zu fahren, oder teure Anzüge, große Reisen oder Status. Er war zufrieden. Und das ist das Vermächtnis meiner Großeltern...Zufriedenheit mit den kleinen Dingen, die eigentlich die ganz großen Dinge sind.

Nach dem Krieg hat mein Opa seinen Meister gemacht. Den Bäcker- und den Konditormeister. Beim Lernen für seine Prüfungen hat er nachts ganze Kaffeebohnen gekaut um wach zu bleiben, und mit dem Fuß hat er die Wiege mit dem Baby darin geschuckelt. Gemeinsam haben die beiden unglaublich hart gearbeitet, um sich eine Existenz aus dem Nichts aufzubauen. Nachts in der Backstube, Tags im Laden stehen... mein lieber Scholly, wie muß das gewesen sein. Das war das Ziel, der Familienname über der Ladentür. Ein Geschäft. Eine respektierte, solide Existenz in der Gemeinschaft des Ortes. Das war wichtig.

Meine Großeltern sind Schwaben und Protestanten. Sie hatten eine unglaubliche Arbeitsmoral und als Unternehmer Verantwortungsbewusstsein und Ethik. Es steckte Ehre in den Produkten, Handwerkskunst, Wissen und viel Verantwortung. Die Generation meines Vaters stieg in das Geschäft ein und führte es weiter, bis in die Siebziger hinein, als meine Großeltern sich zur Ruhe setzten.

Was ist dagegen so ein Fabrik-Discounter-Brötchen? Purer Mist.

Sie haben mir nie gesagt, wie man ein Geschäft führt. Sie haben nur erzählt, wie sie es gemacht haben. Und es erschien mir so klar, daß es nur so geht. Es geht  natürlich auch ums Geld-Verdienen, aber für den Lebensunterhalt, es ging nie um das schnelle, dicke Geld.

Die Gier, dieses elende Immer-mehr-immer-billiger... das ist die Problematik unserer Zeit. Das zerstört die Umwelt, und beispielsweise Existenzen von Landwirten, die zu diesen Preisen nicht überleben können. Es zerstört aber auch die Qualität unserer Lebensmittel, und unsere Kultur-Landschaft. Geiz ist einfach völlig ungeil.

Eine Freundin von mir hat in diesen Tagen die alte mechanische Mühle ihres Opas aus der Scheune geholt und wieder angeschmissen. Das finde ich richtig gut, auch wenn der Anlass traurig ist.

Plötzlich sind auch Näh-Kenntnisse gefragt wie nie... wir befinden uns in einer ganz neuen Situation und wir gehen neue/alte Wege.

Meine Großeltern hatten auch nie so dieses Frau-gehört-an-den-Herd-Ding laufen. Mein Opa hat immer genau so oft wie die Oma gekocht und gebacken. Die beiden haben gemeinsam im Garten geschafft und früher in der Bäckerei... da gab es keine Unterschiede, ich habe das nie wahrgenommen.

Wenn ich Kurse leite und abends heimkomme, kocht mein Mann immer für mich. Ich freue mich sehr darüber, aber ich koche hier jeden Tag das Mittagessen. Das nennt man dann wohl Arbeitsteilung  Dieses komische Ding aus den 50ern haben meine Großeltern auch nicht gelebt. Und das ist verdammt gut so.

Im Krieg war mein Opa im Lazarett in Straßburg. Meine Oma hat sich in Stuttgart auf ein altes Fahrrad gesetzt und ist zu ihm gefahren. Sie hat immer erzählt, wie sie das Fahrrad in den Straßengraben geschmissen hat, wenn sie die Bomber gehört hat, und sie sich flach an den Boden drücken mußte.

Im Nachbarbett meines Opas lag ein Kamerad, der war Maler. Er malte meine Oma von hinten, so wie er sie von seinem Krankenbett aus sehen konnte. Das Bild hängt bei meinem Vater, ich habe mir mein Eigenes genäht. Ich kann besser mit Nadel und Faden malen, als mit dem Pinsel.

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Meine Oma hatte immer Zeit für mich. Wenn ich von der Schule heimkam, stand sie immer am Küchenfenster und guckte. Dann winkte sie. Ich bekam immer die erste Erdbeere des Jahres und das Herzchen vom Salat. Trotzdem hat sie mich nie verwöhnt... aber es war klar, wir sind ein gutes Team. Sie hatte ein orangenes Nähkästchen und eine Schublade mit Stoffresten und Wollknäueln. Wir haben immer zusammen gehäkelt, gestrickt, genäht, gebacken oder Mensch-ärgere-Dich-nicht gespielt. Wenn ich irgendetwas nicht hingekriegt habe und aufgeben wollte, wenn alle Fäden in der Hand gemacht haben, was sie wollten oder die Hausaufgabe zu schwierig war... da hat die Oma Lina gesagt, und ich höre es  genau: " Wenn die Anderen das hinkriegen, dann kannst Du es ja wohl auch. Stell`Dich nicht so an." Jawollja.

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Meine Großeltern hätten sich niemals im Baumarkt ein Frühbeet gekauft. Sie haben sich aus alten Fenstern und Holz so etwas selbst gebaut.

Ich glaube einfach, die beiden hatten so harte Zeiten hinter sich, daß sie ganz einfach glücklich waren, auf Ihrem kleinen Stückchen Zuhause vor sich hinwurschteln zu können.

Meine Eltern haben jahrelang in diesem Geschäft bis zur Schließung mitgearbeitet. Ich verstehe erst heute, wie viel die Generationen vor mir geleistet haben. Und Ihre Werte sind heute noch genau so gültig.

Ich habe es nie verstanden, warum ein Studium mehr wert sein soll, als eine Ausbildung als Handwerker. Wir brauchen Alle. Die Landwirte, die Krankenpfleger, die NäherInnen, die Ärztinnen, die BäckerInnen, die KassiererInnen... Und Keine/r hat auf die Anderen runterzuschauen.

Ich habe in den letzten Tagen viel mit meinem Vater telefoniert. Und dabei habe ich gesagt, daß es interessant ist zu sehen, welche Berufe und Fähigkeiten plötzlich gefragt sind.

Und mein kluger Papa meinte: " Diese Fähigkeiten und Berufe waren immer wichtig. Das haben nur Viele nicht gesehen."

Seit Jahren schreibe ich darüber, wie wichtig ich es finde, daß es kleine Geschäfte gibt. Daß hochwertige Lebensmittel wichtig sind. Daß es wichtig ist, daß wir nähen können. Das hilft jetzt so ungemein. Zum Einen um den Geist und die Hände beschäftigt zu halten und Ablenkung zu finden, zum Anderen ganz praktisch, beim Nähen von diesen Mund-Nase-Dingern.

Und Ihr alle seid diejenigen, die das auch so sehen. Hier lesen, bei uns im Laden Kurse besuchen, Stoffe kaufen undundund. Ich bin so froh, daß ich Euch habe.

Ein Hoch auf Dich! Ohne Dich gäbe es das Nähzimmer nicht. Danke dafür. Von ganzem Herzen.

Bleib gesund und paß gut auf Dich auf.

Alles Liebe, Dunja

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Seid Ihr auch am Wischeln und am Putzen? Ich merke, daß mein Bedürfnis nach Sauberkeit und Hygiene ganz schön gestiegen ist in den letzten Tagen und Wochen... ist so. Ich hatte auch schon "Geschirr-Handtücher" auf der Einkaufsliste für den großen, blau-gelben Möbelschweden notiert... Tja nun. Dann gibt es jetzt eben Selbstgenähtes. Ist eh viel schöner... Magst Du auch Eines haben?

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Als die Näh-Aktion mit den Mund-Schutzen aufkam, habe ich zum ersten Mal Westfalenstoffe in die Wasch-Maschine gepackt und den Regler auf 95 Grad gedreht... und siehe da... der Stoff ging kaum ein und hat wirklich nur ganz leicht an Farbe verloren. Ich weiß schon, warum ich diese Stoffschätze so liebe.

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Ich habe auf Instagram eines der Geschirrtücher gezeigt und es kamen so viele Anfragen, wie ich das denn genau gemacht hätte...

Nun denn, dann mal los..

Die Westfalenstoffe liegen fast alle 1,5 m breit und wenn man bei uns einen halben Meter bestellt, kann man einfach das Stoffstück in der Mitte so durchschneiden, daß man zwei Stücke der Größe 75 x 50 cm erhält.

Dazu habe ich aus einem Stoffrest 2 Stücke in der Größe 4 x 14 cm für die Aufhängerlis geschnitten.

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Danach einfach die Seiten zweimal um einen Zentimeter einschlagen und feststecken... An den Ecken habe ich ganz schlicht die Säume über einander gelegt...

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Aus den kleinen roten Stoffresten habe ich ein Schrägband gemacht...da man das bei dem kleinen Fitzelchen Stoff nicht gut sehen konnte, habe ich als Demo-Objekt eine Serviette benutzt. Den Stoff habe ich mit einem Bügeleisen so fixiert und dann an der offenen Seite zusammengenäht....

Den Stoff über die lange Seite mittig falten, dann noch einmal jeweils von außen zur Mitte falten...zusammenklappen und an der offenen Seite zusammennähen, ich habe es mit dem pinken Kugelschreiber zu zeigen versucht... Es gibt viele Arten, Schrägband herzustellen, YouTube bspw. erklärt das auch. Die Halterungen der Dry-Oilskin Tasche werden auch so gemacht, da könnt Ihr auch noch einmal schauen.

Dann wird dieses Aufhängerli in der Mitte einer der kurzen Seiten (bei Motivstoffen am Besten oben.... ich sag's nur...) in den Saum mit hineingeschoben und beim Annähen des Saumes mit fixiert.

Ein kurzes Video dazu findest Du  hier klicken

So... und schon können wir in Produktion gehen... Wir haben eine ganze Menge Westfalenstoffe im Programm, Du findest sie alle hier klicken.

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Wenn Du eine Verkaufseinheit bestellst, dann kannst Du daraus 2 Geschirrtücher machen. Der weiße Stoff ist ein sogenannter Piqué, der ist etwas fester. Da braucht die Nähmaschine etwas mehr Kraft in den Ecken, aber der Stoff hat einen tollen Griff, ist robust und wunderschön. Unseren Piqué findest Du hier.

Ganz viel Freude damit!!!! Bleibt alle gesund und paßt auf Euch auf.

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Hallo Du liebes Nähzimmer-Herzchen!!!

Ich habe jetzt ganz viel nachgedacht, wie wir weiter vorgehen,  gehe aber davon aus, daß wir Ladenbesitzer in den nächsten Tagen die Aufforderung von staatlicher Seite erhalten werden, unsere Läden zu schließen.

Ich halte das für richtig und bin sehr dafür. Nichts ist wichtiger, als die Verbreitung dieses Virus` zu verlangsamen.

Ja, das wird finanziell schwierig, aber wir stehen das durch. Wir sind kreativ, flexibel und haben Euch, die besten Kunden der Welt.

Fürs Gemüt und zur Beschäftigung von kleinen und großen Händen ist ein schöner Stoff das beste Mittel. Es zählt sicher nicht zu den lebensnotwendigen Gütern wie die der Supermärkte und Apotheken... aber wir müssen in diesen Zeiten auch etwas für die Seele haben, und da kenne ich kaum ein besseres Mittel als zu Nähen... zum Glück gibt es Pinterest, Blogs, E-Books... folgt uns doch auf Instagram da werden wir in der nächsten Zeit verstärkt tolle Nähideen zeigen...

Mit der ganzen Zeit, die wir voraussichtlich bald haben werden, können wir so viel Gutes tun... vielleicht auch einem Kind das Nähen beizubringen? Die Liste der Dinge zur Hand nehmen, die wir immer schon mal nähen wollten? Uns mal an ein größeres Projekt wagen? Die angefangenen und nie vollendeten Projekte fertigstellen? Laßt uns aus dieser Zeit zuhause etwas Gutes machen... Kino, Freizeitpark oder Hallenbad ist halt gerade nicht.

Ich biete Euch Folgendes an:

Wir versenden versandkostenfrei ab 30,--€ Warenwert im Online-Shop.

Wenn Ihr etwas im Onlineshop nicht findet, oder etwas haben möchtet, das dort nicht angeboten wird, Ihr aber wißt, daß wir es im Laden haben, dann schickt uns eine Mail an d.supp@t-online.de .

In Nieder-Olm, Zornheim, Ebersheim, Lörzweiler, Harxheim, Mommenheim, Hahnheim und auf Nachfrage auch in anderen Orten der Umgebung oder im Mainzer Stadtgebiet fahre ich Euch die Sachen persönlich vor die Tür und schicke eine Rechnung per Mail ab einem Warenwert von 30,-€.

Ihr erreicht mich telefonisch unter 0157 868 755 75. Wir können gerne Eure Bestellung telefonisch besprechen und zusammenpacken. Ihr könnt gerne auch am Montagnachmittag von 15.00-18.00 anrufen, ich werde im Laden sein und für Euch packen und ausfahren.

Am Montag haben wir von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet, es sei denn, heute Abend oder morgen früh kommt die staatliche Aufforderung zum Lockdown, aber das seht Ihr ja dann auch in den Medien.

Ich bitte DRINGEND darum, daß immer nur maximal zwei Personen im Laden sind.

Alles andere halte ich momentan nicht für vertretbar. Ich werde ein Schild an die Tür hängen, daß Ihr bitte vor dem Eintreten klopft und ich das dann koordinieren kann. Bitte überlegt Euch vorher schon, was Ihr haben möchtet, informiert Euch im Online-Shop, bestellt vor, damit wir alles zügig abwickeln können.

Ich liebe Kinder. Aber ich werde es nicht schaffen, die Spielzeuge in der Kiste permanent im Tageslauf  zu desinfizieren. Ich verstehe, daß Viele gerade ein Betreuungsproblem haben, aber dann ruft an, ich packe Euch gerne alles zusammen und stelle auch gepackte Tüten in den Flur zur Abholung oder bringe es Euch nach Hause.

Ich weiß, das Schöne an einem Stoffgeschäft ist das Schlendern und Stöbern, das Fühlen und in Ruhe zu Kombinieren, aber das ist gerade einfach nicht der Moment. Sonst immer gerne. Aber nicht jetzt. Das wird auch wieder anders, aber nicht jetzt.

Bitte haltet Abstand von uns und den anderen Kunden. Dinge wie Nies- und Husten-Etikette muß ich nicht erklären, ich möchte aber aus rechtlichen Gründen noch einmal darauf hinweisen, daß es wichtig ist, in die Ellenbogenbeuge zu husten/niesen, nicht in die Hand.

Ich muß Bargeld akzeptieren, da es ein gesetzliches Zahlungsmittel ist. Ich biete Euch aber an, auf Rechnung einzukaufen. Ich notiere das, Ihr erhaltet eine Rechnung per Mail.

Ich habe die letzten Tage permanent das Kartenlesegerät desinfiziert und alle Türklinken, ich habe mir nach der Annahme von Bargeld so oft die Hände gewaschen... Ihr tut uns einen großen Gefallen, wenn Ihr das System mit Rechnung akzeptiert.  Vielen Dank für Euer Verständnis.

Bitte, bitte bleibt Alle gesund, passt gut auf Euch und Eure Lieben auf.

Sinn und Zweck dieser ganzen Maßnahmen ist es, dIe Ausbreitung dieses Virus` zu verlangsamen... die Ansteckungskurve so flach wie irgend möglich zu halten. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen. Bitte habt Verständnis dafür und unterstützt unsere Bemühungen. Am Besten bestellt Ihr von der Couch aus. Der Postbote, mein Mann oder ich bringen das dann vorbei.

Alles Liebe, und einen riesigen virtuellen Drücker schicke ich Euch!!!!

Dunja

Das sind wirklich bewegte Zeiten. Ich hoffe Du bist gesund, und Deine Lieben auch. In diesem megatollen Internet kann ich Jede/n hier mal ganz feste drücken. Es macht mich ganz fertig, daß ich das gerade nicht "in echt" tun kann.

Das ist eine Situation, wie sie so weder unsere Eltern noch die  Großeltern-Generation je erlebt hat. Wir haben keinen Fahrplan dafür und müssen uns jetzt überlegen, wie wir damit umgehen.

Für ein kleines Geschäft ist das eine Situation, die die Existenz bedroht. Da gibt es kein Schönreden. Das ist so. Wir bekommen kein Gehalt, sondern müssen Mieten, Gehälter und drölfzig-Millionen andere Dinge bezahlen.

Ich lasse mir gerne Anleitungen und Farbkombinationen für Euch einfallen und berate Euch im Geschäft. Der ganze Blog ist ein kostenloses Archiv von Näh-Tutorials... das mache ich sehr , sehr gerne. Diesen Newsletter schreibe ich jede Woche mit viel Herzblut und suche überall nach tollen Stoffen, Zubehör und Anregungen für Euch. Das Nähzimmer und die Kurs-Abende dort sind für Viele ein Rückzugsort, ein Platz an dem man ungestört vom Alltag nähen kann. Hier treffen wir uns mit Menschen, die die gleiche Begeisterung für etwas Handgemachtes teilen. Neulich hat eine Kundin geschrieben, daß es für sie so aussehen würde, als ob mein Leben aus meiner Familie und dem Nähzimmer bestehe. Das ist so. Weil ich das genau so haben möchte. Für dieses Geschäft habe ich hart gearbeitet und meine Zeit und meine Liebe investiert.

Ich mache diese Arbeit wahnsinnig gerne und biete Euch mein ganzes Wissen, Kniffe Tricks, Anleitungen und Ideen an.

Und jetzt, an dieser Stelle brauche ich Eure Unterstützung.

Nach jetzigem Stand bleibt der Laden zu den üblichen Zeiten bis auf weiteres geöffnet.  Im Online-Shop haben wir entschieden, daß wir ab 30,-- € Bestellwert die Versandkosten übernehmen, so daß Ihr Euch gerne alles nach Hause liefern lassen könnt. Zu den Öffnungszeiten könnt Ihr uns auch gerne telefonisch Bestellungen durchgeben. Per Mail an d.supp@t-online.de könnt Ihr ganz individuell ordern. Viele von Euch kennen den Laden und die Produkte gut und es sind nicht alle Produkte im Shop, also schreibt uns einfach.

Jede Bestellung im Online-Shop, jede Weiterempfehlung, jeder Einkauf hilft uns jetzt. 

Macht gerne Andere auf das Nähzimmer aufmerksam, nutzt Eure Reichweite um auf kleine Geschäfte und Online-Shops hinzuweisen, die Ihr mögt. Das brauchen wir kleinen Ladenbesitzer jetzt sehr. Kleine Läden sind Orte mit ein bißchen Magie und Feenstaub... und gerade jetzt brauchen wir eure Hilfe.

Schöne Dinge sind wichtig. Das ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wir alle brauchen Farben, Musik, Kunst... das Leben wäre so viel ärmer sonst.

Ich möchte Euch ein Zitat von der First Lady Grace Coolidge zeigen:

"Everyone should be taught to sew, not merely for the sake of making something, but as an accomplishment which many prove a stabilizer in time of perplexity and distress. Many a time when I need to hold myself firmly, I have taken up a needle - a sewing needle, some knitting needles, or a crochet hook. Whatever its form or purpose, it often proved to be as the needle of a compass, keeping me to the course"

Frei übersetzt heißt das, daß Jede/r lernen sollte zu nähen, nicht nur in der Absicht, etwas herzustellen, sondern als eine Fertigkeit, die sich als Halt erweist in stressigen und verwirrenden Zeiten. In vielen Momenten, wenn es notwendig war, fest und stabil  zu bleiben, habe ich eine Nadel in die Hand genommen - eine Näh-Nadel, ein Paar Stricknadeln oder eine Häkelnadel. Was auch immer die Form oder der Zweck war, es erwies sich oft als die Nadel eines Kompasses, die mich auf Kurs hielt."

Das Nähen hat mir schon so oft geholfen. Manchmal ist es gut, wenn man sich mit einer Frage oder Sorgen herumplagt, einfach etwas Anderes zu machen, als zu grübeln. Wenn ich mich über meine Näharbeit beuge, in Gedanken ganz bei der nächsten Naht, dann bin ich zentriert, gefasst und vergesse die Zeit um mich herum. Oft fallen mir dabei Lösungen ein, oder ich finde einen Weg, den ich vorher nicht gesehen habe.

Gerade jetzt... gerade jetzt, wo wir so unsicheren Zeiten entgegensehen, halte ich es für so wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben. Es ist ein wahrer Segen, so einen Halt zu haben.

Das Gute ist, wir haben das Internet. Wir können uns unterhalten,  Näh-Anleitungen finden, Gemeinschaft und auch Trost. Dazu haben wir Essen, Nadel, Garn und auch Stoff. Und hoffentlich auch Klopapier. Und wenn Ihr noch Stoff, Garn, Zubehör, Schnittmuster und so weiter braucht, dann bestellt gerne bei uns.

Wir haben ja selbst drei Kinder, die nun schon größer sind, und ich weiß, daß das jetzt nicht einfach wird, wenn die Youngsters jetzt zu Hause sind. Ich bin sehr froh, daß die Schulen und Kitas jetzt geschlossen sind, aber wir als Eltern müssen uns etwas einfallen lassen. Vielleicht ist das ein guter Moment, einem Kind das Nähen. beizubringen. Es verbindet mich auf eine Art und Weise mit meinen Töchtern und den Generationen vor mir, für die ich unendlich dankbar bin... wie ein roter Faden zieht sich die Liebe zur Handarbeit durch die Geschichte der Frauen in meiner Familie. Und wenn das bei Dir nicht so ist, dann begründest Du diese Generation. Bringt Euren Kindern das Nähen bei, das ist ein Geschenk. Ich habe einen Blogbeitrag darüber geschrieben, den findet Ihr hier. Ich werde gleich noch eine Pinterest-Pinnwand einrichten und weiter aktualisieren mit Nähideen für Kinder.

Das Wichtigste ist, wir haben einander. Wir sitzen alle im selben Boot, und wir werden jetzt alle gut aufeinander aufpassen.

Mein Herz und meine Gebete gehen zu allen Ärzten, KrankenpflegerInnen, allen Helfern, allen Menschen, die gesundheitliche Herausforderungen haben, allen, die sich große Sorgen machen. Wir sind alle in Gottes Hand.

Ich drück` Euch ganz feste. Wir kriegen das hin. Gemeinsam.

Dunja

So im Laufe der Jahre haben sich bei mir so ein paar Stoffreste angesammelt... ich nähe wirklich schon mein ganzes Leben lang, und mit manchen Stoffen ist einfach auch ganz viel persönliche Geschichte verbunden... das kann man nicht wegwerfen, das kann man bestimmt nochmal gebrauchen.

Seit ich gewerblich nähe und Kurse gebe, ist das nicht weniger geworden... aber letztes Jahr habe ich beschlossen, das nicht als einen Haufen zu betrachten, sondern als eine Sammlung. Sozusagen die exclusive Dunja-Supp-Nähzimmer-Collection. Kollektion klingt gleich ganz anders als Restekiste, oder? Ich habe beim Möbelschweden schlichte weiße Kästen besorgt und das Ganze sortiert. Das fühlte sich sehr gut an! Jetzt ist Ordnung leiterleider nichts, das man einmal macht und dann isses gut... tjaja...aber zumindest habe ich einen besseren Überblick.

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Schon seit Ewigkeiten wollte ich einmal eine Technik ausprobieren, die sich Quilt-as-you-go nennt. Grundsätzlich ist der Begriff Quilten die Beschreibung der Technik, wenn man eine Oberseite (Quilt-Top), eine Einlage/Vlies (batting) und die Rückseite (Backing) eines Quilts miteinander verbindet. Das macht Sinn, da sonst die einzelnen Lagen verrutschen würden. Es gibt verschiedene, auch sehr kunstvolle Arten, das zu tun. Oder einfach ganz pragmatisch mit geraden Nähten... das liegt ganz bei Dir. Dazu kann man ganze Bücher lesen... ich will Dir wir eine Technik zeigen, wie Du das praktisch "auf-dem-Weg" machen kannst. Klassischerweise erstellt man erst das Top, legt dann alle 3 Lagen aufeinander, fixiert das Ganze mit Nadeln und näht dann alles zusammen... mit Mustern oder einfach geradeaus. Hier siehst Du ein vorbereitetes Quilttop... es liegt auf der Rückseite und dem Vlies. So kommt es dann unter die Näh-Maschine.

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Hier kannst Du sehen, wie ich ein Porträt gestaltet habe...mit Quiltnähten... hier ist die Verbindungsnaht für die drei Lagen keine reine Zweckmäßigkeit, sondern eine Kunstform, ein Gestaltungsmittel.

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So sieht der Quilt dann aus, wenn er fertig ist... das Foto habe ich während eines Kurses mit Pam Holland von Ihrem Quilt gemacht.

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Quilt-as-you-go ist eine Technik, bei der man auf dem Weg bereits quiltet...das sieht dann so aus, guck...

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Man stellt also nicht erst die Vorderseite fertig und fügt dann alles zusammen, sondern man macht es gleich in einem Schritt. Aus diesen vorbereiteten Stücken kann man Täschchen, Taschen, Kissen aber auch komplette Quilts machen... das hier soll mal ein Täschchen werden, aber ich möchte Euch einfach mal die Technik zeigen.

Du bereitest einige Stoffstücke vor, bügelst sie und am Besten sprühst Du sie mit ein bisserl Sprühstärke ein.

Ich habe ein Vlies-Restchen von 25 cm x 20 cm  vorbereitet, davon bräuchte man für ein Täschchen zwei Stück. Du legst das erste Stoffstück mittig auf und beginnst, das Stück in parallelen Reihen aufzunähen, ich habe das hier Nähfußbreit gemacht. Du mußt zu Beginn und am Ende Deiner Quiltnaht nicht verriegeln.

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Das nächste Stoffstück, hier pink, legst Du rechts-auf-rechts auf das erste, gelbe Stück. Das nähst Du von der linken Seite fest.Überschüssigen Stoff kannst Du abschneiden.  Danach klappst Du das pinke Stück um, streichst es gut fest und startest wieder mit Deinen Quiltnähten.

Das nächste Stück (hier anthrazit) kannst Du quer rechts-auf-rechts anlegen, festnähen, umklappen und Reihen quilten...

Wenn die Reihen länger werden, kannst Du einzelne Streifen aneinandernähen und lange Stoffstücke annähen...

Und so sieht das vorbereitete Stück dann aus...

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Ich mag die Farben und ich finde, mit der Quilt-as-you-go-Technik schaut das super aus... mal schauen, was ich daraus mache.

Wenn Du das auch ausprobieren magst, freue ich mich, wenn Du auf Instagram @naehzimmermitherz markierst, dann sehe ich das.... und freue mich darüber!

Viel Spaß damit!

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So ganz ohne ein paar Worte wollte ich mich nicht in meine kleine Weihnachtspause verabschieden….ich freue mich, wenn Du Lust hast, hier ein bißchen zu lesen. Ich habe mir auch ein paar Plätzchen hingestellt und ein Teechen gekocht. Jetzt wird es ja schon so früh dunkel, aber die gute Nachricht ist, daß ab sofort die Tage wieder länger werden! Ich liebe die Wintersonnenwende, das ist doch ein schöner Gedanke, daß ab jetzt wieder ein bißchen Licht in unsere Tage kommt.

Ich habe in den Tagen zwischen den Jahren den Laden geschlossen. In diesem Jahr ist so unglaublich viel passiert, das muß erst einmal sacken… ich habe eine Mitarbeiterin fest angestellt, und diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Das ist natürlich eine Riesenhilfe, aber eben auch eine große Verantwortung.

Im Nachhinein betrachtet, war das die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, und das Team wird sich auch weiter vergrößern… das ist so cool! Das muß man sich wirklich einmal vorstellen… weil Du so gerne in unseren Laden oder in den Online-Shop kommst, kann ich richtige, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen! Danke Dir von Herzen dafür!!

An dieser Stelle ein Riesen-Dankeschön auch an Petra, die Du vielleicht auch schon einmal im Laden gesehen hast. Ich bin so froh, daß Du mich unterstützt! DankeDanke Petra!

Direkt im Januar 2019 fing es mit den Herausforderungen an.. die Firma Amann-Mettler, immerhin mal der zweitgrößte Garn-Hersteller der Welt rief bei mir an. Sie wollten zwei Quilts entworfen und genäht haben… für die Messe in Köln und Ihre Messe-Auftritte weltweit. Ich zeichnete zwei Entwürfe und zappzerapp… hatte ich den Auftrag. Der Abgabetermin war definitiv sportlich, aber ich habe es hingekriegt… Ich habe mich so gefreut, als die Quilts dann in Köln in den schicken Rahmen eingebaut waren… später dann sah ich Fotos aus den USA und aus Großbritannien. Das war schon was! Dankeschön an Amann-Mettler für das Vetrauen!

Im März haben wir dann auf der Messe herzhaft eingekauft, nette Leute getroffen.. unter Anderem Inge Szoltysik-Sparrer von Inges Näh-Akademie. Inge ist Schneidermeisterin und hat unendlich viel Erfahrung und Stil… ein richtige Grand Dame! Als Maßschneiderin gibt sie Kurse in Hagen. Ich habe direkt mündlich zugesagt und Zuhause dann gleich gebucht. Das war so genial!! Ein absolutes Highlight 2019! Danke Inge!!

Der Relaunch der Website war auch eine große Entscheidung für mich… ich wollte, daß die richtigrichtig gut wird… und fand nicht den richtigen Webdesigner… bis Yvonne Homann mir ihre Idee skizzierte… und ich wußte sofort… das isses. Sie hat mich verstanden und mein Business gesehen. So toll. Ich liebe diese Website. Danke Yvonne!

Dazu starteten wir den Online-Shop… Yvonne machte das Rahmenprogramm und Petra füllte das Ganze mit Produkten… was soll ich sagen… Dreamteam!!

Der Frühling war voller neuer Stoffe, Näh-Projekte und Blog-Anleitungen… wir haben richtig fleißig gearbeitet und es hat sich gelohnt. In Zornheim gibt es eine geniale Floristin, Mariola Seiff. Sie macht im Frühling im wunderschönen Weingut Keller immer eine Ausstellung und zeigt Ihre Osterdekorationen. 2019 hat sie mich eingeladen, mit meinen genähten Sachen dabei zu sein.. es war ein wunderschönes Wochenende…so schön, daß so Viele da waren! Danke Mariola, für die liebe Einladung!

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Im März brauchte Yvonne dann Fotos von mir für die Website… und ehrlich, wenn ich etwas nicht mag, dann ist es, fotografiert zu werden. Ich machte mich auf die Suche nach einer Fotograf/in und fand Kitty… das war auch so ein Highlight 2019… Kitty hat wunderschöne Bilder gemacht und sie kennenzulernen war eine absolute Bereicherung, Danke, Kitty!!

In unserer Verbandsgemeinde gibt es eine Institution, die sich der Inklusive verschrieben hat. Die Leiterin, Gracia, hat mich gefragt, ob ich einen Kurs dort abhalten würde… ich sagte einfach mal zu. Es war eine Herausforderung, jeder TeilnehmerIn gerecht zu werden… zum Teil sprachen die Damen kein Deutsch oder waren auf irgendeine Art und Weise beeinträchtigt. Gar nicht so einfach, sich auf Jede einzustellen und die richtigen Hilfestellungen zu geben. Der Nachmittag war ein Renner, alle hatten Spaß und an Weihnachten haben wir das Ganze wiederholt. Für 2020 haben wir auch 2 dieser Abende gebucht und wir kommen sehr gerne. Die Aktion Sorgenkind hat das Projekt unterstützt, vielen Dank dafür! Und Danke an Gracia und alle TeilnehmerInnen für Euer Vertrauen!

Der Sommer kam und mit Ihm kamen die leichten Kleider und Flatterblüschen… Jede Menge Deco im maritimen Stil und Taschen, Tücher, sommerliche Stickdateien…

Am 19. Juni diesen Jahres hatten wir unseren 20. Hochzeitstag. Wir wollten bei dieser Feier unsere allerallerbesten Freunde dabeihaben und haben vier Familien für ein langes Wochenende in ein riesiges Ferienhaus an unseren Lieblings-Urlaubs-Ort in Belgien eingeladen. Das war so, so schön. Auch eine gute Entscheidung, das so zu feiern.

Sommerurlaub, der Kurs in Hagen bei Inge, viele Ferienkurse, neue Schnittmuster und Vorbereitungen für den Herbst… Langweilig war es nie.

Im September waren wir mit einer sehr lustigen Gruppe in Münster bei der Hausmesse der Westfalenstoffe AG. Wir hatten einen tollen Tag und haben wunderschöne Stoffe mitgebracht…

Der 4. Ladengeburtstag war am 18. September 2019… Vier Jahre, ist das nicht verrückt? Ganz spannend fand ich es in diesem Jahr auch, daß ich uuunglaublich viele Anfragen von anderen GründerInnen bekam, die gerne auch durchstarten möchten und dazu Tipps bei mir gesucht haben. Vielen dank für das Vertrauen! Also habe ich die Sparte Business-Coaching aufgenommen. Die ersten Coachings haben stattgefunden und ich werde dazu im neuen Jahr mehr erzählen… das macht riesig Spaß, Andere auf Ihrem Weg zu unterstützen und zu begleiten!

Im Oktober fuhren wir mit meiner allerallerbesten Freundin und Ihrer Familie zum Urlaub auf den Bauernhof ins Fränkische… dabei nehmen wir seit 19 Jahren (!) jedes Jahr die Nähmaschine mit und gestalten ein Projekt. Dieses Jahr wollten wir uns den anderen Rucksack nähen… die sind so toll geworden, ich liebe unsere Rucksäcke!

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Anfang November stand dann die Kreativ-Welt-Messe in Frankfurt im Kalender… da habe ich nicht nur einen Messe-Stand sondern auch Auftritte auf der Bühne. Das ist immer ganz schön aufregend, aber ich habe auch gemerkt, daß ich da ein bißchen Routine bekommen habe.

Wir hatten so unglaublich nette Gespräche am Stand, das hat einfach Spaß gemacht. Unterstützt von Nicole @lapetitefrance und meiner Jüngste hat das alles super geklappt.

Tja, und ratzfatz war es Weihnachten…Das war eine einzige Freude, wie Ihr Euch mit uns über die tollen neuen Stoffe, Bücher und Anleitungen gefreut habt. Es war ein bißchen schade, daß ich in der Vor-Weihnachtszeit nicht so viel im Laden sein konnte, bei uns zuhause waren die Viren lustig unterwegs… aber Gott sei Dank habe ich das weltbeste Team und eine beste Freundin, die sofort eingesprungen sind. Ihr seid Helden!

Ich hatte eine hübsche Idee für das diesjährige Weihnachten als Kudnengeschenk… jetzt habe ich eine gute Idee für das nächste Jahr. Anstatt Kundengeschenken habe ich 150,- € an die Deutsche Gesellschaft zur Seenotrettung und 150,—€ an die Organisation Armut und Gesundheit von Dr. Trabert in Mainz gespendet.

Jetzt ist jedes vorbereitete Geschenk aus dem Ladeli abgeholt und ich habe meine Geschenke auch zuhause alle verpackt.

Mein Mann kocht gerade ein Chili-con-Carne und nachher schauen wir unseren allerliebsten Weihnachtsfilm „Schöne Bescherung“. Der Baum ist geschmückt…. Es kann dann morgen losgehen!

Zwischen den Jahren werde ich mir Zeit nehmen, um zu Planen… ich habe drölfzig Millionen Ideen, das muß ich sortieren und auch zu Papier bringen. Wir werden tolle Sachen machen, versprochen!

Ich wünsche Euch von Herzen alles Liebe, eine friedvolle Weihnachtszeit und liebe Menschen um Euch herum. Fröhliche Weihnachten, Ihr Herzchen!!

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*Werbung* Das mit dem Reißverschluss ist so eine Sache… gerade, wenn Du noch nicht so viel Näh-Erfahrung hast, kann ich es schon verstehen, wenn man davor a bisserl Respekt hat… aber es ist mit den Reißverschlüssen wie mit ganz vielen Dingen im Leben… wenn man sich erst getraut hat, dann fragt man sich hinterher, warum man das nicht schon längst gemacht hat.

Dieses Reißverschluss-Täschchen haben wir in drölfzig-Millionen Kursen genäht, und jedes Mal freue ich mich mit den Kurs-TeilnehmerInnen, wenn sie das Dingelchen wenden und taataa… ein fertiges Täschli in Händen halten. So ganz selbstgemacht ist das doch der Wahnsinn!!! 

Es macht viel Spaß, das im Näh-Kurs zu machen, mit netten Leuten drumherum, meistens wird dabei auch gelacht und erzählt, und das gemeinsame Erlebnis verbindet. Ich kann mir aber vorstellen, daß es eine gute Sache ist, wenn man nach dem Kurs den Ablauf noch einmal anschauen kann. Und für alle, die a bisserl weiter weg wohnen, hier kommt unser Wölkchentäschli… das kannst Du natürlich mit jeder anderen Applikation oder auch einfach mit-ohne-was-drauf nähen… aus Stoffresten, in einem größeren oder kleineren Format… Du benötigst einfach 4 gleich große Stoffstücke…

Das fertige Täschchen schaut so aus..

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Unser Materialpaket sieht so aus:

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Du benötigst: 

2 Stücke Kunstleder/Oilskin/Wachstuch Größe 29 cm auf 18 cm

2 Stoffstücke in der Größe 29 cm auf 18 cm

2 Seitenteile aus Stoff für den Reißverschluss in der Größe 5 cm mal 8 cm

Reißverschluß in 30 cm Länge

Wölkchenschablone, ein Stückchen Vinyl, ein Stoffstückchen als Wölkchen-Hintergrund und Glitzer-Streu-Teile

Das komplette Materialpaket kannst Du  in unserem Online-Shop bestellen.

TIPP:

Es ist keine schlechte Idee, wenn Du des Öfteren mit Kunstleder oder Wachstuch arbeitest, einen Näh-Fuß mit Gleitsohle anzuschaffen. Wenn er bei Deiner Maschine nicht dabei ist, kannst Du bei der Näh-Welt Flach anrufen, die helfen Dir sicher gerne weiter. Ansonsten kannst Du zwischen Deinen Näh-Fuß und das Kunstleder/Wachstuch ein Stück Backpapier legen, das ist zumindest eine Not-Lösung. Den Dry-Oilskin kannst Du mit dem normalen Näh-Fuß verarbeiten.

Nähen:

Wir starten mit der Applikation… Zu allererst schneidest du das Wölkchen/Sternchen/Herzchen/wasauchimmer aus Stoff und Vinyl aus. Dann platzierst Du es auf Deinem Außenstoff, in meinem Fall ist das das goldene Kunstleder. Du solltest beachten, daß ringsherum noch ein guter Zentimeter Platz bleiben muß für alle Nahtzugaben, also kann das Motiv nicht so nah an den Rand.

Beim Aufnähen solltest Du einen Nähmaschinenfuß mit Gleitsohle benutzen… ich habe mir das Motiv mit Krepp-Klebeband befestigt… zuerst lege ich den Stoff auf und darauf dann das Vinyl… fixieren mit Klebeband und vorsichtig den Umriß nachsähen… ich mache das immer ganz langsam und mit einer etwas kleineren Stichlänge von 2 mm.

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Bei den Rundungen der Wölkchen macht es Sinn, die Nadel im Stoff zu versenken, den Näh-Fuß anzuheben und dann Stück für Stück an der Kontur entlang zu arbeiten. Das Motiv ist schon ein Hingucker, deshalb ist es gut, hier ganz sauber zu arbeiten. Geduld, Geduld…ja, ich weiß. Aber es lohnt sich, hier langsam zu machen.

Auf dem Foto siehst Du zwei Stecknadeln, die markieren eine Einfüllöffnung. Du startest an einer Nadel und nähst ums Wölkchen herum, bis Du an der zweiten Nadel bist. Am Beginn und Ende dieser Naht bitte verriegeln (drei Stiche vor- und zurücknähen).

In diese Einfüllöffnung, zwischen Stoff und Vinyl kommt das Glitzerglitzer.. nimm´das einfach nach Belieben. Dann nähst Du diese Öffnung mit einigen Stichen einfach zu… Du startest auf der naht, die schon vorhanden ist und nähst über den Beginn der nächsten Naht… auch hier Beginn und Ende wieder verriegeln… jetzt bleibt der Glitzer da, wo er hingehört.

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Jetzt fädelst Du den Zipper auf den Reißverschluß… am Besten erklärt finde ich das in diesem YouTube Video hier.

Die Seitenteile des Reißverschlusses bereitest Du so vor, daß Du die beiden kleinen Stoffstückchen links auf links mittig über die kurze Seite so faltest, dass die einzelnen Stücke 5 cm auf 4 cm groß sind.

Mit der Faltkante legst Du sie links und rechts am Reißverschluß 3,5 cm vom Ende entfernt auf.

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Du wechselt zum normalen Näh-Fuß und nähst wieder mit einem Geradstich die Stoffstücke knappkantig an der Falzkante fest. Dann klappst Du die Teile über die Naht nach außen um und nähst  hier wieder die Kante fest… Hab´ keine Angst, über den Reißverschluß zu nähen, das klappt mit unseren Modellen prima! Du darfst das nur nicht mit einem metallenen Reißverschluß machen… bei uns ist das nur eine Metalloptik, die Zähnchen sind aus Kunststoff.

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Jetzt legst Du einmal ein Stück Außen- und Innenstoff mit den schönen Seiten aufeinander… d.h. in Näh-Sprech rechts-auf-rechts. Den Reißverschluß legst Du dazwischen und bündig an die Oberkante… auf dem Foto kannst Du das sehen…Der Zipper und die Zähnchen des Reißverschlusses zeigen zum Außenstoff. Die Unterseite der Wolke schaut NICHT Richtung Reißverschluß, das ist nachher bei Deiner Tasche oben.

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Diese Oberkante it dem RV fixierst Du am Besten mit ein paar Näh-Klammern.. bei Kunstleder ist das besser, die Einstiche von Stecknadeln würdest Du später sehen.

Dann stellst Du die Nähnadel Deiner Näh-Maschine ganz nach links oder Du benutzt einen Reißverschluß-Näh-Fuß. Das Ziel ist es jetzt, so nah wie möglich an den RV-Zähnchen entlang zu nähen. Dazu sage ich den Kindern in den Nähkursen immer, dass der Nähmaschinenfuß und die Reißverschlußzähnchen jetzt kuscheln. Gemeint ist damit einfach, dass Du durch das Kunstleder hindurch die Reißverschlußraupe (so heißt das Mittelteil auch)  ertastest und nah daran entlang nähst. Wenn Du an dem Zipper vorbeinähen möchtest, versenkst Du einfach die Nähmaschinennadel im Stoff und hebst den Näh-Fuß an. Dann kannst Du den Zipper unten vorbeiwurschteln.  Auch bei dieser Naht verriegelst Du am Beginn und Ende der Naht.

Jetzt klappst Du beide Seiten links auf links und faltest sie so, daß sie vom RV weg zeigen. Du wechselst wieder zu Gleitsohlen_Näh-Fuß oder benutzt ein Stück Backpapier zwischen Näh-Fuß und Kunstleder… Ich stelle jetzt meine Näh-Maschinen-Nadel wieder auf die mittlere Position und nähe auch hier wieder kuschelnd am Reißverschluß entlang… jetzt ist es etwas einfacher, weil man die RV-Raupe sehen kann. Wichtig ist, daß Du darauf achtest, daß Du den unteren Stoff und das Kunstleder gut vom Reißverschluß weghältst, damit sich nix verwurschtelt.

Die andere Seite nähst Du genauso an wie die erste.. Du legst Kunstleder und Stoff rechts auf rechts, den Reißverschluß bündig dazwischen. Du wechselst auf den Standard- oder RV-Nähfuß und nähst wieder ganz eng an der RV-Raupe entlang. Dann kommt wieder der Gleitsohlenfuß dran, Du klappst beide Teile vom RV weg und machst die Ziernaht auf der Außenseite.

So sieht das Ganze jetzt aus

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Nun öffnest Du den Reißverschluß und ziehst den Zipper ungefähr in die Mitte. Den legst Du die beiden Außen-Stoff-Stücke und die Innenstoffe jeweils aufeinander. Der Reißverschluss legt in der Mitte. Ich habe mir alles mit Klammern fixiert und in der Bodenseite des Innenstoffes eine Wendeöffnung von ca. 8-10 cm markiert. Dazu nutze ich an dieser Stelle doppelte Klammern, dann nähe ich nicht aus Versehen einfach weiter.

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Also beginne ich an einer der doppelten Klammern und nähe das Rechteck ringsherum zu. Am Beginn und Ende der Naht bitte verriegeln…

Dann kannst Du das Ganze durch die Wende-Öffnung wenden…. Alles schön ausformen… an der Wendeöffnung den Stoff nach innen klappen und knappkantig zunähen.

Mit dem Lederbändchen kannst Du die Perle noch am Zipper festknoten… fertig…!!!

Diese Täschchen nähe ich so gerne als Geschenk für Weihnachten, Geburtstage, Kindergeburtstage… man kann noch eine Kleinigkeit hineinpacken und hat immer ein tolles, handgemachtes Mitbringsel….Ich möchte meinem Patenkind zu Weihnachten Kalligraphie-Stifte schenken, dazu ist das doch die perfekte Ergänzung... wir hatten im Nähzimmer gerade einen tollen Workshop dazu...ich hoffe, da freut sie sich. Ich schnappe mir jetzt ein paar leckere Haferkekse und mache mich ans Verpacken der ersten Geschenke für Weihnachten...

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*Werbung* Gestern bin ich mit meinem Sohn nach Belgien gefahren. Mein Mann mußte noch ein Projekt in der Firma abschliessen und unsere Jüngste war in der letzten Woche auf einem Reiterhof und das Programm dort ging bis Samstag, so daß mein Mann sie heute abholen wird und mit Ihr nachkommt.

Meine beiden großen Kinder sind 18 und 16. Die Älteste ist mit Freunden und einem Wohnwagen an der holländischen Küste unterwegs. Ist bestimmt ein Riesen-Abenteuer und es wird ein Leben lang Geschichten aus diesem Sommer geben… so soll das sein, wenn die Kinder größer werden, sie schreiben Ihre eigene Story.

Der Große hatte Zeit, mit uns eine Woche am Meer zu verbringen. Und es ist eine gute Gelegenheit zu reden und Zeit zusammen zu verbringen, auch wenn man gemeinsam im Stau steht. Unterwegs und auf Reisen zu sein ist etwas Anderes, als zuhause zu sein. Wir haben die Fahrt zusammen gemeistert  inklusive Umleitungen und Staus und der Herausforderung, einen aufgeregten kleinen Hund dabei zu haben. Wir haben das Ferienhaus gemeinsam bezogen… da gibt es einige Dinge, die erledigt werden müssen, und da Papa noch nicht da war, hat er das übernommen, auch das Zählerstand ablesen mit dem Vermieter auf Eglisch. Keine großen Sachen, aber es ist etwas Besonderes, wenn man mehrere Kinder hat, Zeit mit einem Kind alleine zu verbringen. 

Als Rita angeboten hat, sie würde am Freitag den Laden übernehmen, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit meinem Großen losgezogen. Wir haben gestern Abend noch einen langen Strandspaziergang gemacht und waren gemeinsam essen. Danach haben wir zusammen einen Netflix-Film geschaut

Das Schlafverhalten von Teenagern und Erwachsenen ist nicht dasselbe. Ich habe mir heute morgen einen Kaffee gemacht und mich damit in den Garten des Häuschens gesetzt. Ich bin gerne in Gesellschaft, aber ich genieße auch die Momente, in denen ich alleine mit mir bin. 

Es gibt hier im Nachbargarten eine große Birke, ein bißchen Wind und Möwengekrächze. Stundenlang könnte ich zuschauen, wie die Farbe dieser Blätter sich ändert, je nachdem wie Sonne und Wolken gerade ziehen. Im Garten plätschert hier ein kleiner Brunnen und die Koi strecken ab und zu den Kopf heraus, ob es etwas zu fressen gibt. Das fand unser Struppi superinteressant. Dieses Bild, wie der kleine Hund völlig fasziniert, mit schiefgelegtem Kopf die Fische beobachtet…   

Dieser Friede und diese Ruhe…nur die Birke, der Brunnen, der Hund, die Koi und ein Kaffee. Ich spüre in solchen Momenten eine tiefe Dankbarkeit. 

Der Große schlief immer noch, ich habe einen Zettel hingelegt, daß ich Einkaufen bin. Das liebe ich so an unserem Ferienhäuschen. Es ist mitten in der Stadt und direkt vor der Tür ist ein Marktplatz und viele kleine Geschäfte. Ich muß nicht erst ins Auto steigen… ich laufe einfach los. Alle, die meinen Blog schon länger verfolgen wissen, daß ich diese kleinen, inhabergeführten Geschäfte liebe, die es hier noch überall gibt. Diese Geschäfte haben eine Seele, und es steckt das Herz und Hirn des Inhabers/der Inhaberin dahinter. Das ist das Besondere. Hier sind in den Bäckereien echte Menschen in der Backstube hinter dem Verkaufsraum. Und in den Produkten stecken Tradition, Kreativität, Muskelkraft, Wissen und Kompetenz, Erfahrung, viel Stolz und auch die Ehre der Macher. 

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Das ist der Unterschied, diese Produkte haben eine Seele. Das ist bei industriell gefertigten Produkten nicht oft der Fall, und in manchen Geschäften auch nicht. Da geht es nur um den Profit. Sicher, alle Geschäfte sind dazu da, um den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Aber ob Jemand sein Herz mit hineinlegt, das spürt man schon.

Mein Mann liebt Eclairs, ein Brandteig-Gebäck mit Schokolade… die Jüngste liebt die handgemachten Lollies, für den Großen habe ich ein Schokoladentörtchen eingepackt und für mich ein Himbeer-Tartelett. Zum Frühstück zwei „Pain au chocolat“ und ein knuspriges Baguette. Beim Metzger habe ich feine Salate geholt, Kirschen auf dem Markt bei einer Gemüse-Händlerin, beim Fischhändler Garnelen und Thunfisch-Creme.

Und auch dort sind hinter dem Verkaufsraum Menschen bei der Arbeit, die diese Dinge frisch herstellen. Das ist nicht aus der Fabrik oder Konserve, da braucht es keinen Mist, um das haltbar zu machen… es wird frisch hergestellt, direkt verkauft und direkt gegessen. Fertig. 

Das sind Familienbetriebe mit Angestellten, die auch zur Familie gehören. Und zu dieser Familie gehören auch die Stammkunden. Ich kenne das als Kind aus der Bäckerei meiner Großeltern. Das Schöne ist, daß wir hier schon so lange Urlaub machen, wir werden überall begrüßt.

So geht es mir auch, wenn Kunden in den Laden kommen… ich freue mich immer, wenn die Tür aufgeht. Es macht Spaß, KundInnen, die das erste Mal da sind, dabei zuzuschauen, wie sie alles erkunden und entdecken. Den Laden in Zornheim gibt es seit fast drei Jahren und wir haben so viele liebe StammkundInnen, die inzwischen einfach zur Familie gehören. Ihr kauft regelmäßig hier ein, schickt eure FreundInnen vorbei, hängt Zettel im Kindergarten aus oder verteilt Herzchen oder Kommentare auf facebook und Instagram… das alles ist für ein kleines Ladeli eine Riesenhilfe. Es ist so schön zu sehen, wie Ihr dahintersteht! Deshalb habe ich mir auch etwas überlegt… die Grafikerin hat sich bereits darangesetzt, es wird ein Guetsje für KundInnen geben, die öfter bei uns einkaufen. Ich möchte Euch Nähzimmer-Herzchen gerne etwas zurückgeben…das habt Ihr Euch verdient!

Die Menschen, die diesen Blog schon länger lesen, wissen, daß das meine tiefe Überzeugung ist. Dass ich glaube, dass die Dinge, die wir uns kaufen, die uns umgeben und die wir essen… dass das wichtig und persönlich und entscheidend ist. Ich erlebe hier in Belgien, wie gut es für einen Ort ist, Geschäfte, Restaurants und Cafes zu haben. Es macht für das Bild eines Ortes und die Lebensqualität einen Riesenunterschied. 

Ich bin im Grunde meines Herzens ein Minimalist, der schöne Dinge liebt. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Ich habe lieber Weniger, und dafür Dinge, die ich wirklich liebe. Heute bin ich fast den ganzen Tag in Belgien über einen Flohmarkt geschlendert und habe nur 4 Sachen gekauft… ich kann mich da auch immer sehr gut entscheiden… wenn ich etwas sehe, das wirklich mein Herz zum Hüpfen bringt, dann kommt es mit. Wenn ich bei einem Stück erst überlegen muß, dann ist es ganz sicher nicht das Richtige. 

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Wir haben nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Sowohl was unsere Zeit angeht, als auch unser Geld. Dieses Budget ist unterschiedlich, aber wir alle entscheiden, was wir mit unserem Geld und unserer Zeit anstellen. Oft  können wir erst hinterher sagen, ob unsere Entscheidungen klug waren. Wichtig ist, daß wir unser Geld und unsere Zeit so investieren, daß es uns glücklich macht. Nicht irgend Jemanden, sondern Dich. Mir machen Stoffe, Bücher und ein schönes Zuhause Freude… mit einer Designer-Handtasche oder einem schicken Auto ist mir nicht gedient. Also lasse ich das sein.

Mein Mann und ich haben 1998 ein kleines Reihenhäuschen gekauft. In einem Vorort von Mainz. 107 Quadratmeter Wohnfläche auf 121 Quadratmetern Grundfläche. Ich war gerade mal 24 Jahre alt, aber ich habe tiefe, schwäbische Wurzeln und der Schwabe zahlt nicht gerne Miete. Die Häuschen waren praktisch und für uns einigermaßen bezahlbar, also haben wir es damals gewagt.

Wir haben auch größere und schickere Häuser besichtigt, und die Bank hätte uns das auch finanziert. Aber mein kluger Mann wollte lieber kleinere Brötchen backen und meinte, das würden wir irgendwann abbezahlt bekommen. 

Dann kamen die Kinder, und da das Häuschen geschickt aufgeteilt ist, hatte Jedes unserer drei ein hübsches Zimmer. Mein Mann und ich haben uns das kleinste Räumchen als Schlafzimmer eingerichtet… es ist wirklich sehr klein, aber wir haben es uns hübsch und praktisch eingerichtet. 

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Und ich dachte immer, irgendwann bauen wir nochmal „richtig“. Ich dachte 20 Jahre lang, dass das ein Provisorium sei. 

1998 sind viele junge Familien gleichzeitig dort eingezogen, alle in einer ähnlichen Lebensphase. Wir haben gemeinsam Kinder bekommen und Ihnen beim Großwerden zugeschaut. Ihr müßt Euch eine Sackgasse mit Wendehammer vorstellen, die komplett als Spielstraße ausgeschildert ist. An dieser Straße wurden 65 Reihenhäuser gebaut und so vermarktet, daß hauptsächlich junge Familien angesprochen wurden. Wir hatten phasenweise eine echt massive Bobby-Car-Dichte und im Sommer war es das Wichtigste, daß immer Eis, Wassermelone, Straßenmalkreide und Seifenblasenflüssigkeit im Haus waren. 

Letztes Jahr haben wir in der Nachbargemeinde ein Baugrundstück angeboten bekommen… ich hatte Jahre darauf gewartet, in meinem Kopf war das Traumhaus komplett eingerichtet. Mein Mann und ich schauen auf diese Fläche und in dem Moment wußte ich, ich brauche das nicht. Ja, unser Garten ist Mini, und wenn die Nachbarn grillen ist es bei uns wie auf dem Camping-Platz. Das mag nicht Jeder, das verstehe ich… aber ich mag es. Ich mag den Trubel und ich mag meine Nachbarn. 

Ich habe neulich den Satz gelesen, dass, wenn Du Dein Leben damit verbringst, Besitz anzuhäufen und zu sammeln, wann willst Du das denn eigentlich genießen? Wenn wir nur damit beschäftigt sind, immer mehr zu haben, kann das denn der Sinn sein?  Oder, auf mein Geschäft bezogen, bedeutet Entwicklung da, immer größer zu werden?

Was ist wirklich wichtig im Leben? Das muß Jede/r für sich beantworten. Und es lohnt sich, vielleicht gerade in der Urlaubszeit, wenn wir ein bißchen Abstand von unserem Alltag haben, darüber nachzudenken.  Ich weiß, daß mich das größere Haus nicht glücklich machen würde. Ich habe aber eine Freundin, die sich den Traum von einem Haus erfüllt hat, daß es sie sehr glücklich macht. Aber das ist Ihr Traum. Nicht meiner. Meine Älteste träumt davon, seit sie mit 8 Jahren zum ersten Mal eine Chanel-Tasche in einer Zeitschrift gesehen hat, diese Tasche zu besitzen. Mich würde diese Tasche nicht glücklich machen. Aber sie sollte sie sich unbedingt kaufen!

Wir alle haben nur begrenzt Zeit und Geld zur Verfügung. Wir müssen beides so einsetzen, daß es uns glücklich macht. Meine Nachbarin macht es glücklich, die Welt zu bereisen. Sie gibt einen großen Teil Ihres Budgets für Reisen aus. Über meine Art, Urlaub zu machen schüttelt sie nur den Kopf. Aber für Jede/n bedeutet Glück etwas Anderes. 

Mich macht es oft traurig, wenn Menschen bei mir im Laden sehen und sagen:“ Ich würde so gerne einen Näh-Kurs machen, aber ich habe keine Zeit.“ 

Zeit ist das demokratischste Gut auf dieser Erde. Der Kaiser und der Bettler haben beide 24 Stunden geschenkt bekommen, jeden Tag. Wir bekommen Tag für Tag so viele Möglichkeiten geboten und Vieles klingt verlockend. Aber es macht Sinn, genau zu überlegen wie und wofür wir unsere Zeit und unser Geld investieren können.

Das Entscheidende ist, sich auf sich selbst zu besinnen. Wenn Dich das größere Haus glücklich macht, wünsche ich dir von Herzen Gottes Segen dazu. Meiner Nachbarin wünsche ich eine gute Reise und ich komme gerne mit zu Chanel, wenn meine Tochter sich die heiß ersehnte Tasche erspart hat.

So lange werde ich in meinem kleinen Haus wohnen, nach Belgien in den Urlaub fahren und meine Dry-Oilskin-Bag tragen. Weil das macht mich glücklich.

Ich liebe das Ladeli, so wie es ist. Heute morgen, in aller Ruhe, mit meinem Kaffee, meinem Hund und meinem Pain au chocolat hatte ich einige tolle Ideen, wie wir die nächste Zeit im Geschäft gestalten werden.. Ihr dürft gespannt sein! Ihr alle seid Teil der Nähzimmer-Familie, denn ohne Euch wäre das Nähzimmer nicht das, was es ist. 

Es geht nicht darum, immer mehr Stoffe zu haben oder immer größer zu werden. Es geht mir darum, Euch Ideen vorzustellen, wie wir Zuhause mit Stoffen eine schöne Umgebung gestalten können.. es geht um Ideen für liebevolle Geschenke und um Kleidung, die man gerne und lange trägt. Echte Klassiker, die glücklich machen, und an denen man sich jedes Mal erfreut, wenn man sie anschaut. Das ist das Ziel eines Produkts, das das Nähzimmer im Sortiment hat. 

Das Tolle am Älterwerden ist, dass die Erfahrung und die Zeit uns so Einiges lehren. Wenn ich Eines in den letzten Jahren verstanden habe, dann, dass das Wichtigste im Leben Familie und Freunde sind. Wenn wir im Näh-Cafe und in unseren Kursen gemeinsam eine schöne Zeit verbringen, dann ist das genau so, wie ich mir das Nähzimmer gewünscht habe.  

Ohne Euch treue Nähzimmer-Herzchen wäre dieser Laden nicht das, was er ist. Ihr seid die tollsten KundInnen, die man sich wünschen kann. Ob Online oder im Ladeli, der Kontakt ist immer so freundlich und herzlich, da geht mir das Herz auf.

Es gibt nichts Schöneres, als gemeinsam mit Euch in Kursen oder im NähCafe schöne Dinge zu nähen. Etwas Neues aus den feinen Stoffen zu gestalten und sich zusammen daran freuen. Dazu ein Tee oder Kaffee und etwas Leckeres zum Schnuckeln, sei es Kuchen oder Cookies, das ist doch das Beste! Deshalb habe ich bei Aline heute für freitags Kuchen und Cookies bestellt… für Euch zum Mitnehmen oder für die Ladies and Gentlemen an den Nähmaschinen im Näh-Cafe. (Für das Näh-Cafe bitte per Mail an d.supp@t-online.de anmelden.) Leckerer, frischer und regionaler geht nicht! Ich freue mich so sehr, daß Aline zugesagt hat. Am 16. August starten wir mit Alines ganz speziellem Zitronenkuchen… ich kann den Duft schon riechen…hmmmm! Dann könnt Ihr zu Euren Stöffchen und hübschen Kleinigkeiten noch etwas Leckeres für Euch und Eure Lieben einkaufen.

Für alle, die im Nähzimmer etwas länger verweilen möchten gibt es zukünftig freitags und samstags kostenlosen Kaffee, Wasser und Tee. Damit könnt Ihr eine kleine Wartezeit überbrücken und Euch einfach Zeit nehmen, Euch in Ruhe umzuschauen.

Künftig wird das Nähzimmer freitags bis 19.00 Uhr geöffnet haben. Ab 17.00 Uhr gibt es zum Einkauf ein (Winzer-) Sektchen dazu. Da kann das Wochenende beginnen!

Und auch neu nach den Ferien: Wir werden montags von 10.00-13.00 Uhr geöffnet haben…

Die Nähzimmer-Herzchen-Karte liegt jetzt bei der Grafikerin, damit werden wir auch nach den Sommerferien starten….ich freue mich schon darauf!

Hach, ich liebe meine Urlaubszeit hier, aber ehrlich, ich freue mich jetzt schon auf unseren Handmade-Herbst und die tollen Dinge, die wir machen werden!

Ich wünsche Euch allen schöne Ferien!!!! Wir sehen uns…

Unser wöchentlicher Newsletter hat schon eine Menge LeserInnen... Melde Dich gerne hier an, und Du erhältst schöne Ideen, Informationen zu Rabattaktionen oder Neuheiten... mit ganz viel Herz!

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