*Werbung* Fotografiert zu werden ist eine echte Herausforderung für mich. Um genau zu sein, hasse ich es. So richtig. Nicht die Abteilung Ich-mag das -nicht, es ist für mich ganz, ganz schlimm. Aber ich hatte eine neue Website mit Fotos zu bestücken; jetzt bin ich nicht gerade so der Botox-Typ, aber nicht gut aussehen, will ich halt auch nicht. Auf der Suche nach einer/einem Fotografen/in, landete ich über die Instagram-Seite von Jeannette Mokosch bei Kitty.
Auf Ihrer Website steht der geniale Spruch
„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“
Und da hatte sie mich. Ich sah die Bilder und in den Texten hörte ich die Stimme dieser Frau….und ich wußte, wer meine neuen Fotos machen sollte. Ein kurzer Klick ins Impressum. München. UUUPs. Von Mainz aus gesehen nicht gerade um die Ecke. Und wenn ich Eines zu dem Zeitpunkt nicht hatte, dann war es Zeit. Aber in München wohnen zwei meiner ehemaligen Mit-Azubis aus der Bank, mit denen ich vor 25 (Himmel hilf) Jahren eine tolle Zeit hatte. Wir haben unsere Ausbildung in Stuttgart bei einer bayrischen Bank gemacht, und die beiden hatte es eben nach München verschlagen. Social Media sei dank, konnte ich die beiden finden. Mit Kitty machte ich einen Termin und fragte meine beiden Jungs, ob sie Zeit hätten. Sie hatten keine… einer ein vielbeschäftigter, hochdotierter Anwalt, der andere ein cooler Irgendwas-mit-Medien. Aber das wirkliche Wunder war, daß beide Ihre Termine absagten, damit wir uns treffen konnten… und dabei konnten sich beide damals nicht so gut leiden und hatten in München auch keinen Kontakt. Aber sie sagten zu.
Ich bin eine Frau Mitte 40 und treffe zwei Menschen, mit denen ich 1994 am selben Punkt gestartet bin… wir alle hatten unsere Ausbildung in der Tasche und hüpften auf verschiedenen Wegen in die Welt. Ich konnte googeln, was aus den Beiden so geworden war und ich vermute, die haben das auch gemacht.
An dem Punkt, mitten im besten Midlife-Crisis-Alter, stellst Du Dir die Frage, was habe ich in den letzten 25 Jahren gemacht?

Mein-Haus-mein-Auto-mein-Boot ist eher nicht meine Welt… aber gut dastehen wollte ich halt auch, gell? Und ich hatte in meinen 20ern einen ziemlich steilen Karriereweg beschritten, so kannten mich die beiden auch noch. Ich bekam Kinder 1,2,3 und ich habe mich dafür entschieden, zuhause zu bleiben. Das kann man diskutieren und doof oder gut finden. Aber mit den Umgebungs-Eigenschaften, die sich für mich ergeben haben, konnte ich das nur so entscheiden und so habe ich es entschieden. Meine Selbstständigkeit entwickelte sich Schritt-für -Schritt aus dem Wunsch, etwas aufzubauen und gleichzeitig für meine Kinder da sein zu können.

Und irgendwie bin ich bei dem ganzen Prozess einem Bauchgefühl gefolgt… das kam von ganz tief drinnen. Aber manchmal, so mittendrin, wenn irgendetwas schief lief, habe ich mich gefragt, warum ich das eigentlich mache….

Und es gibt so Momente, da schließt sich ein Kreis…wie war Kittys Wahlspruch nochmal?
„Wer bist Du, wenn Du niemand sein mußt“ . Da wurde mr klar, ich muß gar nichts. Nein, ich bin nicht Senior-Partner in einer coolen Kanzlei, und nein, ich sammele keine Oldtimer. Aber ich mache etwas, das für mich einen Wert und eine Bedeutung hat. Ich habe eine Familie und ein Geschäft, das mir am Herzen liegt. Wir hatten einen wunderschönen Abend in München, so viel gelacht habe ich lange nicht. Und wir sind noch so richtig herrlich versackt, in einer superschönen Bar. Das war ein Abend zum Erinnern und das Foto-Terminchen am nächsten Tag sehr lustig.

Ich war also weg davon, eine coole Fassade zeigen zu müssen, aber dennoch hatte ich das „Warum“ meiner Unternehmung noch nicht abschließend geklärt. Ich wußte, daß ich auf dem richtigen Weg bin, aber ich konnte es nicht in Worte fassen.
Wer meinem Blog/Instagram und Co schon länger folgt, der weiß, daß ich sehr gerne Urlaub in Belgien mache… für die meisten ist der Gedanke etwas ungewohnt…Holland als Urlaubsland kennen Viele, aber Belgien?
In meinen frühen 20ern war ich mit einem Bankerkollegen zusammen, dessen Maman eine Französin war. Die Familie hat ein traumhaftes Ferienhaus in Belgien und ich durfte dort ein paar Mal zu Gast sein… und ich habe mich verknallt. So richtig, mit Anlauf und für’s Leben. Die Beziehung zum Kollegen ging irgendwann zu Ende, meine Liebe zu Belgien ist geblieben… dort gibt es eine ganze Menge Dinge, die ich sehr, sehr liebe. Die Nordsee, Schokolade, Pralinés und Pâtisserie, eine große Wertschätzung gutem Essen gegenüber, Comics und Quilts. Die Belgier haben auch eine hohe Achtung vor alter Bausubstanz.. bei uns wurde nach dem Krieg in den 50ern das Meiste im Plattenbaustil schnell und billig hochgezogen… die Belgier haben in Ihren Städten darauf geachtet, alles so wiederherzustellen, wie es mal war und möglichst viel historische Bau-Substanz zu erhalten.
Und etwas ganz Wichtiges hat sich in den kleinen und mittleren Orten auch gehalten… die kleinen, inhabergeführten Geschäfte. Und diese kleinen Läden werden mit so viel Liebe und Herz geführt. Wir fahren mehrmals im Jahr für eine Woche oder eine verlängertes Wochenende in „unser“ Lieblingsferienhaus….das liegt mitten in einem kleinen Städtchen, das aber viel mehr Cafés, Restaurants und Bars hat, als ein ähnlicher Ort bei uns. Ich gehe so gerne nur mit einem Korb direkt von der Tür los und habe Bäckereien, Metzgereien, Obst- und Gemüsehändler, Blumenläden, Geschenkeläden… direkt vor der Tür. Es wirkt dort ein bißchen wie in einem Zauberland, alles ist tipptopp gepflegt und blitzsauber… morgens wird die Eingangstreppe des Ladens nass gewischt…immer.
Und das Brot beim Bäcker kommt nicht aus einer Fabrik, sondern hinter dem Ladeli ist eine Backstube. Da stehen echte Menschen und backen echtes Brot aus richtigen Zutaten. Bei uns werden in Fabriken zweifelhafte Inhaltsstoffe in irgendwelche Teig-Rohlinge gemurkst, die dann tiefgefroren und aufgebacken werden. Das, was in diesen Backfabriken und den Läden dieser Ketten angeboten wird, ist kein Brot, das ist in meinen Augen purer Mist.
In Deutschland muß ich, wenn ich ein vernünftiges Brot kaufen möchte, ein paar Ortschaften weiter fahren… bei uns gibt es im Umkreis von mehreren Kilometern keine handwerklich arbeitende Bäckerei. Und da, wo ich wohne, gibt es keinen Wochenmarkt, auch dafür muß ich ins Auto… in Nieuwpoort gibt es das zweimal die Woche, und es ist ein Fest für die Sinne.
Da die Belgier großen Wert auf die Qualität Ihrer Lebensmittel legen, können diese Geschäfte wunderbar existieren. Geiz ist dort so gar nicht geil… und ehrlich gesagt, sind die Produkte nicht viel teurer als bei uns.
Als ich meinen Laden eröffnet und aufgebaut habe, war mir gar nicht so genau klar, warum ich das eigentlich mache. Ich habe einfach immer einen Fuß vor den anderen gesetzt, einen Schritt nach dem Nächsten gemacht… wie auf Schienen. Ich spürte, ich tue das Richtige, aber ich wußte nicht immer so genau, warum ich das tat.
Jetzt führe ich dieses Geschäft seit dreieinhalb Jahren, und habe da eine ganze Menge drüber nachgedacht. Manchmal dauert es ja auch eine Weile, bis man etwas in Worte fassen kann, was einem eigentlich auf der Zunge liegt. Warum ist mir dieser Laden so wichtig?
Nähzimmer mit Herz ist nicht irgendein Firmenname. Das kommt wirklich von Herzen.
1.) Ich möchte Menschen ermutigen, Ihre eigene Kreativität auszuleben
Ich glaube, dass wir fast alle zuviel Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen verbringen. Wir konsumieren eine Menge, aber wir gestalten dabei nicht unbedingt etwas. Und wenn, dann ist das oft keine Tätigkeit mit den Händen. Ich finde auch den FamilienAlltag manchmal ganz schön dröge… da hat man gerade eine Ladung Wäsche gewaschen, abends liegt der nächste Haufen Dreckwäsche wieder da. Bei der Hausarbeit sind viele Tätigkeiten nicht für die Ewigkeit, sondern gleichen eher einer Never-ending-Story. Da ist mir so ein Quilt schon lieber, der überdauert Generationen.
Um kreativ werden zu können, muß man aber zumindest rudimentäre Grundkenntnisse einer Technik besitzen. Ich liebe Anfänger-Näh-Abende… Die strahlen richtig, die TeilnehmerInnen, wenn sie dann Ihr fertiges Stück in der Hand halten… und plötzlich sprudeln oft die Ideen, was sie alles noch machen könnten…. Und sie trauen sich zu, weitere Projekte anzugehen. Das bringt mich zu Punkt 2…
2.) Ich möchte Menschen Mut machen und ihnen Selbstvertrauen geben
Das erlebe ich ganz oft, egal ob Teilnehmer der Kurse 7 oder 70 Jahre alt sind… ein Projekt, das geklappt hat, das gibt einen riesigen Schub fürs Selbstvertrauen! Auch wenn es nicht 100%ig ist, auch wenn vielleicht eine Ecke nicht ganz passt… Hei, Du hast es durchgezogen, Du hast Dich getraut und Du hast es geschafft! Die Teilnehmer sind auch untereinander so freundlich und zugewandt, machen Mut, wenn es gerade mal hakt oder bringen sich gegenseitig auf Ideen… da entsteht beim Werkeln oft eine tolle Gemeinschaft, das finde ich unglaublich! Menschen, die sich vor einer halben Stunde noch nicht kannten, unterhalten sich, als würden sie sich schon ewig kennen… das gemeinsame Projekt verbindet. Und gerade beim Nähen entsteht ganz oft eine so schöne Atmosphäre. Ich habe das im Laden und auf vielen Kursen erlebt, die ich besuche…Quilter halten zusammen. Das ist so cool. Neulich hatten wir einen Kleider-Näh-Abend, und es waren eine 12-jährige und eine 70-jährige im Kurs… die beiden saßen nebeneinander und haben sich so blendend verstanden, mir ging direkt das Herz auf. Und beide haben sich den ganzen Abend so reizend unterstützt und gefachsimpelt. Da ist eine Prise Feenstaub im Raum… und alle schweben ein bißchen nach Hause.
3.) Ich möchte der nächsten Generation eine Kulturtechnik überliefern
Handarbeiten sind - je nach Trend - mal gerade total hipp oder voll daneben. Ich habe schon genäht, da war das eher komisch bis wunderlich… aber es ist doch so, Trend hin, Trend her; Technischer Fortschritt rum oder num…. So ein paar Sachen sollte man schon können. Kochen und Backen gehört dazu, Nähen auch. Wir leben in einer Zeit, wo es von Allem zuviel gibt… vor allem zuviel billige Kleidung, die unter Bedingungen hergestellt wird, die weder menschenwürdig noch umweltgerecht sind. Für alle mit starken Nerven, sei der Film?????:the true cost ?????empfohlen. Darin geht es um die Lebensumstände der ArbeiterInnen in der Textil-Industrie weltweit, die unsere billigen Shirts herstellen. Es ist unfassbar. Ich möchte dazu anregen, darüber nachzudenken, woher unsere Kleidung stammt. Und ein Gefühl für den Wert eines genähten Stücks vermitteln. Dann wird nämlich schnell klar, daß bei einem 5,- T-Shirt so Einiges nicht stimmen kann. Und vielleicht beginnt dann Jemand nachzudenken, daß ein halbes Hähnchen für 3,- € auch nicht so der Brüller sein kann. Wir müssen uns dem wahren Wert einer Sache wieder viel bewußter werden.
Wir bedauern den ganzen Müll, der auf den Stränden, in den Meeren und Böden herumliegt. Das ist definitiv eine Katastrophe. Aber ein selbstgemachtes Geschenk wird nicht so schnell entsorgt werden und wenn man dann das ein oder Andere repariert und flickt, statt immer direkt alles wegzuwerfen, dann ist schon Einiges gewonnen. Eine häßliche Kommode sieht nach dem Anstrich mit unseren (ökologisch unbedenklichen, in Deutschland hergestellten…) Farben vielleicht wieder ganz großartig aus. Sie landet nicht auf dem Müll und gleichzeitig macht das Gestalten Spaß… Win-Win-Win, oder? Mit einem neuen Bezug schaut ein alter Stuhl vielleicht wieder ganz toll aus… und wenn dann noch der Stoff aus einem Familien-Unternehmen stammt, das in der 4. Generation geführt wird, deren Stoffe in Europa produziert werden… dann hat das doch eine ganz andere Qualität als ein neuer Stuhl. Müllvermeidung, ‚ #zerowaste, #noplastic #savetheplanet.. Dazu braucht es ein Umdenken. Und das Bewußtsein, daß Du etwas selbst herstellen oder reparieren kannst. Durchs Selbermachen bekommt man einen anderen Blick auf die Dinge, ein anderes Mind-Set. Das überträgt sich dann auf andere Lebensbereiche. Ich glaube, Selbermachen setzt etwas in Gang. Ein neues Bewusstsein für den Wert eines Gegenstandes. Weg von dem BilligBilligExundhopp.
4.) Ich möchte etwas hinterlassen. Vermächtnis ist ein großes Wort, aber wir erschaffen Erinnerungen.
Ich erinnere mich noch genau an den Tante-Emma-Laden im Ort meiner Großeltern. Jeden Tag bin ich für meinen Opa dorthin gegangen und habe seine Zeitung und eine Schachtel Zigaretten geholt, meine ganze Kindheit hindurch. Dort gab es Brausebonbons in Gläsern und Lollies und andere Herrlichkeiten und mein Opa hat mir immer ein paar Pfennig mehr mitgegeben. Auf dem Rückweg habe ich mir viiiiil Zeit gelassen, mit Brauseherzen oder Wassereis. So schmeckt Kind sein.
Den Laden und den Herrn hinter der Registrierkasse könnte ich direkt zeichnen. Ich weiß genau, wie es darin gerochen hat. Denken unsere Kinder später so über den Discounter hier im Ort?
Ohne Läden oder Cafés sind Städte und kleine Orte tot und leer. Ich habe nichts gegen den Internet-Handel…wir werden den Lauf der Zeit nicht aufhalten und die Uhren nicht zurückdrehen. Aber wir können daraus eine gute Sache machen. Ich glaube fest daran, daß kleine Läden auch im 21. Jahrhundert eine Daseins-Berechtigung haben. Und wenn wir alle mal hier und mal da kaufen, ist für jeden genug da. So einfach ist es vielleicht.
Ich habe in einem kleinen Ort, in einem leerstehenden Haus einen Laden eröffnet. Die Räume hatten jahrelang leergestanden. Davor hat eine ältere Dame darin gewohnt. Aber das Haus hat vermutlich 300 Jahre an diesem Platz gestanden. Und vor ungefähr 50 Jahren war eine Gaststätte darin… geführt von 3 Schwestern, wenn die Erzählungen stimmen. Neulich kam ein 92Jähriger mit seinem Stock die kleine Treppe zu meinem Laden, und jede Stufe machte ihm Mühe. Er wollte sehen, was in dem Haus jetzt ist, wo er als junger Kerl mit seinen Freunden gefeiert hat und mit den Ladies hinter der Theke geflirtet… Ihr hättet ihn sehen sollen… Er stand in meinem Laden und war doch 60 Jahre weit weg. Das war ihm so präsent, und die Erinnerung war ihm teuer. Ich denke oft, unser Leben besteht nicht aus den Mega-Momenten, den ganz großen Highlights… es besteht doch zum größten Teil aus unserem Alltag. Und wenn es in unserem Alltag eine Kneipe gibt, mit netten Gästen und netten Menschen hinter der Theke… dann ist das sich schon mal etwas. Dann erinnern wir uns auch ein halbes Jahrhundert danach noch genau daran.
Ganz zauberhaft fand ich auch den Herrn, der in den Laden gestiefelt kam und meinte: „ Ei, Meed´sche, des is schee, was Du da machst! Jetzt habbe mir an dem Platz keine leere Fenster mehr. „
So ein Laden ist ein Fixpunkt in einer Dorfgemeinschaft und in unseren Köpfen. Etwas, an das man gerne denkt.
Die Dinge, die ich herstelle, sind künftige Erinnerungsstücke… Schultüten oder Babydecken sind auf unzähligen Fotos und wir kennen sie gut. Sie gehören zur Familiengeschichte. In meinem Laden gibt es kein Wegwerf-Plastik-Geschenke, sondern Dinge, die mit Herz und Liebe hergestellt werden.

Das liebe ich an Quilts. Das sind Dinge, die Generationen überdauern werden. Etwas, das von uns bleibt.

Einer Freundin von mir geht es gerade nicht so gut. Ich habe Ihr ein kuscheliges Kuschelkissen aus unserem Superkuschelplüsch genäht. Sie hat sich wirklich gefreut. Das ist irgendwie ein ganz anderes Geschenk, als ein Gekauftes.
Es ist so schön, daß Ihr zu mir in den Laden kommt und meine Idee teilt. Der Online-Shop ist eine tolle Erweiterung und verbindet mich mit Menschen von überall her.
Manchmal sagt Jemand zu mir: ach, da haben Sie sich einen Traum verwirklicht. Meine Freundin Michaela, die ein Café und einen Laden führt, bekommt das auch öfter zu hören. Irgendwie klingt das so niedlich und nach ein bißchen Spielerei… das ist es mitnichten. Ich habe BWL studiert und führe meine Unternehmung nicht als Hobby oder Späßchen, ich verdiene meinen Lebens-Unterhalt mit etwas, das ich gut kann. Das sollte beim Lehrer oder Architekten genauso sein, nur sagt man da nie, daß da ein Traum verwirklicht wird. Dieser Laden bedeutet viel Freude, aber es steckt auch eine ganze Menge Know-How und Arbeit dahinter. Es ist aber genau das, was ich machen möchte. Wie schön, daß Ihr mich auf dem Weg begleitet.

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Eine der tollen Sachen an meinem Ladeli ist, dass ich unglaublich tolle Leute kennenlerne…Eine davon ist Stephanie. Ihr Blog heißt lillepetterhus und sie bloggt über Ihr Schwedenhaus und das Leben mit 3 Kindern, Ihre große Liebe für Skandinavien und hat tolle DIY´s. Steffi hat mit mir schon so einige Nähprojekte gemacht, und wir sind uns ziemlich oft einig, was wir schön finden, oder hässlik (so nennt Ihre Jüngste Dinge, die nicht ganz so schön sind.)
Steffi war mit Ihrer Familie mit dem Wohnwagen unterwegs und dabei waren irgendwie alle Taschen, Täschchen und Kulturbeutel zu klein… Da steht die Liebe dann samstags vor mir und sagt:“ Ich brauche sooooo eine Tasche.“
Jetzt habe ich „soooo eine Tasche“, wie Steffi sich das vorstellte, schon im Jahr 2012 mit meiner lieben Freundin Claudel zusammen genäht. Claudel und ich sind seit über 20 Jahren befreundet und fahren mit unseren Familien seit die Kinder klein sind, einmal im Jahr zusammen in den Urlaub auf den Bauernhof im Altmühltal. Da nehmen wir immer unsere Nähmaschinen mit. 2012 hatten wir das superschöne Buch von Miriam Dornemann „Tolle Taschen selbst genäht“ dabei… und haben uns an die kleine Charlotte gemacht. Das Buch ist seeehr zu empfehlen!!! Als wir die kleine Charlotte fertig genäht hatten, wollten wir aber unbedingt auch noch sooooo eine Tasche in einem größeren Format haben. Das war eine ganz schöne Rumprobiererei, bis wir ein Format hatten, das uns gefiel. Und weil Claudel die Allerbeste ist, hatte sie das Schnittmuster, das wir gebastelt hatten, aufgehoben und konnte es mir direkt Whatsappen. Du bist die Beste!!
Also, setzt Euch zu mir an den Nähtisch, wir brauchen Schere, Stecknadeln, Klammer, Papier, Stift, Geo-Dreieck, Garn uuuuund dann kann es losgehen.
Das Witzige ist, daß ich die Autorin jetzt auf der Messe in Köln per Zufall kennengelernt habe… und nicht nur, daß Ihr Buch supertoll ist, und zu der Zeit eine absolute Neuheit war… die Miriam ist total nett! Danke für die „Einstiegsdroge“ ins Taschennähen, liebe Miriam! Ihr findet sie auf Instagram unter Miriam .
So, und jetzt bekommt Ihr von mir das gebastelte Schnittmuster von Claudel und mir… das ich jetzt mit Steffi zusammen genäht habe. Die fertige Tasche hat ein Außenmaß von ca. 14 cm in der Höhe und 20 cm in der Länge. Das Tascherl ist ca. 14 cm tief. Da geht schon ordentlich etwas rein.
So sieht das Schätzchen aus... wir nähen hier das Modell in Flieder mit den Blümchen...

Diese Kombination hat Steffi sich ausgesucht... die große graue Tasche aus dem Steppstoff ist in dem Format genäht, das ich Euch hier zeige...

Ich habe ein Wachstuch verwendet, weil wir im Ladeli gerade so eine tolle Lieferung aus Dänemark bekommen haben…Steffi wollte mal den Steppstoff ausprobieren. Ich konnte mich bei unseren ganzen genialen Wachstüchern und den dazu passenden Baumwollstoffen nicht entscheiden... ich hätte gerne X-verschiedene Kombinationen genäht!! Dazu noch unsere genialen Reißverschlüsse... ich habe mich für eine Kombination entschieden, ich verlinke Euch die Materialien...


Materialbedarf:
40 cm Wachstuch (oder Steppstoff oder Ihr verstärkt einen der Baumwollstoffe mit einem Vlies, bspw. S320 von Freudenberg), für meine Tasche habe ich dieses Wachstuch verwendet... Wachstuch in Flieder mit Blümelis...hier klicken....
40 cm Baumwollstoff in meiner Tasche Zum senffarbenen Westfalenstoff... hier klicken
ca. 45 cm Endlosreißverschluss mit Zipper im Online-Shop Zum Reißverschluß.....hier klicken
Optional: ca. 15 cm Gurtband für eine Aufhängelasche. Ansonsten kannst Du das auch aus einem Rest Wachstuch nähen.
TIPPS:
Ein paar Worte zum Nähen mit Wachstuch oder generell mit beschichteten Stoffen:
Ein normaler Nähfuß gleitet nicht gut über Wachstuch… deshalb ärgern sich viele über diesen Stoff oder trauen sich gar nicht erst heran. Die beste Lösung ist ein Teflon-Fuß. Bei meiner Pfaff-Nähmaschine war Einer dabei, für die Kurs-Nähmaschinen von brother hat der Fuß unter 20,- € gekostet… das lohnt sich sicherlich, denn die Täschchen sind ein superschnell genähtes Mitbringsel, egal ob für die Freundin, den Kindergeburtstag oder eine Einladung. Mit ein bißchen Süßies oder Kosmetik-Schnick-Schnack freut sich da Jede/r drüber! Ich habe gerade Eine für meinen Mann an Weihnachten genäht… aus dem grünen Dry Oilskin Dry Oilskin in Grass/Grün...hier klicken sieht auch toll aus.
Es gibt einige Tipps zum Nähen mit Wachstuch ohne Teflon-Fuß, z.B. kann man Washi Tape unten ans Nähfüßchen kleben oder ein Backpapier zwischen Wachstuch und Nähfuß legen… einfach mitnähen und später vorsichtig abreißen, es ist ja durch die Naht perforiert. Das geht schon, aber ich liebe meinen Teflon-Fuß. Wenn Ihr einen braucht, ruft einfach bei der Nähwelt Flach an… die versenden das ganz flugs.
Wenn Ihr mit Wachstuch arbeitet, macht es Sinn, wo immer es geht, Klammern statt Stecknadeln zu benutzen. Die Löcher der Stecknadeln bleiben nämlich im Wachstuch…
Hier kommt das Schnittmuster... ich habe keine Ahnung von Grafikprogrammen, aber irgendwann lerne ich das auch noch... bis dahin, muss diese Schema-Zeichnung reichen... sie ist auch nicht maßstabsgetreu... aber mit einem Geo-Dreieck lässt es sich nachzeichnen...dazu bitte bedenken, daß es 23.00 Uhr ist und ich versuche, Euch ein schönes kostenloses Schnittmuster zu liefern. Gnade.

Zuschnitt:
An der Stelle, an der das Wort Bruch steht, müßt Ihr jeweils den Stoff und das Wachstuch falten. Man kann sich das wie eine Spiegelachse vorstellen. Das schneidet Ihr dann einmal aus Stoff und aus Wachstuch zu.

Dann legt Ihr die beiden Stoffe, Baumwollstoff und Wachstuch so aufeinander, daß die schönen Seiten sich anschauen. In Näh-Sprach heißt das „rechts-auf-rechts“, abgekürzt „rar“. Im Nähzimmer rede ich in meinen Kursen immer von der schönen Seite.
Ihr zieht den Reißverschluß auseinander, so daß Ihr zwei Teile habt. Jedes Teil nähen wir jetzt einzeln an. Dann wird die erste Seite so eingelegt, wie auf dem Foto...

Jetzt kommt entweder der Reißverschluß-Fuß Eurer Nähmaschine zum Einsatz oder Ihr könnt die Nadel ganz nach links stellen, dann könnt ihr Euch das Füßchen-wechseln sparen.
Ihr geht mit dem Nähmaschinen-Fuß ganz dicht an die sogenannte Raupe, die Zähnchen des Reißverschlusses. Jetzt näht Ihr mit einem Geradstich, 2,5 mm Länge, Nadel ganz nach links verstellt. Am Beginn und Ende der Naht bitte verriegeln. In meinen Kursen sage ich immer, daß der Nähmaschinen-Fuß und die Reißverschlußraupe miteinander kuscheln. Ganz eng. Ihr könnt die Zähnchen nicht wirklich sehen, aber man kann sie durch das Wachstuch fühlen.

Das macht Ihr an beiden kurzen Seiten. Dann faßt Ihr zwischen die beiden Stoffe und wendet das ganze Werk so, daß Euch die schönen Stoffseiten anschauen.
Dann zieht Ihr die Stoffe vom Reißverschluß weg, so dass sich die nicht so schönen Seiten anschauen. Und jetzt braucht Ihr den Teflonfuß. Damit sich die Stoffe später nicht im Rißverschluß verheddern, würde ich jetzt mit dem Fingernagel den Stoff vom RV ein bißchen wegziehen und wie beim Papierfalten mit dem Nagel einen scharfen Falz kniffen. Danach die Nadel wieder in die Mitte stellen und das Wachstuch mit einer Ziernaht fixieren. Ich habe das auch einfach mit einem Geradstich gemacht.

Dann die Reißverschlußteilen aneinanderlegen und den Zipper einfädeln…wenn Du das noch nie gemacht hast, dann schneidest Du rechts 3 Zähnchen weg, fädelst den Zipper auf der linken Seite ein und zwar so wie auf dem Foto. Dann schiebst Du die rechte Seite der Zähnchen auf der rechten Seite in den Zipper und ziehst hinten am Stoff des RV-Bandes. Es gibt dazu eine Menge toller Videos auf facebook, ich liebe das von Frau CongaBaeren... hier klicken...
Dann wendest Du das fast fertige Tascherl auf die Seite, so daß Dich der Innenstoff anschaut und legst die Wachstuch-Seiten so aufeinander, wie hier im Foto gezeigt.

Jetzt wäre ein guter Moment, das Gurtband für den Aufhänger einzulegen. Dazu das Gurtband einmal in der Mitte falten und wie auf dem Foto gezeigt zwischen die Wachstuchlagen legen.


Da, wo die Klammern auf dem Foto sind, nähen wir jetzt füßchenbreit. Auf beiden Seiten. Über die Stelle mit dem Reißverschluß kann man gut nähen, ich würde da nur einfach das Tempo der Nähmaschine ein bißchen reduzieren. Wenn Du magst, kannst Du Dir die Naht von der rechten Seite aus anschauen und wenn alles schön gerade sitzt, von links noch mehrmals über die Seite nähen, besonders da, wo das Aufhängerle sitzt.
Jetzt benötigt die Tasche Ihre Form. Dazu legst Du die seitlichen Abnäher/die offenen Kanten aufeinander…da wo auf dem oberen Bild die Schere hinzeigt... diese Ecken ziehst Du voneinander weg, dann bekommt das Ganze Stand, wird auch dreidimensional und bekommt die Boxenform. Ich habe diese Nähte innen noch einmal mit der Overlock versäubert.

Wenn Du von innen auch keine Nähte sehen möchtest, kannst Du die Boxentasche einmal mit dem Reißverschluß und die Innentasche ohne RV nähen… dann beide ineinanderlegen und die Innentasche von Hand festnähen.
Ich hoffe, Du hast viel Spaß beim Nähen.....Alles Liebe, Dunja
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